Kampagne gegen Vermögensabgabe
Verband forciert Kampf gegen rot-grüne Steuerpläne

Auch wenn SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zuletzt versucht hat, die Wogen zu glätten, glauben ihm die Familienunternehmer kein Wort. Mit einer weiteren Kampagne warnen sie sie vor den rot-grünen Steuerplänen.
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BerlinDer Familienunternehmer-Verband macht mit bundesweiten Aktionen massiv Front gegen die Steuerpolitik von SPD, Grünen und Linken. „Unser Verband wurde von vielen Mitgliedern in den letzten Wochen aufgefordert, sich aktiv gegen die Steuererhöhungspolitik zu wehren“, sagte Verbandspräsident Lutz Goebel Handelsblatt Online. „Jetzt in der heißen Phase des Wahlkampfes reagieren wir mit Web-Videos, Anzeigen und weiteren Aktionen bundesweit.“    

Wie Goebel sagte, befürchten die Unternehmer, dass ihre Betriebe durch die „extremen“ Steuererhöhungspläne von SPD, Grünen und Linken „schwer geschädigt“ werden. „Sechs Steuern sollen auf einen Schlag erhöht werden. Darunter sind die Vermögensteuer und Vermögensabgabe die schädlichsten“, sagte Goebel. Ein oder anderthalb Prozent Belastung pro Jahr kämen zwar „mickrig“ daher, aber am Ende müssten die Betriebe eine Mehrbelastung von 20 bis 35 Prozent vom Jahresgewinn dafür bewältigen.

In ihrem eigens für die Kampagne produzierten Video fragen die Familienunternehmer, wo die Erlöse einer Besteuerung von Vermögen besser aufgehoben seien: bei den Familienunternehmen fließe das Geld in Zukunftstechnologien, beim Staat in kostspielige Politikprojekte. „Hier schafft es konkurrenzfähige Produkte, dort überteuerte Prestigevorhaben.“ Die Firmen förderten zudem regionale Vereine und Kultureinrichtungen, der Staat dagegen die europäische Schuldenpolitik. „Hier schafft es neue Arbeitsplätze, dort neue Bürokratie.“

Goebel hält vor diesem Hintergrund und angesichts von Rekordsteuereinnahmen Steuererhöhungen für „völlig unnötig“. Die Steuererhöhungen, insbesondere die Vermögensteuer, seien in die Programme der drei Parteien aufgenommen worden, um eine „Arm-Reich-Kampagne“ loszutreten, kritisierte er. „Wir Familienunternehmer haben aber unser Vermögen in unseren Betrieben. Damit ermöglichen wir 60 Prozent der Arbeitsplätze und 80 Prozent der Ausbildungsplätze in diesem Land.“ Wer die Vermögensteuer daher fordere, habe die volkswirtschaftlichen Folgen nicht bedacht. „Ein Teil der SPD hat das inzwischen verstanden“, fügte Goebel hinzu. Dennoch eiere die Partei bei diesem Thema immer noch herum.

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Die rot-grünen Pläne

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Linke planen noch radikaler

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  • Bravo Blub,
    in Deutschland haben wir den Zustand, dass jeder nur denkt hoffentlich reicht es für mich, wenn es mir gut geht ist es doch egal ob mein Nachbar für gute Arbeit nur 5€ die Stunde erhält.
    Deshalb die Politikverdrossenheit.
    Genau so sieht es aus bei den Rentnern. Der deutsche Rentner der 35 bis 45 Jahre gearbeit hat, kommt sich vor wie ein Bittsteller.
    Da werden im Westen die Renten um 0,25% erhöht, das Renteneitrittsalter immer mehr erhöht. Die Kehrseite dazu ist, dass die, die für die jetzigen Zustände verantwortlich sind, überhaupt nichts zur Wiedergutmachung beitragen, und immer mehr Geld nachgeworfen bekommen. Da muss der Staat vielmehr regulieren. Lässt man den Banken und den Neureichen immer mehr Freiheiten, sind wir bald alle deren Sklaven. Warum nimmt denn die Armut immer mehr zu.
    Mit der jetzigen Regierung wird das nichts.

