Kandidatur für Präsidium
FDP-Rebell Schäffler sendet Hilfe-Appell an Parteibasis

Als Euro-Kritiker hat der FDP-Politiker Schäffler in seiner Partei keinen einfachen Stand. Seiner Linie bleibt er aber treu. Er will sogar bis in die Parteiführung aufsteigen – mit Hilfe liberaler Parteifreunde.
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BerlinDer als Euro-Rebell bekannt gewordene FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler sucht für seine Kandidatur für das Präsidium seiner Partei die Unterstützung der Parteibasis. In einer Handelsblatt Online vorliegenden E-Mail betont Schäffler seinen Einsatz für eine klassisch-liberale Politik. „Wenn Sie eine FDP haben wollen, die in der Tradition von Eugen Richter, von Walter Eucken, Friedrich Hayek und Ludwig Mises steht, dann bitte ich um Ihre Stimme“, schreibt Schäffler in der Mail, mit der er nach eigenen Angaben 8.000 Mitglieder erreicht und die am Freitagnachmittag versendet werden soll.

Je mehr Unterschriften zusammenkämen, desto größer sei das Signal, das in die FDP und in die politische Landschaft gesendet werde. „Lassen Sie uns erneut eine Graswurzelbewegung von unten starten, die die FDP verändert“, appelliert Schäffler an seine Parteifreunde. „Was wäre das für ein Zeichen, wenn es uns gelänge tausende von Mitgliedern für eine Unterstützung zu gewinnen? Es wäre ein unüberhörbares Signal, dass mit den klassischen Liberalen auch künftig zu rechnen ist.“

Schäffler, der zuletzt vom FDP-Ehrenvorsitzenden Hans Dietrich Genscher wegen seiner eurokritischen Haltung scharf kritisiert wurde, verspricht sich von seiner Mail-Aktion deutlich größere Chancen, beim Bundesparteitag im Dezember in die Parteiführung aufzurücken. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Anträge zur Wahl laut FDP-Bundesgeschäftsordnung von der Basis gestellt werden können. „Wenn mehr als 250 Mitglieder meine Kandidatur unterstützen, dann stehe ich zur Wahl“, schreibt er.

Das sei dann „die erste Gelegenheit, in der wir klassisch Liberalen zeigen können, dass in unserer FDP mit uns zu rechnen ist“. Es gehe jetzt um die Stimme der Basis. „Die Situation ist vielleicht noch aussagekräftiger als damals während des Mitgliederentscheids.“ Damals sei es nur um die Euro-Politik gegangen. „Heute geht es um viel mehr, nämlich um den Kurs unserer FDP in vielen Fragen.“ Damals sei die FDP eine Regierungspartei gewesen. Heute gehe es um die Zukunft der FDP. „Wir sind mitten in der Debatte um die Richtung, die der politische Liberalismus einschlagen wird.“

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Lindner setzt sich für Schäffler ein

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Beobachter: Sie würden bei Prof. Lucke oder Prof. Starbatty noch nicht einmal ein Seminar schaffen, Sie Dummschwätzer!

  • Herr Schäffler würde der liberalen Idee einen guten Dienst erweisen, wenn er zur AfD wechseln würde, denn die FDP wird sich nicht mehr erholen. Dafür sind ihre Strukturen zu verkrustet und sie ist viel zu sehr mit der Wirtschaft verwoben.

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