Kampf gegen Menschenhandel
Eiskalte Eismänner

Organisierte Banden profitieren von Menschenhandel und Schwarzarbeit. Am Sonntag haben die Fahnder der so genannten „Finanzkontrolle Schwarzarbeit" in einer bundesweiten Aktion zurückgeschlagen. Eine Reportage über die letzten Stunden vor dem Einsatz.

BIELEFELD/VLUYN. Die Zielpersonen machen keinen Schritt mehr unbeobachtet. Es ist Sonntag, der 6. August, 13 Uhr. Vor einer halben Stunde hat Einsatzleiter und Polizeiführer Uwe Halstenberg den Zugriff befohlen. Jetzt warten seine Beamten noch auf den richtigen Zeitpunkt.

In jenem Moment befinden sich ZP 1, der Boss der Bande, der auch der „Wahnsinnige“ genannt wird, weil er bis zu 300-mal am Tag telefoniert, und sein Kumpel, ZP 14, in der Nähe des Klinikums in Essen. Sie wollen einen Freund besuchen. Zu allem Überfluss bewegt sich ZP 1 plötzlich Richtung Park. Das macht die Sache schwieriger, die Situation droht unübersichtlich zu werden.

Uwe Halstenberg bleibt trotzdem ruhig. Der Begriff „kernig“ könnte für den 46-Jährigen erfunden worden sein: dunkelgrüne Kampfmontur, schwarze Stiefel, die Oberarme kräftig, die Sätze so raspelkurz wie seine Haare. Wie läuft es? Keine Sorge. „Planmäßig“.

Macht einer der vier Haupttäter eine Bewegung, meldet ein verdeckter Ermittler dies in die Leitstelle in Bielefeld. Auch andere Überwachungsinstrumente kommen zum Einsatz. Im Kommandostand sitzt über ein Dutzend Beamte an Computern und gibt ständig die aktuelle Position der Verdächtigen in das System ein. Sofort erscheint der neueste Aufenthaltsort auf einer an die Wand geworfenen Deutschlandkarte.

Im Hauptzollamt Bielefeld, der Einsatzzentrale der Sonderkommission „Pinguin“, laufen die Informationen zusammen. Denn diesmal hat die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ des Zolls (FKS) den wohl größten Fall in ihrer noch relativ kurzen Geschichte vor der Brust: die „Eisdielen-Bande“.

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