Kabinettsbeschluss Verbraucher sollen für Offshore-Parks zahlen

Der Ausbau von Offshore-Windparks gilt als zentraler Punkt der Energiewende. Dafür sollen die Verbraucher ab 2013 rund 750 Millionen Euro über einen Aufschlag auf den Strompreis zur Kasse gebeten werden.
Update: 29.08.2012 - 11:02 Uhr 44 Kommentare
Offshore-Wundparks sind ein zentraler Bestandteil der Energiewende – aber teuer. Quelle: dpa

Offshore-Wundparks sind ein zentraler Bestandteil der Energiewende – aber teuer.

(Foto: dpa)

Berlin
Die Verbraucher sollen sich an den Zusatzkosten bei Anschlussproblemen von Windparks in Nord- und Ostsee beteiligen. Das beschloss das Kabinett am Mittwoch in Berlin. Demnach sollen die Bürger Schadenersatzzahlungen für Probleme bei der Netzanbindung über den Strompreis mittragen. Nachdem Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) den Gesetzentwurf zunächst blockiert hatte, waren die Belastungen etwas abgemildert worden. Die Umlage soll nach drei Jahren neu festgelegt werden.

Sie sollen auf 0,25 Cent je Kilowattstunde gedeckelt werden, so dass sie für einen Durchschnittshaushalt nicht mehr als neun Euro pro Jahr betragen können, insgesamt sind das rund 750 Millionen Euro. Zudem sollen die Lasten gleichmäßiger auf private und gewerbliche Stromverbraucher abgewälzt werden. Bis zu einem Jahresverbrauch von einer Million Kilowattstunden muss die volle Haftungsumlage gezahlt werden, erst bei einem höheren Verbrauch sind nur 0,05 Cent je Kilowattstunde zu zahlen.

Außerdem werden Übertragungsnetzbetreiber stärker in Mithaftung genommen, sie müssen sich bei fahrlässigem Verhalten mit bis zu 100 Millionen Euro jährlich an Schadenersatzzahlungen beteiligen. Zudem sollen alle Schadensfälle und die Kostenverteilung öffentlich gemacht werden, um für entsprechende Transparenz zu sorgen.

Bis 2020 sollen Windanlagen mit einer Leistung von bis zu 10 000 Megawatt in Nord- und Ostsee installiert werden, doch das Ziel ist kaum noch zu halten. Dem niederländischen Netzbetreiber Tennet fehlen bis zu 15 Milliarden Euro für den Anschluss von Windparks.

Die Regierung will mit der Gesetzesnovelle von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Peter Altmaier (CDU) für mehr Planungssicherheit für Investoren und eine Beschleunigung des bisher schleppenden Netzanschlusses sorgen. Beide betonten, dass die Belastungen für die Verbraucher so gering wie möglich gehalten werden sollen und die Umlage im besten Fall gar nicht erhoben werden müsse.

Riesen-Projekt Offshore-Trafos

Aigner erklärte: „Die Gesetzesnovelle ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung der Energiewende und dem Ausbau der erneuerbaren Energien“. Die Risikoverteilung sei zugunsten der Verbraucher verändert worden, Netzbetreiber würden stärker als ursprünglich vorgesehen in Haftung genommen. Verbraucherschützer kritisieren aber, dass die Risiken bei dem Offshore-Ausbau auf die Bürger abgewälzt werden.

BDI warnt vor zu hohen Belastungen
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44 Kommentare zu "Kabinettsbeschluss: Verbraucher sollen für Offshore-Windenergie zahlen"

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  • So viel zum Thema Halbwissen !!!
    Aber wo bezahlt man einem Bäcker einen Ofen im Vorraus , damit er uns irgenwann mal Brötchen verkaufen kann ??? Egal wie man das Kind jetzt nennt EEG Umlag - KWK Umlage - Umlage nach Paragraph 19 NEV - Offshore Haftung -Tatsache ist doch das man etwas bezahlt was es noch nicht gibt . Und die Manager bekommen wieder Millionen .
    Oder muß ich dann keinen Strom mehr bezahlen wenn alle Anlagen gebaut wurden ??? Bis zu

