Justizministerin setzt vorerst auf freiwillige Lösung
Zypries setzt auf Einsicht der Manager

Bundesjustizministerin Zypries erwartet, dass Manager ihre Gehälter freiwillig offen legen. Sollte das nicht geschehen, droht sie aber mit Ordnungsgeldern.

HB BERLIN. Die Bundesregierung will börsennotierte Unternehmen nicht stärker unter Druck setzen, die Gehälter ihrer Manager zu veröffentlichen. «Freiwillige Maßnahmen sind besser als gesetzliche», sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries dem Radiosender MDR-Info.

Zypries ist zuversichtlich, dass die öffentliche Debatte über Managergehälter zusätzlichen Druck auf die Unternehmen ausübe. Firmen wie Siemens, Allianz und Eon hätten bereits angekündigt, die Gehälter offen zu legen. «Ich bin mir sicher, dass andere folgen», sagte Zypries.

Die freiwillige Phase sei allerdings befristet. Anschließend würden die Unternehmen per Gesetz zur Offenlegung gezwungen. Zypries hatte schon zuvor mit einem Gesetz für Ende 2005 gedroht. Die Justizministerin kündigte Sanktionen an: «Da wird man im Zweifel mit Ordnungsgeldern arbeiten müssen.»

Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, kritisierte indes in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP die hohen Gehälter von Managern in Großunternehmen. Von solchen aberwitzig hohen Bezügen könne ein Mittelständler nur träumen. Außerdem hafte dieser in der Regel mit seinem persönlichen Besitz und müsse für einen Kredit bei seiner Hausbank «sozusagen die Hosen runterlassen».

Ohoven forderte eine stärkere Beteiligung der Arbeitnehmer im Mittelstand am Produktivkapital. Damit würde der soziale Frieden viel wirkungsvoller gefördert. Bisher nutzten weniger als drei Prozent der Unternehmen diese Möglichkeit.

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