Kabinettsbeschluss
Höhere Sozialbeiträge für Gutverdienende

Wer gut verdient, muss im kommenden Jahr höhere Sozialbeiträge bezahlen. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen. Experten rechnen mit einer Mehrbelastung bis zu 251 Euro pro Jahr.
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BerlinGut verdienende Arbeitnehmer müssen im kommenden Jahr teils deutlich höhere Sozialbeiträge zahlen. Das schwarz-gelbe Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin in seiner letzten regulären Sitzung eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Renten-, Kranken- und Pflege- und Unfallversicherung. Die Werte legen fest, bis zu welcher Höhe des Einkommens Beiträge an die Sozialkassen abgeführt werden müssen. Auf Beschäftigte mit einem Bruttoverdienst von 3937 Euro und mehr kommen dadurch höhere Lasten zu.

Die Anpassung ist von der Lohnentwicklung im vorangegangenen Jahr abhängig und wird jedes Jahr nach einem gesetzlich festgelegten Mechanismus neu festgelegt.

Die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sollen in Westdeutschland künftig bis zu einem monatlichen Bruttoeinkommen von 5950 Euro erhoben werden, was 150 Euro mehr als bisher sind. In Ostdeutschland steigt die Bemessungsgrenze um 100 Euro auf 5000 Euro.

In der Kranken- und Pflegeversicherung müssen künftig bis zu einem Bruttoeinkommen von 4050 Euro Beiträge entrichtet werden, was 112,50 Euro mehr sind.

Um von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln zu können, muss ein Arbeitnehmer künftig 53.550 Euro pro Jahr verdienen - 1350 Euro mehr als bisher. Das Kabinett beschloss, die sogenannte Versicherungspflichtgrenze entsprechend anzuheben.

Nach Reuters vorliegenden Berechnungen des Experten für Steuerwirkungslehre an der Freien Universität Berlin, Frank Hechtner, liegt die maximale Zusatzbelastung durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen bei 251,16 Euro pro Jahr. Dabei handelt es sich um einen kinderlosen Arbeitnehmer im Westen mit 6000 Euro brutto pro Monat in Steuerklasse III. In Steuerklasse I sind es für ihn 228,12 Euro mehr. Bei zwei Kindern und 6000 Euro brutto beträgt die Zusatzbelastung 248 Euro (Klasse III) oder 225,60 Euro (Klasse I). Bei einem Verdient von 4000 Euro liegt die Mehrbelastung in 2014 zwischen 42,84 Euro (zwei Kinder, Klasse I) und 52 Euro (keine Kinder, Klasse III).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Weil die Mehrheit der wählenden Bürger Deutschlands immer wieder einer zu großen Anzahl von Anhängern der Superreichen-Ideologie die gesetz- und führungsgebende Gewalt anvertraut hat.

    Und weil diese Parlamentarier selber ungern die Sozialsteuern zahlen und sich durch Bemessungsgrenzen davor bewahren können.

    Und weil diese Parlamentarier - wie die allermeisten Bürger - die Steuern, die sie zahlen oder zahlen müßten, für sich selber für ungerecht halten. Wobei dieses Gefühl zu oft stärker ist als das Wissen (falls vorhanden) um die Wirkung von Steuern.

  • Der Artikel ist im typischen Sprachgebrauch der Superreichen-Ideologie abgefaßt:

    Sozialbeiträge statt Sozialsteuern.
    Die wie selbstverständlich nur auf die Einkommensart Arbeitsentgelte erhoben werden, und zwar nur auf kleine.

    Arbeitnehmer statt Arbeitplatznehmer.

    „... Beitragsbemessungsgrenzen für die Renten-, Kranken- und Pflege- und Unfallversicherung. ...“? Der Ausdruck Versicherung soll hier Beiträge nach Risikohöhe suggerieren. Es handelt sich aber um Absicherung und Schutz. Etwas was eine hochentwickelte Gesellschaft jedem seiner Bürger bieten sollte. Wobei Rente und Schutz vor plötzlichem Einkommensausfall sich sinnvollerweise nach den gezahlten Sozialsteuern bemessen.
    „Unfallversicherung“?
    Die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung zahlt doch wohl ausschließlich das Unternehmen.

    „Um von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln zu können …„ bedeutet nichts anderes als: von Sozialsteuern befreit werden zu können.

    Ich meine, Sozialsteuern sollten auf alle Einkommensarten erhoben werden, und die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen gehören abgeschafft.
    Die in Gesetzen vorgeschriebene Teilung Deutschlands in Ost und West sollte endlich beendet sein.

  • Besserverdiener ab 4000 Euro Brutto???? 4000 Euro brutto als Alleinverdiener als Besserverdiener zu bezeichnen ist weit weg der Realität. Aber das sind sie ja alle im Bundeskabinett. Das deutsche Volk ausbeuten bis zum geht nicht mehr und den anderen Ländern die Gelder verschenken!!

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