Kandidatur
Künast wirbelt Berliner Politik auf

Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat mit ihrer Bewerbung für das Amt des Regierenden Bürgermeisters die Berliner Politik elektrisiert. Wenig begeistert zeigt sich der angegriffene derzeitige Regierungschef Klaus Wowereit. Während er zum Gegenangriff bläst, kommen aus der Berliner CDU ganz andere Töne.
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HB BERLIN. Die Berliner CDU kann sich nach der Bewerbung von Künast eine Koalition mit den Grünen vorstellen. Schwarz-Grün müsse nach den Abgeordnetenhauswahlen im September 2011 "eine reale Chance" werden, forderte der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) im "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe). Für einen Politikwechsel in der Stadt brauche Berlin die CDU, fügte der Ehrenvorsitzende der Hauptstadt-CDU hinzu.

Allerdings dürfe die CDU nicht "grünen Parteiparolen" hinterherlaufen, sagte Diepgen der Zeitung. Statt nur die Gemeinsamkeiten einer ökologischen Wirtschafts- und Baupolitik zu betonen, sei eine "inhaltliche Auseinandersetzung" notwendig. Im Gegensatz zu den Grünen vertrete die CDU eine Arbeitsmarkt- und Industriepolitik, bei der "Arbeitsplätze für alle" im Mittelpunkt stünden. "Dazu gehört auch der Bau leistungsfähiger Stadtautobahnen", fügte Diepgen hinzu.

Auch die stellvertretende Parteivorsitzende der Berliner CDU, Monika Grütters, signalisiert Offenheit in Richtung Grün. Grütters sagte im Deutschlandradio Kultur, sie habe schon immer "mit schwarz-grünen Bündnissen geliebäugelt" und sei davon überzeugt, dass eine Alternative zum jetzigen Regierungskonzept "auch nur mit diesen Farben verbunden sein kann". Sie habe allerdings von den Grünen in den vergangenen Monaten "überhaupt nichts gehört" über wichtige Themen wie wirtschaftlicher Aufschwung, Bildung oder Zuwanderung. Es bleibe zudem abzuwarten, ob Renate Künast nicht "am Ende des Wahlkampfs merkt, dass die Schuhe zu groß sind", die Frauen wie die ehemalige Oberbürgermeisterin und SPD-Politikerin Louise Schröder (1887-1957) oder die ehemalige Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Hanna-Renate Laurien (CDU, 1928-2010), ihr hinterlassen hätten.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wirft hingegen seiner Herausforderin einen Mangel an konkreten Inhalten vor. "Die Spitzenkandidatin hat da in ihrer Bewerbungsrede viele Allgemeinplätze geboten, sie hat ein Negativbild der Stadtpolitik gezeichnet und einfach vielen vieles verheißen", sagte er dem "Spiegel" (Montag). "Wenn es wieder um ernsthafte Politik geht, wird sich das entzaubern."

Wowereit wies den Vorwurf seiner Herausforderin zurück, Berlin sei eine "blockierte" Stadt. "Wir haben in den vergangenen neun Jahren viele Verkrustungen aufgebrochen. Mich wundert, dass sie das nicht merkt." Es werde Zeit, dass die Grünen sich in Berlin endlich mit Inhalten beschäftigten, meinte der Amtsinhaber.

Zum bundesweiten Erfolg der Grünen sagte Wowereit: "Protestieren kann jeder. Wenn die Grünen ihre Umfragewerte stabilisieren wollen, dürfen sie nicht nur einseitige Klientelpolitik machen. Dann müssen sie sich auch um die harten Probleme der Gesellschaft kümmern." Wowereit kritisierte, dass umstrittene Themen der ehemaligen rot- grünen Koalition auf Bundesebene einseitig der SPD angelastet würde. "Die Grünen sind insofern derzeit eine Abstauber-Partei."

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  • Frau Künast gibt an, dass sie 5000 Leute als Agrarministerin unter sich hatte und damit Erfahrungen gesammelt hat. Liebe Künast..ich kenne auch Leute die 5000 Tausend und mehr Leute unter sich haben. Wenn auch nur als Friedhofsgärtner aber
    wo war noch die Qulifikation bei ihnen?

  • Endlich ein politischer Lichtblick für Deutschland. Die korrupte schwarz-gelbe-Mischpoke muß hinweggefegt und ohne Versorgung aus dem Land gejagt werden. Es ist genug belohnung für dieses Pack, dass sie den Kopf nicht auf den Richtblock legen muß. Mit Frau Roth als Kanzlerin kann eine neue Richtung eingeschlagen werden, mit weniger Filz und einer Öffnung für Einwanderung. Es wird Zeit der industrie und dem Lobbyismus die rot-grüne Karte zu zeigen.

  • Die Grüne Künast als bürgermeisterin von berlin gewählt sollte dazu führen die Mauer um berlin wieder aufzubauen. Wer in berlin so "blöd" ist und
    den Honig der Grünen säuft wird schnell merken das der vergiftet ist. Nicht das Wowereit besser als KÜnast ist, nein das nicht aber er verspricht den Leuten auch seit Jahren nichts, was nicht einzuhalten ist. Mit Künast und ein berlin für alle Migranten und alle zukünftigen Zuwanderer muss
    das Regierungsviertel eines Tages evakuiert werden.
    Das die CDU sich bei den Grünen so anbiedert ist widerlich und wird mit dem Stimmzettel bestraft werden.

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