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18.10.2006 

Inzwischen hat sich der Schweinezyklus zwar gedreht, die Zahl der Studienbeginner steigt. Die Nachricht von den glänzenden Berufsaussichten für Ingenieure hat sich herumgesprochen. „Damit könnte der Bedarf gedeckt werden“, meint Murrenhoff. Doch Carola Feller, bildungspolitische Referentin beim VDMA, bleibt skeptisch. „Die Spitzenuniversitäten wie Aachen, Darmstadt oder Karlsruhe erleben einen Run, während die Nachfrage an den kleineren Fakultäten bereits wieder bröckelt.“

Die Manager räumen ihre Versäumnisse mittlerweile ein. „Die Unternehmer müssen mehr Lehrstühle fördern. Es müssen aber auch Manager in Schulen gehen. Die Unternehmer müssen hier aktiver werden, dürfen nicht immer nur in der Defensive sein“, sagt Streibich von der Software AG.

Zudem haben es die Unternehmen nach Ansicht von Cema-Gründer Steckenborn zu lange versäumt, den Hochschulen ihre klaren Anforderungen zu melden. „Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschule muss verstärkt werden. Unternehmer, stürmt die Hochschulen und sagt, was ihr braucht“, appelliert er. Aber auch die Hochschulen müssten ihre Türen viel stärker für den Mittelstand öffnen, mahnt Steckenborn und verweist als Beispiel auf die taufrische Initiative „Mannheimer Modell Mittelstands-Stipendien“, bei der mittelständische Firmen Stipendien an den Hochschulen fördern.

Auch Feller vom VDMA hat Wünsche an die Hochschulen, dazu zählen etwa mehr überfachliche Inhalte wie betriebswirtschaftliche Grundlagen und Praxisorientierung. „Die jungen Ingenieure sollten kunden- und kostenorientierter sein“, sagt Feller.

Die Universitäten versuchen gegenzusteuern. So bieten sie vermehrt kürzere Bachelor- und, darauf aufbauend, Masterstudiengänge statt des bisherigen Diplomabschlusses an. Die Industrie begrüßt das zwar, warnt aber davor, die Qualität der Ausbildung zu senken.

Streibich von der Software AG glaubt zudem, dass man viel früher ansetzen muss. „Ein Land wird nicht mehr Fußball-Weltmeister, wenn Fußball bei der Jugend kein Breitensport mehr ist. Das heißt, die Inhalte der Schulbücher müssen modernisiert werden. Auch die Lehrerausbildung muss entrümpelt und angepasst werden.“

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