Juso-Bundesvorsitzende
Bahr-Wechsel zur Allianz in Nähe von Korruption

Die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann rückt den Bahr-Wechsel zur Allianz in die Nähe von Korruption. Sie fordert sowohl Kanzlerin Merkel als auch SPD-Chef Gabriel auf, diese Wechsel gesetzlich zu regeln.
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BerlinDie Bundesvorsitzende der SPD-Jugendorganisation Jusos, Johanna Uekermann, hat den Wechsel von Ex-Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zur Allianz scharf kritisiert. "Ich finde alle jüngsten Beispiele von Seitenwechseln hochproblematisch. Wenn man es dem Einzelnen überlässt zu entscheiden und keine Standards definiert, öffnet man Korruption Tür und Tor", sagte Uekermann dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Zugleich ermahnte die Juso-Chefin Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel, endlich per Gesetz Bedingungen für solche beruflichen Seitenwechsel festzulegen. "Frau Merkel und Sigmar Gabriel sollten nochmal einen Blick in den Koalitionsvertrag werfen, da steht, dass man eine Regelung finden will, die jeden Anschein von Interessenkonflikten ausschließt", sagte die SPD-Politikerin.

Nach Angaben der Allianz wird Bahr von November an als Generalbevollmächtigter für die Allianz Private Krankenversicherung tätig sein, der für private Krankenversicherungen zuständigen Sparte des weltweit aktiven Konzerns. Später soll er in den Vorstand der Tochter berufen werden.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Juso-Bundesvorsitzende: Bahr-Wechsel zur Allianz in Nähe von Korruption "

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  • Wenn ich also verantwortlicher Politiker bin und innerhalb meiner Zuständigkeit verschiedene Interessen verschiedenster Interessengruppierungen handlen muss, lohnt es sich, die Wirtschaft zu bevorzugen. Und zwar so doll ich es verantworten kann. Denn, endet meine Politikerkarriere, wir haben bei der FDP gesehen wie unheimlich schnell das gehen kann, kann ich mich darauf verlassen, dass mir ein Unternehmen aus der Wirtschaft, zu dem ich vorher ganz besonders nett gewesen bin, einen wundervollen und üppigen Job anbietet.
    Da darf man allerdings nicht allein der FDP einen Vorwurf machen. Diese Superwechsel gibt es auch bei der CDU/CSU, der SPD, den Grünen und allen anderen in verantwortlicher Position. Das Problem ist, dass Politiker sich durch die Gesetze selbst kontrollieren müssen. Weshalb sollten sie sich einengen und Sanktionen aussetzen ?

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