Kabinetts-Beschluss Alte Heizungen müssen ausgetauscht werden

Der Wärmesektor ist der schlafende Riese der Energiewende, heißt es - denn bisher dreht sich fast alles um Strom. Nun soll eine Pflicht für das Einmotten alter Heizungen helfen, den CO2-Ausstoß zu mindern.
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Vor 1985 eingebaute Heizungen müssen bis 2015 ausgetauscht werden. Quelle: dpa

Vor 1985 eingebaute Heizungen müssen bis 2015 ausgetauscht werden.

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BerlinDas Bundeskabinett hat schärfere Vorgaben für Hausbauer und eine Austauschpflicht für 30 Jahre alte Gas- und Ölheizungen beschlossen. Vor 1985 eingebaute Heizungen müssen gemäß der am Mittwoch - mit Änderungen des Bundesrates - beschlossenen neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) bis 2015 ausgetauscht werden. Bisher galt diese Pflicht nur für vor 1978 eingebaute Heizkessel.

Allerdings gibt es mehrere Ausnahmen: Nicht betroffen sollen Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel mit einem besonders hohen Wirkungsgrad sein. Erfasst würden vorerst nur sogenannte Konstanttemperaturheizkessel, betonte das Bauministerium. Auch Hauseigentümer, die seit Februar 2002 in Häusern mit 30 Jahre alten Heizungen wohnen, sind von der neuen Austauschpflicht ihrer Anlagen ausgenommen. Voraussichtlich werden die Änderungen ab dem 1. Mai 2014 wirksam.

Umweltschützern geht die neue EnEV nicht weit genug. Sie setze weiter zu wenig Impulse, im Wärmebereich Energie einzusparen und den klimaschädlichen Kohlendioxidausstoß zu mindern. Allerdings soll gemäß der Neuregelung ab 2016 der Primärenergiebedarf bei Neubauten um durchschnittlich 25 Prozent und der Wärmebedarf durch eine bessere Gebäudedämmung um durchschnittlich 20 Prozent gesenkt werden.

Zudem soll auf Energieausweisen die Energieeffizienzklasse vermerkt werden, um bei Verkauf und Vermietung transparent über den zu erwartenden Energieverbrauch zu informieren. Bauminister Peter Ramsauer (CSU) betonte, die Novellierung sei notwendig, um die neu gefasste EU-Gebäuderichtlinie umzusetzen. „Für das Heizen, Kühlen und die Warmwasserbereitung in Gebäuden verbrauchen wir in Deutschland noch immer rund 35 Prozent der Endenergie.“ Um den Energieverbrauch zu reduzieren, könnten neue Gebäude einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Erneuerbare-Energien-Branche kritisierte den Beschluss, wegen der Ausnahmen würde nur eine kleine Anzahl alter Heizsysteme erfasst. „Statt die Energiewende im Wärmesektor endlich einzuleiten, werden die Deutschen weiterhin große Teile ihres Einkommens verheizen“, meinte Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft.

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21 Kommentare zu "Kabinetts-Beschluss: Alte Heizungen müssen ausgetauscht werden"

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  • "Margrit ist doch selbst aus dem Osten."
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    Mag sein, ich weiß es nicht. Aber macht das ihr Argument automatisch falsch?
    Diese Heizungsverordnung ist mal wieder ein schlechter Witz zulasten des Bürgers, wie alles, was Merkel je zuwege gebracht hat.
    Die Amis sagen "Starve the beast!". Diese Maxime ist hier überfällig. Die ständige Einmischung des Staates in Dinge, die ihn nichts angehen, wird allmählich unerträglich: DDR 2.0, wie manche sagen!

  • @ oldie

    Sie haben recht, das rechnet sich nie, selbst wenn man man Geld dafür hat. Ich habe kein Verständnis dafür, wenn gut funktionierende Anlagen verschrottet werden sollen, nur weil sie nicht zur heiligen Ökoreligion passen! Das muß jeder selber entscheiden. Jeder kann auch selber berechnen, ob sich so eine Investionen für ihn auch rechnet. Dazu braucht es keine Kanzlerin aus der Ostzone. Das Argument, die Bürger würden sonst viel zu viel für's heizen bezahlen, ist einfach nur scheinheilig. Kostentreiber ist wieder einmal der Staat, der sich in unverschämter Weise in private Belange einmischt.

  • Margrit ist doch selbst aus dem Osten.

  • Margit hat völlig recht! Merkel ist in der Ostzone geprägtworden und das merkt man immer wieder an ihren planwirtschaftlichen Ansätzen, die nur Chaos verursachen und kontraproduktiv sind.

  • Zuerst brauchen wir ein Heizungsamt, das könnte sich nebenamtlich um Ihr Methan-Problem kümmern.

  • Maggie, keiner will Sie hier.

  • Die Merkel kann es halt nicht lassen. Sie ist wie die Grünen, Gängeln, befehlen, verordnen.
    Und diese neue Richtlinie treibt mal wieder die Mieten nach oben.
    Aber so weit denkt sie nicht
    Eigenverantwortung wurde völlig abgeschafft.
    Bei uns hat der Hauswirt eine neue Heizung eingebaut, nachdem die alte ein paar Mal gemuckt hat und kurz vor der völligen Aufgabe war.

  • CO² muß gesenkt werden, damit unsere Politiker die Preise beim Strom um 100% erhöhen können.

  • Weit über 90% des weltweit erzeugten CO2 entsteht in der Natur durch natürliche Zerfllsvorgänge. Von den restlichen 10% die weltweit durch Verbrennung -z.B. in Kohle/Braunkohle/Gas-Kraftwerken- entstehen, entfällt welcher Anteil auf Deutschland?
    Und weil wir das einzige Land sind was diesen Mini-, Mikro- oder Nano-Anteil an CO2-Ereugung etwas zurückfahren will, muß, kann ... soll sich das Wetter nach Dekaden oder Jahrhunderten weniger erwärmen oder abkühlen ?

    Das alles ist doch sehr unbestimmt. Nur die Grünen wissen es mit einer beängstigenden Sicherheit. Und die machthabenden Politiker richten sich danach. Zu soviel effektiver Einflußnahme auf die Politik kann man den Umweltlern nur gratulieren.

  • Und da sage jemand, Spenden seien keine Bestechung! Die Automobilindustrie sowie die Sanitär- und Heizungsbranche kennen sich da gut aus. Pflichtinvestitionen für Bürger ohne Geld können niemals rechtens sein! Die Gerichte werden entscheiden. Gut, dass dieser letzte Akt der FDP zuende ist! Ich möchte diese Partei niemals mehr sehen!

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