Es ist ein denkwürdiges Wochenende in der CSU: Während Horst Seehofer in Berlin per Zeitungsinterview kräftig schimpft, fordert der Parteinachwuchs einen „personellen Neuanfang“. Ein anderer nutzt den Moment voll aus.

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  • CSU-Streit: Schluss mit Rambo-Methoden und zurück zur politischen Vernunft!

    Es ist völlig unbestritten: Die CSU braucht, wie im Übrigen auch andere Parteien, eine Diskussion über ihre künftige Aufstellung. Und einiges mag darauf hindeuten, dass Seehofer trotz seiner glänzenden Leistungsbilanz nach der nächsten Landtagswahl nicht mehr als Ministerpräsident zur Verfügung stehen wird. Aber dass die Junge Union in Bayern Seehofer gerade jetzt derart massiv beschädigt, sprengt alles, was die politische Kultur bislang ausgemacht hat. Das zeugt weder von Mut noch von Rückgrat. Es ist einfach nur in höchstem Maße politisch unklug, dem bayerischen Verhandlungsführer in Berlin zuhause derart in den Rücken zu fallen. Respektlos, unanständig und schamlos gegenüber dem amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten ist das Ganze allemal. Steht hier persönliches Interesse über dem Interesse der Partei und des Landes?
    Schon heute ist viel politisches Porzellan zerschlagen. Spätestens jetzt sollten sich erfahrene und großes Vertrauen genießende Respektspersonen zu einem „Aufstand der Besonnenen“ in der CSU verbünden. Politiker wie etwa Manfred Weber, Joachim Herrmann oder Gerd Müller. Und wie wäre es, wenn die Ehrenvorsitzenden mit ihrer moralischen Autorität eine Lanze für einen würdevolleren Umgang miteinander brechen würden? Eines steht jedenfalls fest: Nur mit einer „konzertierten Aktion der politischen Vernunft“ kann auf dem Parteitag im Dezember ein Befreiungsschlag gelingen, der die CSU wieder nach vorne bringt. Andernfalls könnten nach dem Streit um die Führung ein Verlust an Einfluss in Berlin und ein Vertrauensverlust in Bayern drohen. Das wäre schlecht für die CSU, vor allem aber wäre es eine Katastrophe für unser Land!

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