Kandidaten-Debatte
Kanzler-Frage spaltet die SPD

Die SPD verstrickt sich in eine Debatte, die sie eigentlich vermeiden wollte. Erst Anfang nächsten Jahres sollte der Herausforderer von Kanzlerin Merkel gekürt werden. Doch inzwischen scheint der Zeitplan obsolet.
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BerlinDie Diskussion um den SPD-Kanzlerkandidaten ist nach dem Vorstoß des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) wieder neu entfacht. Albig hatte sich in einem Sonntagsinterview für Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. Wie zuvor bereits der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels widersprach nun der Chef der baden-württembergischen SPD, Nils Schmid: „Ich denke, dass neben Steinmeier Peer Steinbrück ein sehr guter Kanzlerkandidat ist. Der Ex-Finanzminister genießt in der Bevölkerung hohes Vertrauen und ist sehr beliebt.“

Neben Steinmeier und Steinbrück ist Parteichef Sigmar Gabriel der dritte Anwärter auf die SPD-Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst 2013. Die SPD wollte den Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aber erst Anfang kommenden Jahres bestimmen.

Führende Sozialdemokraten sind deshalb besorgt über die frühe Diskussion. Der stellvertretende Bundestagsfraktionschef Joachim Poß nannte Albigs Vorpreschen „nicht hilfreich“. „Die Partei muss die Kraft haben, den selbst genannten Zeitpunkt für die Entscheidung über die Frage des Kanzlerkandidaten durchzuhalten“, mahnte Poß in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, wandte sich gegen eine mögliche Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten, wie diese von Gabriel favorisiert worden war. „Ein Mitgliederentscheid macht nur bei mehreren Bewerbern Sinn, womit ich nicht rechne“, sagte Stegner Handelsblatt Online.

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Nord-SPD: An Zeitplan nicht rütteln

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  • Mir graust vor Herrn Steinmeier, Herrn Steinbrück in seiner albern-possierlichen Art kann ich mir als Büttenredener, aber nicht als Kanzler vorstellen. Und Herr Gabriel??? Als Kanzler eines 82-Millionen-Volkes??? Wäre Herr Schröder nicht zur Rückkehr zu bewegen?

  • Die SPD hat die "Sozial"-Agendas und Hartz-IV
    gemacht und findet das bis heute gut.

    Die SPD ist, obwohl in der Opposition(!)
    befindlich, FÜR die Geldverschmeisserei ins
    Ausland, die Geldvernichtung namens
    "Rettungsschirmen" der Merkel-Politik!
    Zu was für einer Irrsinnspolitik versteigen
    die sich dann erst, wenn sie als Zauberlehrlinge
    "regieren" dürfen?

    Die SPD hat ihre Chance verpasst, sich als
    wählbar zu präsentieren, sowohl von den Kandidaten
    als auch vom Konzept her. Das MINDESTE wäre doch
    als OPPOSITIONSPARTEI gewesen, dass man sich
    GEGEN die Rettungsschirme stellt!
    Aber die heutige SPD doch nicht, die fühlt sich
    mehr der Wallstreet verpflichtet als den Deutschen.

    Können Sie sich so eine deutschfeindliche,
    hochverräterische Linie unter einem Willy Brandt
    oder auch nur Helmut Schmidt vorstellen?
    Selbst ein Franz Josef Strauss, der ja selber von
    der Union war, dreht sich bei der Merkelschen
    GELDVERNICHTUNG im Grab um.

    Und dass Steinbrück nichts geleistet hätte, wie
    ein Poster meint, muss differenziert werden.
    Positives hat er nichts geleistet, Negatives
    schon, nämlich halb Deutschland mit cross-border-
    leasing Verträgen und Privatisierung und
    Deregulierung für´n Appel und ´n Ei ans Ausland
    verhöckert.
    Ich glaub´ die drei Herren haben auch schon die
    SPD "dereguliert", was immer das bedeuten mag.

  • was für ein selten dümmlicher Kommentar!

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