Kampagne für Europa
Joschka Fischer blamiert Guido Westerwelle

Joschka Fischer (Grüne) hat Außenminister Westerwelle (FDP) eine klare Absage erteilt: Er stehe für „Guidolein“ nicht zur Verfügung, sagte Fischer. Das Auswärtige Amt habe die an sich begrüßenswerte Kampagne gekapert.
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BerlinEine geplante proeuropäische Kampagne unter dem Motto „Ich will Europa" mit Prominenten als Botschaftern und Bundespräsident Joachim Gauck als Schirmherr droht zur Posse zu werden. Ex-Außenminister Joschka Fischer sagte seine Teilnahme am Donnerstag kurzerhand wieder ab, wie es in Medienberichten hieß. Fischer sollte eigentlich zusammen mit Amtsinhaber Guido Westerwelle (FDP) und drei weiteren Ex-Außenministern für die Kampagne fotografiert werden. Neben den Politikern sollen auch Sportler und Unternehmer mitmachen.

Die Kampagne wird durch ein Netzwerk von elf Stiftungen getragen, wie die Sprecherin der Robert-Bosch-Stiftung, Julia Rommel, auf dapd-Anfrage erklärte. Allen voran stehen die Stiftung Mercator und die Robert-Bosch-Stiftung, beide zählen zu den größten Stiftungen in Deutschland.

Fischer sagte der „Süddeutschen Zeitung" laut Vorabbericht, er habe „mit allergrößter Verwunderung" Medienberichte gelesen, die zeigten, dass die „ursprünglich begrüßenswerte Initiative von Stiftungen vom Ministerbüro des Auswärtigen Amtes gekapert" worden sei. „Das, was ich heute lese, hat mit dem was ich zugesagt habe, nichts mehr zu tun." Er sei deshalb „draußen aus dieser Initiative". Ursprünglich sei es „um eine Kampagne für Europa gegangen, jetzt soll es eine Kampagne für Guido Westerwelle werden".

Ein Mitarbeiter Fischers sagte der „Bild"-Zeitung, der Ex-Minister werde „nicht an dem Termin teilnehmen". Fischer sei „zu einer völlig anderen Veranstaltung eingeladen" gewesen. „Hier wurde eine wichtige Initiative mit dem guten Namen von Bosch und Mercator gekapert. Für so eine Aktion von 'Guidolein' steht Joschka Fischer nicht zur Verfügung."

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Kampagne wird zur Posse

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  • Ja haltet noch viele lustige Schaufensterreden, sülzt das Volk voll und druckt weiterhin viele lustige bunte Flyer.

    Wer glaubt mit solchen billigen Propaganda Methoden das perpetuierte Brechen von Verträgen und die fortgesetzte Stehlen von Souveränität der Nationen weiswaschen zu können, der irrt gewaltig.

    Die EU und ihre Natur des vorwärts immer, rückwärts nimmer ist durchschaut. Leider haben nicht die Liberalen sondern die Sozialisten die Oberhand in der EU gewonnen. Eine sozialistische Räterepublik brauchen wir nicht, nein zur EUSSR.

  • Die Aussenminister-Posse und auch Hartz4-Kanzler Schröders Verantwortungsverdrängung beweisen nur wie weit enthoben von der Realität die sogenannten "Eliten" mittlerweile sind. Erinnert ein bisschen an das Politbüro vor dem Ende der DDR.

    In völliger Verkennung der realität tun sie so, als ob alle Euro-Kritiker Gegner einer vernünftigen und funktionierenden Kooperation in Europa wären und glauben es in ihrer Selbstgerechtigkeit wahrscheinlich auch noch.

    Ich zumindest habe mit Europa an sich keine Probleme, finde es nur unzumutbar, dass meine Altersversorge in ökonomisch unsinnigen und kontraproduktiven Eurorettungen verbrannt wird. Ein Europa aber das mich im Alter an den Bettelstab bringen wird -in Griechenland kann man ja die Folgen jahrelanger Ignoranz wirtschaftlicher Grundgesetze bewundern- werde ich naturgemäß bekämpfen. Wenn sich die "Eliten" also statt um Imagekampagnen mal erden und wieder um die Lösung der realen Probleme kümmern würden, gäbe es auch kein Problem mit Europa.

  • @mondahu
    sehr reales und gutes Statement.
    Europa braucht den Euro unter den gegebenen Voraussetzungen
    nicht. Die Einführung war ein kapitaler Fehler.

    Das Volk wurde betrogen und abgezockt und ein paar Kasten
    haben sich schamlos die Taschen gefüllt.
    DER ECU war und ist die die einzige, für lange Zeit machbare, gemeinsame Währungseinheit.
    Also zurück zu den nationalen Währungen. Wer seine Schulden
    nicht bezahlen kann, muss schlimmsten Falls Insolvenz
    beantragen. Die jetztzige Situation vernichtet die wenigen
    "gesunden" Volkswirtschaften und vernichtet die Zukunft
    von Generationen.
    Herr Fischer und Herr Westerwelle sollten für die Europa-
    werbung nicht herangezogen werden. Beide sind hierfür
    völlig ungeeignet.

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