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Jugendarbeitslosigkeit: Die Generation der schwindenden Chancen

Die berufliche Situation für junge Erwachsene wird zusehends heikler. Nicht einmal die Hälfte der Jugendlichen ist erwerbstätig, die Arbeitslosigkeit steigt im Vergleich zum Bevölkerungsanteil überproportional an. Immer mehr junge Menschen arbeiten neben Schule und Studium – und immer weniger in Vollzeit.

Für Jugendliche wird die Jobsuche schwerer. Quelle: dpa
Für Jugendliche wird die Jobsuche schwerer. Quelle: dpa

HB WIESBADEN. Befristete Verträge und mehr Arbeitslose: Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist für junge Menschen in diesem Jahrtausend schwieriger geworden. Im vergangenen Jahr waren deutlich mehr Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos oder hatten unsichere Jobs als im Jahr 2000, wie das Statistische Bundesamt in einer am Mittwoch vorgestellten Auswertung zum Tag der Jugend feststellte.

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Im Vergleich zu 2000 waren im vergangenen Jahr rund 40 Prozent mehr junge Leute arbeitslos. Mit 538 000 Gemeldeten wurden aber bei weitem nicht die Höchststände aus dem Jahr 2005 erreicht. Im internationalen Vergleich ist die Erwerbslosigkeit der Jungen in Deutschland mit einer Quote von 11,0 Prozent zwar noch moderat, liegt aber deutlich über dem Schnitt der Gesamtbevölkerung (7,7 Prozent).

Bei den sogenannten atypisch Beschäftigten stieg die Zahl um 42 Prozent auf 676 000, berichteten die Statistiker. Darin sind Leute enthalten, die weniger als 20 Stunden die Woche arbeiten, befristete Arbeitsverträge haben oder bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt sind.

Allerdings ist noch nicht einmal jeder zweite (46,4 Prozent) in der gesamten Altersgruppe überhaupt erwerbstätig. Dieser Anteil ist in dem Zeitraum um 1,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Knapp 4,5 Mio. junge Menschen waren im Jahr 2009 überhaupt nicht am Arbeitsmarkt aktiv. Mehr als 90 Prozent von ihnen studierten oder gingen zur Schule.

Insgesamt arbeiteten 4,4 Mio. Jugendliche zum Broterwerb. 1,5 Mio. von ihnen steckten in einer Lehre und rund 800 000 jobbten neben Schule und Uni. Ihre Zahl stieg um 19 Prozent. Um 25 Prozent gesunken ist hingegen die Zahl derjenigen, die bereits in jungen Jahren einem ganz normalen Job nachgehen. Dies waren nach der Schätzung auf Basis der Mikrozensus-Umfrage noch 1,174 Millionen. Ebenfalls rückläufig war die Zahl der Wehr- und Zivildienstleistenden: Sie sank um fast die Hälfte (48 Prozent) auf 169 000.

Ein gängiges Mittel der beruflichen Weiterbildung ist,g erade für junge Menschen, ein Praktikum. Angesichts der wachsenden Zahl von Praktikanten will das Europaparlament der Ausbeutung von Jugendlichen durch unbezahlte Stellen einen Riegel vorschieben. In einer Resolution forderten die Parlamentarier die EU-Kommission und den Ministerrat dazu auf, eine Europäische Qualitätscharta mit Mindestanforderungen für Praktika zu schaffen - darunter ein Grundgehalt zur Abdeckung der Lebenshaltungskosten des Praktikanten und eine zeitliche Begrenzung.

  • 12.08.2010, 12:59 UhrAnonymer Benutzer: norbert

    @realist
    Sie sehen nur diejenigen, die überalimentiert werden. Die gibt es zweifellos, aber bitte - wie viele sind das ?
    Sollten wir nicht mal mit Zahlen arbeiten, statt mit "viel" "wenig" die "meisten" ?
    Ab welchem Euro-betrag beginnt "zu viel" ?