  • Frau Professor Höhler beschreibt in ihrem Buch "die Patin" ausführlich die Zusammenhänge in der (mafiösen) Energiewirtschaft.Dass die Umfragewerte für die CDU plötzlich
    um 2% ansteigen, für wie blöde halten uns die Meinungsforschungsinstute. Dahinter ist" das System M" zu
    erkennen. Wer den Auftrag gibt möchte auch gute Ergebnisse
    geliefert bekommen. Geschickt werden vor neuen Erhöhungen
    Verbraucher befragt, um uns zu suggerieren,dass das Alles
    belanglos ist. Viele reden übers Höhlers Buch, aber die
    Meisten haben es nicht gelesen wie wir vom System M in den
    Abgrund geführt werden. Übrigens ein tolles und spannendes
    Buch das man auch für die freie Wirtschaft umsetzen kann.
    Wie beseitige ich meinen Umfeld Mitarbeiter um Chef/ in zu werden.
    Träumt weiter von unserer Bundeskanzlerin, ihr werdet schon noch sehen wo ihr landet.( in der Go. .e)
    MfG
    Walter Schmid

  • Dann erklären Sie mir mal bitte warum die 2 Firmen sich in irgendeiner Art anstrengen sollten damit diese Umlage nicht von uns bezahlt wird. Wenn ich für nothing Geld bekomme freue ich mich doch auch.

  • Und wenn ein Schiff seinen Anker da 5mal reinhaut, warum sollte ich das bezahlen, wozu gibt es Versicherungen?

  • Ökostrom - nein Danke!!!

  • @Es_laeuft_falsch

    Also zunächst gehören nicht unbedingt die Windparks auch den Energieversorgern. Sie bauen aufgrund ihrer Unternehmensausrichtung wollen sie natürlich Energie erzeugen.

    Das Problem ist, dass es nicht um das unternehmerische Risiko des Netzbetreibers geht. Er ist verpflichtet den Offshore Windpark anzuschließen und dafür hat er nicht viel Zeit. Wenn z.B. ein Zulieferer (Kabel) zu langsam ist, dann haftet dafür der Netzbetreiber. Auch wenn die Netzbetreiber diese Risiken sehen und unter normalen Bedingungen aufgrund des Risikos auf einen Anschluss verzichten wollten, dürfen sie dies nicht.

    Die EEG-Umlage deckt keinen Netzausbau. Diese ist für die Subvention der Erneuerbaren Energien (Differenz zwischen garantierten Abnahmepreisen der Ökostromproduzenten und dem erzielten Börsenpreis).

    Wie Sie jetzt auf E.ON und RWE kommen ist mir schleierhaft. Diese haben hier grundsätzlich nichts zu tun. Es betrifft die Netzbetreiber (50Hertz und TenneT) die einen Offshore-Zugang haben, also Zugang zum Meer.

    Die Offshore-Umlage soll eine Risikovorsorge sein, muss aber nicht kommen.

  • @sgk_10

    Sie verstehen es scheinbar nicht. Die 0,25 Cent/KWh sind eine Risikovorsorge für die Netzbetreiber bzw. dient dazu Investoren überhaupt zu überzeugen.

    Heute ist es so, dass der Netzbetreiber für verspätete Offshore-Anschlüsse und Ausfallzeiten durch Beschädigung des Seekabels voll haftet, auch wenn er es nicht zu verschulden hat. Hier einige Beispiele für Sie zum Verstehen:

    Wenn der Kabellieferant zu langsam ist, dann haftet der Netzbetreiber.

    Wenn ein Schiff einen Anker in das Kabel hackt und dieses beschädigt, dann haftet der Netzbetreiber.

    Die Gewinne der Energieversorger hat hierbei nichts zu tun. Die Netzbetreiber sind seit Jahren vollständig staatlich reguliert. Da fließen keine Mrd.-Gewinne.

    Also bevor man gefährliches Halbwissen raus schreit, sollte man erst einmal nachdenken und versuchen etwas zu verstehen. So schwer ist es nicht.

  • Der Verbraucher zahlt im Prinzip alles. Auch die Investitionen von Apple werden vom Verbraucher bezahlt. Auch zahlt der Bürger für ÖPNV und Friseur, dennoch gehört ihm nicht die Busflotte oder der Friseurladen. Wie qualifiziert doch so manche Bemerkung ist.

  • Das "Gequatsche" ist bei Politikern, Medien und Verbrauchern (Steurzahlern) gleich groß!
    Jeder will (für sich) das Beste und jeder hat (für sich) die Weisheit mit dem Löffel gefressen!

  • zu 1.) Also lesen hilft ungemein. Es stehen 0,25 Cent je KWh.
    zu 2.) Es gibt nicht nur Haushalte die Strom verbrauchen, sondern auch Unternehmen. Diese zahlen auch. Also lieber ersteinmal nachdenken, bevor man schreibt.

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