Kandidaten-Debatte
Grüne Frauen warnen "dear boys" vor schädigendem Verhalten

Den Grünen droht ein Mitgliederstreit: In einem Brief wehrt sich eine Gruppe weiblicher Parteimitglieder gegen die von Männern angestoßene Kandidaten-Debatte, die ihrer Meinung nach zum Nachteil der Frauen wären.
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BerlinFührende Grüne Frauen warnen die Männer in ihrer Partei vor einem Vorpreschen bei der Suche nach den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl. In einem Reuters am Donnerstag vorliegenden Brief an den Bundesvorstand nehmen zehn Bundestagsabgeordnete die Kollegen aufs Korn: "Dear boys, der bisherige Verlauf der Debatte über die Nominierung unserer SpitzenkandidatInnen für die Bundestagswahl im nächsten Jahr schadet dem Ansehen unserer Partei", heißt es dort.

Die Politikerinnen kündigten an, sie würden nicht akzeptieren, dass einige Männer glaubten, Personalvorschläge auf Kosten von Frauen machen zu können. Zu den Unterzeichnerinnen gehören die Arbeitsmarkt-Expertin Brigitte Pothmer, die Haushaltspolitikerin Priska Hinz und die Finanz-Fachfrau Kerstin Andreae.

Zu den nicht namentlich genannten Adressaten der Kritik zählt der führende Realo und Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. Der hatte zwar vor zwei Wochen die stellvertretende Bundestagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt und damit eine Frau als Spitzenkandidatin vorgeschlagen. Aber der nicht abgestimmte Vorstoß würde Göring-Eckardt, die sich noch nicht zu ihren Zielen geäußert hat, in eine Kampfkandidatur gegen die Parteivorsitzende Claudia Roth drängen. Eine mögliche Beschädigung der Kandidatinnen wollen die Autorinnen vermeiden.

Nur Roth hat bislang offiziell ihre Kandidatur erklärt. Neben ihr gilt der Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin als gesetzt. Da beide dem linken Flügel der Grünen angehören, wäre bei einem Spitzenduo Roth/Trittin die Machtbalance zwischen Parteilinken und Realos gestört.

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Interview-Duell zwischen Trittin und Palmer

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  • Hat Frau Frieß nachweißlich nie so gesagt und nur einen Kabarettisten zitiert.

  • "Ich wollte, daß Frankreich bis zur Elbe reicht und Polen direkt an Frankreich grenzt." — Sieglinde Frieß, Bündnis90/Die Grünen vor dem Parlament im Bundestag, FAZ vom 6.9.1989

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