    Und es gibt bestimmt auch eine große Gruppe von Menschen, die beim Einkauf auf den Cent schauen müssen, sowas sehe ich nämlich auch, wenn ich einkaufen gehe und sehe, wie die Menschen vor den Regalen stehen und rechnen, ob sie sich was leisten können.

    Sehen wir doch bitte beide Seiten, denn man könnte auch die ungelernten Jugendlichen als pars pro toto anführen ...

  • 12.08.2010, 10:20 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    @realist:
    Sie sähen hier Zwietracht zwischen den jüngeren Arbeitnehmern und den Rentnern. Sie vergessen dabei, dass die Rentenkasse in der Vergangenheit gut gefüllt war und von der Politik für zweifelhafte Ausgaben geplündert wurde. Völlig unangetastet sind bis heute die Pensionen und die Überversorgung der Politiker und politischen beamten. Sie möchten den Sozialstaat demontieren, der für viele Arbeitnehmer ein Auskommen auf niedriger Stufe gewährleistet. Die Politik sollte lieber versuchen, die Ursachen zu beitigen, die die Menschen in diese Lage bringt. Dies wird sie aber nicht tun, da sie damit gegen die interessen der industrie verstoßen würde. Denn immer billigere Arbeitskräfte sind nötig, um die Gier der Manager zu befriedigen. Die Differenz zum Existenzminimum zahlt dann der Staat. Hier liegen die Ursachen, die hohen Sozialausgaben sind nur die Auswirkung. Sie müssen das Unkraut mit der Wurzel ausreißen, nicht die Pflanzen, die unter dem Unkraut leiden.

  • 12.08.2010, 09:53 UhrAnonymer Benutzer: Realist

    Die entscheidende Frage wird nicht gestellt: Welche Verantwortung haben die Alten?

    ich will es sagen: Es ist indiskutabel, dass der bundeshaushalt zu einem Drittel direkt in die Rentenkasse eingezahlt wird. Es ist indiskutabel, dass die Alten eine System installiert haben, dass die Nichtberufstätigen fett entlohnt und zugleich ein Drittel des biP in Sozialtransfers zahlen lässt. Es ist undiskutabel, dass heute junge Leute gezwungen werden, in eine Pflegekasse einzuzahlen, die rein demographisch für das eigene Alter nicht funktionsfähig sein wird. Es ist indiskutabel, dass Alte als Kundschaft in Daimler-Autohäusern unter sich sind und die immer größer werdende Flotte der exklusiven Kreuzfahrtschiffe allein bevölkern und bezahlen können (allein am letzten Sontag lagen 5 luxeriöse Schiffsriesen, bevölkert von einem Heer an Rentnern, in Kiel. Vor 5 Jahren war da villeicht mal ein Schiff pro Monat). Es ist indiskutabel, dass Autoversicherungen zwar für Anfänger Prämien hoch legen dürfen, nicht aber für Alte (auch Alte verursachen sehr viel mehr Unfälle als der Durchschnitt). Es ist indiskutabel, dass der gut ausgebildete ingenieur weniger Netto hat, als die uralte Greisin an Witwenrente (weil deren Ehemann mal einen passablen Job bis 1965 hatte und seither permanent Rentenerhöhungen auch unsbhängig vom Reallohnentwicklung beschlossen wurden.) Es ist indiskutabel, dass sich die Alten eine gewaltiges Vermögen aus den Staatskassen aneigenten und die daraus resultierenden Staatsschulden den Jungen überlassen. Man könnte Hundert weitere beispiele nennen.

    Kurzfassung: Wir füttern einen ganz großen Teil der Alten unendlich fett, während wir der Jugend weder vernünftiges bildungsumfeld, noch Perspektiven in berufen bieten.
    Den Fachkräftemangen übrigens git es nicht. Seit über 40 Jahren wird in Wellen ständig davon geschwafelt, bald bekomme man keine Kräfte mehr. Ganz einfach ist es: Gefälligst vernünftig bezahlen und nicht gleich mehr als die Hälfte an den Staat (die Alten) abführen lassen. Dann kommen Kräfte, dann braucht man keine Green-Cards und derartigen blödsinn.

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