Kampf gegen Geldwäsche
Mehr Verdachtsanzeigen in Deutschland

Deutschland ist besonders anfällig für globale Geldwäsche. 50 Milliarden Euro werden hierzulande jährlich „gewaschen“ – sichergestellt wird nicht mal ein halbes Prozent. Immerhin: die Zahl der Verdachtsanzeigen steigt.
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BerlinDie deutsche Finanzwirtschaft hat in den vergangenen Jahren verstärkt mögliche Geldwäsche-Aktivitäten unter die Lupe genommen. Die Zahl entsprechender Verdachtsanzeigen hat sich zwischen 2008 und 2012 auf insgesamt mehr als 14.000 verdoppelt – wobei der mit Abstand größte Anteil auf Banken entfiel. Das geht aus einer am Freitag bekanntgewordenen Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die zuvor die „Rheinische Post“ berichtete.

Danach gingen 2008 insgesamt 7349 Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche beim Bundeskriminalamt ein, 2012 waren es 14.361. Allein Kreditinstitute hätten im vergangenen Jahr 12.308 Verdachtsmeldungen weitergegeben. Die Zahl der Verdachtsmeldungen aus dem Nicht-Finanzsektor bleibt bescheiden.

Aus Sicht der Linkspartei zeigt dies, dass Sorgfalts- und Organisationspflichten des Geldwäschegesetzes bei den Verpflichteten noch nicht angekommen sind. Von Glücksspiel-Anbietern im Internet gibt es laut der Regierungsantwort bisher keine einzige Anzeige.

Kriminalbeamte hatten in der Vergangenheit mehrfach eine Gesamtstrategie gegen Geldwäsche vermisst. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte nach Kritik der Wirtschaftsorganisation OECD und der EU-Kommission schärfere Vorschriften gegen Geldwäsche auf den Weg gebracht und internationalen Standards angepasst.

In Deutschland sind die Bundesländer für die Kontrolle zuständig Experten hatten damals kritisiert, dass in Deutschland jedes Jahr mehr als 50 Milliarden Euro schmutziges Geld gewaschen würden. Davon werde weniger als ein halbes Prozent sichergestellt.

Inzwischen müssen auch Betreiber von Glücksspielen im Internet Sorgfaltspflichten nach dem Geldwäschegesetz erfüllen. Die Bundesregierung unterstützt der Antwort zufolge Bestrebungen der EU-Kommission, auch Anbieter von Glücksspielen wie Sportwetten oder Bingo in den Kreis der Verpflichteten einzubeziehen. Das Automatenspiel dagegen solle nicht aufgenommen werden, da aus Sicht der Bundesregierung die Geldwäscherisiken gering seien.

Linken-Experte Richard Pitterle warf der Koalition vor, die eigene Verantwortung für die Bekämpfung der Geldwäsche auf die Bundesländer und die EU-Kommission zu schieben. Auch verschließe die Bundesregierung weiter die Augen vor der Geldwäsche in Spielhallen. Auf diese Weise werde Deutschland seinen Rückstand bei der Umsetzung der internationalen FATF-Empfehlungen nicht aufholen können.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kampf gegen Geldwäsche: Mehr Verdachtsanzeigen in Deutschland"

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  • Kein Thema von Interesse, liest keiner Roth ?
    Ängstigt sich keiner um diese Republik ?
    Oder schlägt der Bildungsnotstand voll durch ?

    Oder interessiert man sich eher für paar alte Fäkalschriften Urgrüner oder jüngst erhobene Steinbrück-Stinkefinger.

    Deutschland wie wir es kennen, "Deutschland wie es leibt und lebt".

    Hängt Angies "Führer-Bilder" wieder auf, es gibt keinen Politikwechsel.

  • So eine bullshit-Story....

    "Offshore-Deutschand" gilt/galt seit 30 Jahren als "save" Steuergeldwaschparadies ( Gesetzeslage) .

    Siehe u.a jüngste "Investition" russischer und griechischer "Investoren" im deutschen Häusermarkt.

    Den Glückspielscheiss verursachte Rot-Rot-Grün mit seinen obergeschmierten Freunden in Deu-Ost und West, Schwarz-Gelb solidarisch eingeschlossen. Alte Politik-mafiabesziehung seit Beginn Wiedervereinigung.

    Hier ist nicht mal die Spitze de Eisbergs sichtbar.
    Lasst J.Roth einen umfassenden aufklärenden Artikel schreiben, ihr Hansel.

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