Juibläumsfeier
Sparkassen: Horst Köhlers Rede im Wortlaut

Bundespräsident Horst Köhler hat die gute Stimmung bei dem Festakt zum 200-jährigen Bestehen des deutschen Sparkassenlagers durchaus etwas gedämpft. Seine Worte waren offen und kritisch. Köhler hat die Sparkassen zu Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise aufgerufen. Sie hätten sich in der Krise insgesamt als ein stabilisierender Faktor erwiesen, sagte Köhler

Herzlichen Glückwunsch!

Rund 200 Jahre Sparkassen und 125 Jahre Deutscher Sparkassen- und Giroverband - das ist eine Geschichte, auf die Sie alle stolz sein dürfen. Es ist die Geschichte einer Idee. Sie lautet: Jeder und jede soll die Chance bekommen, sich etwas aufzubauen. Diese Idee hat ungezählte Menschen und unser Land als ganzes vorangebracht.

Die erste "Ersparungsclasse" haben Bürger von Hamburg gegründet, am Ende des 18. Jahrhunderts, damit auch arme Leute - an einem verlässlichen Ort - Ersparnisse bilden und ihr Fleiß und ihre Sparsamkeit Zinsen tragen konnten. Das half ihnen, für Krankheit und Alter vorzusorgen, und es war zugleich Ausdruck des Vertrauens in die Leistungskraft und in die wirtschaftliche Vernunft der "einfachen Stände".

Breiten Bevölkerungsschichten beim Aufbau einer finanziellen Vorsorge zu helfen und sie so zu ermutigen, sich Ziele zu setzen, das eigene Leben zu planen, an morgen und übermorgen zu denken - all das verstand man schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch als eine öffentliche Aufgabe. So entstanden die Sparkassen in kommunaler Trägerschaft. Noch heute haben die Sparkassen den wichtigen öffentlichen Auftrag, das Sparen zu fördern als Grundvoraussetzung für Investitionen, für Wohlstand und Innovation. Sie tragen diesen Auftrag ja sogar im Namen. Noch heute gehört es zum Selbstverständnis der Sparkassen, dass sie für jeden da sind. Jeder soll ein Konto haben - diesen Grundsatz haben die Sparkassen vorangetrieben, bevor sich alle deutschen Banken dazu verpflichtet haben. Die Sparkassen stehen für eine unschätzbare Tradition: Sie stehen für Werte, die heute so aktuell sind wie vor 200 Jahren.

Für diese Werte muss man aber jeden Tag arbeiten - und wie uns die aktuelle Krise deutlich macht, auch kämpfen. Diese Überzeugung hat mich übrigens 1993 selbst zum "Sparkässler" gemacht. Natürlich haben mich damals viele gefragt, warum ich als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ausgerechnet zum DSGV wechselte. Die Antwort ist einfach: weil ich von der Sparkassenidee überzeugt war. Das bin ich bis heute. Warum? Weil es dafür bleibend gute Gründe gibt:

Erstens: Den Sparsinn und die Vermögensbildung breiter Bevölkerungskreise zu fördern, das ist in dieser Krise, die in der nächsten Phase - wenn wir nicht aufpassen - auch noch eine Schuldenkrise werden kann, zugleich eine ganz besondere Zukunftsaufgabe. Sparen ermöglicht Stabilität und Nachhaltigkeit. Die Sparkassen leisten hier einen wichtigen Beitrag. Und was die Kinder am Weltspartag lernen, begleitet sie hoffentlich ein Leben lang.

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