Jung besucht Sarajevo
Erste Soldaten könnten Bosnien bald verlassen

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Rückkehr mehrerer hundert deutscher Soldaten aus Bosnien-Herzegowina in Aussicht gestellt.

HB SARAJEVO. Die Bundesregierung hat den Abzug von etwa 300 deutschen Soldaten aus Bosnien bis Mitte 2007 in Aussicht gestellt. Damit leitet die Europäische Union (EU) den Worten von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung zufolge einen stufenweisen Abzug aus dem Balkan-Land ein, in dem sie vor zwei Jahren ihren bislang größten Militäreinsatz begonnen hat. Deutschland übernahm am Dienstag erstmals das Kommando über die europäische Eufor-Truppe.

Die EU-Verteidigungsminister seien sich über einen Vier-Stufen-Plan für den Abzug einig, sagte Jung. Das Programm solle beim EU-Gipfel Mitte Dezember in Brüssel beschlossen werden. Als erste Stufe ist demnach der Abzug von etwa zwei Bataillonen der 6000 Soldaten starken Truppe im Mai oder Juni vorgesehen. Für das deutsche Kontingent von derzeit rund 900 Soldaten werde dies die Rückkehr von 300 Soldaten bedeuten.

Ein Datum für den Abschluss des Abzugs nannte Jung nicht. Dies sei erst denkbar, wenn die Sicherheitslage in Bosnien gefestigt sei „und nicht das gefährdet wird, was die internationale Gemeinschaft seit 1995 aufgebaut hat“, sagte er nach Gesprächen mit dem bosnischen Verteidigungsminister Nikola Radovanovic in Sarajevo. Radovanovic sagte, gegen Ende 2008 könne über einen Abschluss des EU-Einsatzes gesprochen werden.

Die Eufor sichert das Dayton-Abkommen ab, mit dem 1995 der Bosnien-Krieg beendet wurde. Sie übernahm den Auftrag im Dezember 2004 von der Nato. Die Vereinten Nationen (UN) haben für das kommende Jahr ein Ende ihres Protektorats für das Land angekündigt, das aus Jugoslawien hervorgegangen ist und noch immer mit großen Konflikten unter seinen Volksgruppen kämpft.

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