"Kalif von Köln" war zu keinem Zeitpunkt bedürftig
Stadt Köln darf Sozialhilfe von Kaplan zurückfordern

Die Stadt Köln darf nach einem Gerichtsurteil rund 170.000 Euro Sozialhilfe von dem Islamisten Metin Kaplan und dessen Familie zurückfordern. Zur Urteilsbegründung hieß es, die Familie sei zu keinem Zeitpunkt bedürftig gewesen

HB DÜSSELDORF. Kaplan, seine Ehefrau und seine Kinder seien für ihren Lebensunterhalt nicht auf Sozialhilfe angewiesen gewesen, entschied das Verwaltungsgericht Köln am Dienstag. Kaplan habe auch für private Zwecke auf Gelder seiner Organisation Kalifatstaat zurückgreifen können, hieß es zur Begründung.

Kaplan hatte dagegen argumentiert, Gelder der Organisation hätten nicht ihm privat gehört. (AZ: 5 K 4483/02) Bei Durchsuchungen von Räumen des Kalifatstaats hatte die Polizei 1998 unter anderem Bargeld im Wert von einer Million Euro entdeckt. Teile des Geldes hätten sich in einer Kaplan privat zur Verfügung stehenden Wohnung gefunden. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Der als „Kalif von Köln“ bekannt gewordene Kaplan war im Oktober nach mehreren vergeblichen Versuchen in einer Blitzaktion aus Deutschland in die Türkei abgeschoben worden. Dort wurde er wegen Hochverrats angeklagt. Kaplan war im Jahr 2000 in Deutschland zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er zur Ermordung eines religiösen Rivalen aufgerufen hatte, der später getötet wurde. Mitglieder der Kaplan-Familie leben noch in Deutschland.

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