Junge Union fordert Rückzug Teufels
Intrigenvorwürfe belasten CDU in Baden-Württemberg

Die hitzige Debatte um die Nachfolge von Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Vorsitzende der CDU-Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber, musste gestern Berichte zurückweisen, die CDU- Landesgruppe habe sich in einer Abstimmung mit klarer Mehrheit gegen eine weitere Amtszeit von Teufel ausgesprochen.

HB BERLIN. „Ich bin sauer, da wird mit falschen Annahmen und falschen Aussagen gearbeitet. Eine Abstimmung hat es nie gegeben“, sagte Brunnhuber dem Handelsblatt. Der stellvertretende Landeschef Andreas Schockenhoff sprach von einer „Intrige gegen Teufel aus den eigenen Reihen“. „Einzelne wenden eine Zermürbungsstrategie an, um den Ministerpräsidenten weich zu kochen und den gemeinsam verabredeten Zeitplan zu unterlaufen“, sagte Schockenhoff. Dies sei ein Vertrauensbruch von ungeheuerlichem Ausmaß. Wer aus der Landesgruppe die „falschen Angaben“ nach außen weiter geleitet hatte, wollte Schockenhoff nicht sagen.

Die Nachfolgediskussion um den 65-jährigen Teufel, der seit 14 Jahren in Baden-Württemberg regiert, hat mittlerweile einen Scherbenhaufen angerichtet. Teufel hat wiederholt angekündigt, bis zum Jahresende seine Entscheidung bekannt zu geben, ob er bei der Landtagswahl 2006 erneut als Spitzenkandidat der CDU antreten werde. Am 12. Februar 2005 soll ein Landesparteitag entscheiden, wer die Südwest-CDU als Spitzenkandidat in die Landtagswahl führt. Interviews von Teufel schürten die Spekulationen, er würde weitermachen. Seitdem reißt die Diskussion über das Für und Wider einer solchen Entscheidung innerhalb der CDU nicht ab.

Aus der Deckung gewagt hat sich offiziell allerdings bislang nur die Junge Union, die seit längerem den Rückzug des Ministerpräsidenten fordert. Die Nachfolgekandidaten, Fraktionschef Günther Oettinger und Kultusministerin Annette Schavan, gaben bisher keinerlei Stellungnahme dazu ab. Offiziell gilt die Linie, die Volker Kauder, der Generalsekretär der Landes-CDU, vorgegeben hat. Ehe der zweite Durchgang der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl am kommenden Sonntag nicht um sei, gebe es keine Kommentare.

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