Kampf gegen den IS
Von der Leyen sieht Bundeswehr für Syrien-Einsatz gerüstet

Die Bundeswehr ist Medienberichten zufolge für einen Einsatz im Kampf gegen den Terror nicht ausreichend gerüstet. Verteidigungsministerin von der Leyen streitet das ab – gibt aber zu: Der Einsatz sei gefährlich.

BerlinBundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht die Bundeswehr trotz ihrer Materialmängel für den Syrien-Einsatz gut gerüstet. „Wir haben 30 einsatzbereite Tornados, und wir brauchen in Syrien sechs“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch vor einer Sitzung des Verteidigungsausschusses: „Insofern ist die Einsatzbereitschaft, auch was die Tankflugzeuge angeht, was den Satelliten angeht oder unsere Fregatten, gegeben“, betonte sie.

Die Tornado-Flugzeuge sollen in Syrien Bewegungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufklären und so die von den USA geführte internationale Anti-IS-Koalition unterstützen. Die Bundeswehr besitzt 93 Tornados.

Von denen standen im vergangenen Jahr laut dem Reuters vorliegenden „Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr“ wegen Schäden, Ausbildung, Modernisierung und Erprobungen im Schnitt 66 zur Verfügung. Durchschnittlich 29 Flugzeuge seien einsatzbereit gewesen, was einer Quote von 44 Prozent entspricht – angestrebt sind dagegen 70 Prozent.

„Wir sollten uns keiner Illusion hingeben, dies ist ein gefährlicher Einsatz, dies ist ein harter Einsatz“, sagte die Ministerin. Die deutschen Soldaten seien aber bestmöglich geschützt. Zudem gebe es „sehr klar etablierte Rettungsketten“ mit anderen schon in Syrien engagierten Nationen wie Frankreich, Belgien, Italien und den USA.

Beim geplanten Bundeswehr-Einsatz gegen den IS sollen die meisten Soldaten für die Aufklärung eingesetzt werden. Von der Leyen sagte, für die vorgesehenen Aufklärungsflüge der sechs „Tornados“ und die Satelliten-Aufklärung würden insgesamt zwischen 400 und 500 Soldaten benötigt. Die Zahl sei so hoch, weil auch die für die Auswertung der Bilder abgestellten Soldaten dazugehörten. Etwa 300 Bundeswehr-Angehörige sollen mit der Fregatte zum Schutz des französischen Flugzeugträgers entsandt werden.

Rund 150 weitere Soldaten werden laut von der Leyen für die Tankflugzeuge benötigt, die auch französische Kampfjets betanken sollen. Bis zu 50 Offiziere würden zu den Stäben in den Hauptquartieren der Anti-IS-Koalition entsandt. Zusammengerechnet sind das 900 Soldaten. Damit ein gewisser Puffer für den Wechsel von Kontingenten bleibe, habe die Regierung eine Mandatsobergrenze von 1200 Soldaten beantragt, erklärte von der Leyen.

Der Bundestag soll am Freitag über die Entsendung der Soldaten in den Syrien-Einsatz abstimmen. Neben den Aufklärungs-Tornados sollen ein Tankflugzeug und eine Fregatte zum Schutz des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle zum Einsatz kommen. Außerdem sollen der Anti-IS-Koalition Satellitenbilder übermittelt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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