Kampfansage der Grünen
„Die Schande unseres Landes heißt Schwarz-Gelb“

Die Grünen starten mit einer Kampfansage an Schwarz-Gelb und einer wiedergewählten Parteispitze ins Wahljahr 2011. Die beiden Parteichefs machten die Union und die FDP als Hauptgegner bei den anstehenden sechs Landtagswahlen aus, wenige Tage nachdem CDU-Chefin Angela Merkel die Grünen zu den gefährlichsten Konkurrenten erklärt hatte.
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HB FREIBURG. „Wir haben nächstes Jahr die Chance, zum ersten mal in der Geschichte von Bündnis90/Die Grünen, in allen 16 Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland gleichermaßen vertreten zu werden“, sagte der Parteivorsitzende Cem Özdemir am Sonntag zum Abschluss des Parteitages in Freiburg. Mit Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg und Renate Künast in Berlin könnten zwei Grüne erstmals die Chefs von Landesregierungen werden. Angesichts von Umfrageergebnissen auf dem Niveau von Volksparteien mahnte er seine Parteifreunde aber auch, „auf dem Teppich zu bleiben“.

Özdemir und Co-Chefin Claudia Roth machten Union und FDP als Hauptgegner bei den anstehenden sechs Landtagswahlen aus, wenige Tage nachdem CDU-Chefin Angela Merkel die Grünen zu den gefährlichsten Konkurrenten erklärt hatte. „Die Schande unseres Landes heißt Schwarz-Gelb“, erklärte etwa Roth. Merkel betreibe eine eiskalte Umverteilungspolitik zu Lasten der Schwachen und diene den Interessen der Industrie. Özdemir verwies auf die von Merkel durchgesetzte Verlängerung der AKW-Laufzeiten und nannte auch deshalb Bündnisse mit der Union undenkbar.

Den Vorwurf von Union, FDP und SPD, die Grünen würden unpopuläre Themen nicht anpacken und opportunistisch auf der Protestwelle reiten, wies Özdemir zurück. Die Grünen seien keine Wohlfühlpartei: „Wir verheimlichen vor niemanden, dass unser Weg auch Zumutungen bedeutet.“

Bei den Vorstandswahlen wurde Özdemir mit einem für grüne Verhältnisse sehr gutem Ergebnis von über 88,5 Prozent für zwei Jahre wiedergewählt, Roth erhielt 79,3 Prozent. Gegenkandidaten gab es nicht. Roth musste zudem eine Schlappe einstecken, als der Parteitag die von ihr unterstützte Bewerbung von München und Garmisch-Partenkirchen für die Olympischen Winterspiele 2018 ablehnte. Die 55-Jährige kündigte darauf hin an, sich aus dem Förderreis zurückzuziehen. Dies blieb allerdings die einzige größere Auseinandersetzung in einem ansonsten weitgehend konfliktfreien Parteitag.

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  • ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass bei einer bundestagswahl die Grünen die Verantwortung übernehmen. in Deutschland kann man demonstrieren und sich dabei viele Rechtsverstöße leisten (Gorleben, Stuttgart), aber irgendwann wird es schon ernst, wenn zum beispiel dem bürger die Energie- und Verbraucherpreise davonlaufen, weil die erneuerbaren Energiequellen richtig Geld schlucken oder wenn man z.b. merkt, dass die belastungen nicht nur die angeblich besserverdienenden treffen, sondern dass auch der Mensch mit dem schmalen Geldbeutel gefordert wird, seinen beitrag zu leisten.
    ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dann eine Abgeordnete Merkel sich hinstellt und lauthals verkündet: "Die Grünen sind eine Schande für das deutsche Volk."
    Die besonnenheit macht schon den Unterschied zwischen den Parteien aus, und der bürger lässt sich auch nicht von Plattitüden der Grünen blenden.

  • Haben die grünen irrläufer damals nicht für Stuttgart 21 gestimmt? - heute werfen sie sich vor die bagger und zetteln Demonstrationen an.
    Keine Atomkraft, wegen der Strahlung und wegen der Umweltschädlichen Gewinnung von Uran. Wächst die Kohle für diese vielen stinkenden Kohlekraftwerke, die neu gebaut werden auf bäumen?
    Windparks sind super, wenn sich ein Rad dreht, nur die Stromleitung darf nicht gebaut werden, wegen dem Elektrosmog und der Strahlung.
    Es geht lustig weiter und die Grünen werden sicher dazu beitragen dass Deutschland sich noch schneller abschafft als bisher.
    Da es aber weit und breit keine Alternative gibt, bleibt uns wohl nur, auch diese Geisel zu ertragen.

  • Kommt mir vor wie
    "My fair Lady"

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