  • @Wolfsfreund

    betreffend dieser Nichtanwesenheit, gebe ich Ihnen Recht, das fällt auch mir auf, aber eher bei der "ökologischen" Fraktion. Jedoch ist dies kein Problem der Ideologie, sondern eher eins der Bildung und des Fleißes. Ich gehe auch kaum in VL, da ich meine Zeit besser nutzen kann (freiheitliche Effizienzeinschätzung - rein marktrational ;-) ), schreibe trotzdem Einser und Zweier, da ich es in Heimarbeit nachhole. Ihre Betrachtung der Anwesenheit - ein einseitiges Betrachtungskonzept was die Freiheit des Einzelnen beschränkt (somit anti-liberal)

    Heutzutage sollte man Abwesenheit als alternative Studienform (Ironie) akzeptieren, SOFERN die Leistung stimmt. Das ist Toleranz für mich.
    Ich frage mich dann umgekehrt, was sagen sie zu einem Christian Lindner FDP, er fuhr mit Porsche zur Uni und Bundeswehr. Hat er selbst mit seiner Firma erarbeitet..Sein erstes Geld!?..
    Wie ist dieses Geld entstanden? Über eine Million Kredit der KFW (Steuergelder), für seine Firma. Ging mit der Dotcom-Blase pleite.
    Der Porsche ist somit nicht erarbeitet, sondern von Steuergeldern bezahlt. Ich habe keinen seiner Avatare je gesehen!

    Das Menschen untersch. je nach Leistung bezahlt werden müssen, auf alle Fälle!. Aber Einkommensspreizungen von 1:100 oder 500 sind nicht verträglich. Genau diese Politik macht Schwarz-Gelb (ab Schröder SPD): wenn ein Drittel auf Kosten der zwei Drittel profitiert, wird die Freiheit der Mehrheit eingeschränkt. Ist das liberal, demokratisch?

    Mit Globalisierung hat dies nicht viel zu tun. Gegenbeispiel Norwegen: Verstaatlichung der Ölförderung -> Subventionierung des Staatshaushaltes. Super Bildung, super Einkommen (KFZ-Mechaniker: bis 4000 Brutto - 30-40% Besteuerung (Staat)).
    Warum kein sozialistisches Staatsmonster?: Transparenz, Bildung der Bürger. In Norwegen kann jeder sehen, wieviel Vermögen,Einkommen und Steuern sein Nachbar zahlt. Damit ist der "Staat"(Gesellschaft) genötigt, die Reichen nicht zu arg zu bevorteilen. Wie finden Sie das?

  • @ Karl-Heinz
    "Wer für eine Vermögenssteuer ist, oder für eine Erhöhung der Einkommensteuer, was für viele Personengesellschaften die eigentliche Unternehmenssteuer ist, der denkt offenbar, das Geld liegt im Panzerschrank und wird immer mehr. "
    ---
    Was glauben Sie, wie viele so naiv sind!? Typisch deutsches Neiddenken (DIE Unternehmer) beflügelt da wohl die Phantasie in die falsche Richtung, vorzugsweise bei denen, die sich vom Staat aushalten lassen. Ich möchte gar nicht so genau wissen, wieviele Klein- resp. Familienunternehmer, die den Laden hier am Laufen halten und dafür sorgen, daß wir von A wie Autoreparatur bis Z wie Zooladen alles tagtäglich bekommen, für ein Netto-Einkommen arbeiten, für die so manche Hartz-IV-Familien ihr Hinterteil nicht aus dem Fernsehsessel hiefen würden. Viele haben sich da sehr komfortabel eingerichtet und schaden dem Ruf derer, die *unverschuldet* da reingeraten sind und *alles* dafür tun, wieder auf eigene Beine zu kommen.

    Ich kann wirklich nur sagen: Finger weg vom "Vermögen" der Familienbetriebe, denn mit denen steht und fällt m.E. die Wirtschafts- und Innovationskraft in diesem Land.

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