Juso-Chefin zur Cannabis-Debatte
„Kauder würde ein Joint ganz gut tun“

Die Jusos springen den Grünen bei: Obwohl die Bundesregierung Cannabis nicht legalisieren will, lassen die Nachwuchspolitiker nicht locker – und empfehlen zwei CDU-Kollegen den Griff zum Gras. Das hätte viele Vorteile.
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BerlinDie Grünen bekommen mit ihren Forderungen nach einem Kurswechsel in der Cannabis-Politik Unterstützung von den Jusos, der Jugendorganisation der SPD. „Kiffen hat schon lange den Ruch des Verbotenen verloren, darüber regt sich schon lange niemand mehr auf. Das muss sich endlich auch in der Gesetzeslage wiederspiegeln. Statt Leute, die kiffen, weiter zu kriminalisieren, sollten wir Cannabis endlich legalisieren“, sagte die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann.

Sie freue sich, dass durch die Gesetzesinitiative der Grünen wieder Schwung in die Cannabis-Debatte komme. Die schwarz-rote Bundesregierung und die Unions-Fraktion lehnen die von den Grünen geforderte Legalisierung von Cannabis allerdings entschieden ab.

„Ich hoffe sehr, dass auch in der Großen Koalition eine ernsthafte Debatte über die Entkriminalisierung von Cannabis begonnen wird“, sagte Ueckermann weiter. Mit den „Verbotsfetischisten der Union“ werde das sicher nicht einfach werden. „Aber auch Kauder und Spahn würde ein Joint ab und zu mal ganz gut tun.“ Gemeint sind Unionsfraktionschef Volker Kauder und der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn.

Der Entwurf der Grünen für ein sogenanntes Cannabiskontrollgesetz wird an diesem Freitag in erster Lesung im Bundestag behandelt. Er sieht vor, dass Erwachsene künftig 30 Gramm Cannabis zum Eigenbedarf kaufen oder drei Cannabispflanzen anbauen und abernten können. Kindern und Jugendlichen wären Erwerb und Besitz vollständig verboten.

Spahn hatte bei der Debatte im Bundestag gesagt: „Der Gesetzentwurf der Grünen sendet das völlig falsche Signal. 30 Gramm Cannabis, das sind bis zu 120 Joints. Bei wem das der kurzfristige Eigenbedarf ist, der ist abhängig und braucht eher einen Arzt.“

Das sehen Grüne und die SPD-Nachwuchsorganisation naturgemäß anders. „Im Vergleich zu hochprozentigem Schnaps ist Cannabis eine relativ harmlose Droge“, sagte Uekermann. Sie schlägt vor, die Steuern, die man durch den Verkauf von Cannabis einnehmen würde, für die Suchtprävention zu verwenden.

Mit der Legalisierung, so glauben die Jusos, ließe sich das Problem mit den vielen Kleindealern lösen, die im Moment nebenher die harten Drogen verkaufen. „Von einem Verbot profitiert nur die organisierte Kriminalität“, schreibt Juso-Chefin Uekermann.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), sagte in Berlin, Cannabis sei schon für Erwachsene gefährlich. Bei Kindern habe die Droge nachweislich auch langfristig eine schädliche Wirkung auf das Gehirn. Wenn Cannabis nun für Erwachsene legal verfügbar sei, kämen auch Kinder und Jugendliche leichter an die Droge.

Parallel zu der Debatte um eine generelle Legalisierung von Cannabis gibt es auch in der Bundesregierung Überlegungen, die Droge als Schmerzmittel zuzulassen.

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  • Nur mal eine theoretische Überlegung:
    Wenn man Rauschgift legalisieren würde , bestünde da nicht die Hoffnung daß sich die Dummheit zumindest teilweise selbst ausrotten würde ?

    Aber der Staat hat nun mal eine Pflicht und eine Verantwortung gegenüber dem Bürger und dies beinhaltet auch eine Schutzfunktion! Und diese Schutzfunktion ist unerläßlich für eine zivilisierte Gesellschaft , aber eben hinderlich für Anarchie.

    Zu den Äußerungen von Johanna Uekermann würde ich sagen: Es ist ja gerade das Charakteristikum der Dummheit, daß dem Dummen selbst sein Zustand nicht bewußt ist. In jenem Moment nämlich, da ihm sein Zustand bewußt würde , wäre er nicht mehr dumm.

  • @ Heinz Keizer:
    Nö, die sind schon bei Chrystal Meth und Kokain angekommen. Nur die Grünen wollen noch Cannabis, aber bitte aus ökologischem Anbau. H. Özdemir ist ja schon in die Produktion gegangen.

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