„Kameradenschweine“-Vorwurf
Beck-Nörgler massiv unter Beschuss

Nach seinem Machtwort erhält SPD-Chef Beck reichlich Rückendeckung. Nach den Partei-Linken schlagen sich auch immer mehr prominente SPDler auf seine Seite. Bundestagsfraktionschef Peter Struck lobte die „ausgezeichnetet Arbeit“ von Beck. Aus dem konservativen Seeheimer Kreis kamen Worte, die wiederum für Empörung bei den Beck-Kritikern sorgen dürften.

HB BERLIN. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat nach seiner massiven Kritik an internen Querschüssen Unterstützung von prominenten Sozialdemokraten bekommen. Der Chef der Bundestagsfraktion, Peter Struck, mahnte die SPD am Rande einer Parteikonferenz in Saarbrücken zu mehr Zusammenhalt. Beck habe „zurecht darauf hingewiesen, dass es auf Geschlossenheit in der SPD ankommt“. Auch die SPD-Linke Andrea Nahles und mehrere Sozialdemokraten aus den Ländern begrüßten die deutlichen Worte des Parteichefs.

Beck hatte am Montag zunächst in einer Sitzung des SPD-Parteirats versucht, mit einem Machtwort die anhaltende Kritik an seinem Führungsstil zu stoppen. In den ARD-„Tagesthemen“ fügte er dann am Abend hinzu, er werde nicht zulassen, dass seine Arbeit durch „Zwischenrufe von hinten“ immer wieder gestört werde. „Es gibt einige Leute in der dritten und vierten Reihe, die hinter Büschen sitzen und mehr oder weniger Intelligentes erzählen, auf jeden Fall Unverantwortliches.“ Namentlich nannte er seine Kritiker nicht.

In dem Interview ging Beck auch auf die Umfragen ein, die die SPD weit hinter der Union und ihn selbst weit hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sehen. „Diese Umfragen werden sich auch wieder ändern“, sagte Beck. „Das habe ich allzu oft in meinem politischen Leben erlebt.“ Zu den Spekulationen über den nächsten SPD- Kanzlerkandidaten sagte der Parteichef, dazu werde er erst „Ende 2008/Anfang 2009“ einen Vorschlag machen. „So wird es sein, nicht anders.“

Nach Informationen der „Berliner Zeitung“setzte sich Beck im Parteirat gegen seine Kritiker sogar mit den Worten zur Wehr: „So einen Scheiß lasse ich mir nicht mehr bieten.“

Struck machte am Rande eines Treffens mit SPD-Fraktionschefs aus den Bundesländern eine „zweite oder dritte Reihe von Kolleginnen und Kollegen in meiner Partei“ für die Kritik an Beck verantwortlich. Dort gebe es einige, „die nach wie vor den alten Zeiten nachtrauern, insbesondere die Agenda 2010 wieder rückgängig machen wollen“. Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas erklärte zu Becks Ordnungsruf: „Wo er recht hat, hat er recht.“ Es gebe „tatsächlich einige Leute, die dummes Zeug geredet haben“. „Es war an der Zeit, dass die mal einen Anpfiff bekommen haben, denn so konnte es nicht weitergehen.“

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