Kampf gegen IS
USA setzen Millionen-Kopfgeld aus

Die USA haben ein Millionen-Kopfgeld auf die Ergreifung von vier ranghohen IS-Anführern ausgesetzt – tot oder lebendig. Zudem sicherte Präsident Obama den Kurden weitere Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz zu.
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WashingtonDie USA haben ein Millionen-Kopfgeld auf vier mutmaßliche ranghohe Anführer der Dschihadistengruppe Islamischer Dschihad (IS) ausgesetzt. Für Informationen, die zum Tod oder zur Festnahme von Abdel Rahman Musafa al-Kaduli führen, wird der am Dienstag vom US-Außenministerium veröffentlichten Liste zufolge eine Belohnung in Höhe von sieben Millionen Dollar (6,25 Millionen Euro) ausgesetzt. Al-Kaduli war ein mutmaßlicher Stellvertreter des früheren Al-Kaida-Chefs im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi.

Al-Kaduli schloss sich 2012 dem IS in Syrien an, wie das Ministerium erklärte. Er wurde bereits im Mai vergangenen Jahres auf die US-Terrorliste gesetzt und zum Ziel von US-Sanktionen. Auf den Anführer des IS im Irak, Abu Bakr al-Bagdadi, hatte die US-Regierung bereits in der Vergangenheit ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgesetzt. Ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar steht auf den etwa 38 Jahre alten Syrer Abu Mohammed al-Adnani, der ein IS-Sprecher sei und wiederholt zu Angriffen auf die USA aufgerufen habe.

Ebenfalls eine Belohnung in Höhe von fünf Millionen Dollar gibt es für Hinweise auf den unter dem Kampfnamen Omar al-Schischani bekannten Georgier Tarchan Bariaschwili. Der 29-Jährige leite ein Gefängnis nahe der IS-Hochburg Raka, in dem mehrere westliche Geiseln gefangen gehalten worden seien, hieß es. Eine Belohnung in Höhe von drei Millionen Dollar wurde auf den Tunesier Tarik bin al-Tahar bin al-Falih al-Awni al-Harzi ausgesetzt. Der 33-Jährige soll Anführer einer Truppe von Selbstmordattentätern sein.

Der IS hatte im vergangenen Jahr Teile des Nordiraks und Syriens besetzt und begeht in den von ihm gehaltenen Gebieten Gräueltaten wie Enthauptungen von Geiseln, die Ermordung von Minderheiten und die Zwangsverheiratung von gefangen genommenen Frauen. Eine Allianz aus westlichen und arabischen Staaten fliegt seit Monaten Luftangriffe gegen Stellungen der Dschihadisten in beiden Ländern.

Bei einem IS-Angriff auf kurdische Sicherheitskräfte in der nordost-syrischen Provinz Hassaka wurden laut Aktivisten mindestens 16 kurdische Kämpfer getötet und mehrere weitere verletzt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zündete ein Selbstmordattentäter am Mittwochmorgen eine Autobombe bei einem Posten der Sicherheitskräfte in der Stadt Hassaka. Anschließend seien aus zwei weiteren Autos IS-Kämpfer gestürmt und in das Gebäude eingedrungen. Bei heftigen Gefechten seien die Angreifer getötet worden.

Grundlage für einen Sieg über den IS in Syrien und eine Beendigung des Bürgerkriegs in dem Land ist nach Ansicht der US-Regierung ein Machtwechsel in Damaskus. Es sei die Überzeugung des US-Präsidenten Barack Obama, dass das „Problem IS nicht nachhaltig behandelt“ werden könne, ohne dass das „Problem Assad gelöst“ werde, sagte die UN-Botschafterin Washingtons, Samatha Power. Einer der Gründe dafür sei, dass der Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad für die „ausländischen terroristischen Kämpfer“ Anlass zur Reise nach Syrien sei.

Bei einem Besuch des Präsidenten der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, bei der US-Regierung bekräftigten beide Seiten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS. Wie das Weiße Haus nach dem Treffen am Dienstag mitteilte, sicherten Obama und sein Stellvertreter Joe Biden Barsani ihre "starke und fortgesetzte" Unterstützung zu. Zugleich sprachen sie sich für einen "geeinten, föderalen und demokratischen Irak" aus.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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