Jugend-Gesundheitsstudie
Jedes fünfte Kind hat Essstörungen

Allergien, Übergewicht und Bewegungsstörungen machen den Kindern in Deutschland zunehmend zu schaffen. Das belegt eine bislang einmalige Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts mit mehr als 17.000 Teilnehmern. Erste Ergebnisse wurden am Montag in Berlin vorgestellt.

HB BERLIN. Allergien, Übergewicht und Bewegungsstörungen machen den Kindern in Deutschland zunehmend zu schaffen. Dabei sind Kinder aus armen Familien meist stärker betroffen. Das belegt eine bislang einmalige Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts mit mehr als 17 000 Teilnehmern. Erste Ergebnisse wurden gestern in Berlin vorgestellt.

So ergab die Großstudie, dass 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren übergewichtig sind. Bei den Elf- bis 17-Jährigen zeigt jeder fünfte Auffälligkeiten im Essverhalten wie zum Beispiel Mager- oder Ess-Brech-Sucht. 16,7 Prozent der bis zu 17-Jährigen leiden unter Allergien.

Zwar spielen fast acht von zehn Kindern bis zehn Jahren fast täglich im Freien, und jedes zweite treibt mindestens einmal in der Woche Sport. Auch bei den Elf- bis 17-Jährigen geben 84 Prozent an, sie strengten sich mindestens einmal in der Woche so an, dass sie ins Schwitzen und außer Atem geraten. Allerdings sind der Studie zufolge Kinder aus Migrantenfamilien oder „mit niedrigem Sozialstatus“ wesentlich seltener aktiv.

Auch zeigten sich in der Studie trotz der positiven Bewegungszahlen häufig Auffälligkeiten in der Motorik. So können den Daten zufolge 43 Prozent der Kinder bei einer Rumpfbeuge nicht bis zur Fußsohle hinunter reichen. Mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen sind nicht in der Lage, mehr als zwei Schritte auf einem drei Zentimeter breiten Balken rückwärts zu balancieren. Die Ergebnisse zum Standweitsprung deuten den Angaben zufolge auf einen Rückgang der „Kraftfähigkeit“ um 14 Prozent seit 1976 hin.

Die Politik werde die Informationen nutzen, noch mehr und gezieltere Vorbeugung anzubieten, erklärte die parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk.

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