Kanzler-Duell-Moderator: Politiker wollen den Entertainer Stefan Raab

Kanzler-Duell-ModeratorPolitiker wollen den Entertainer Stefan Raab

Es hört sich an, wie ein Karnevalsscherz. Doch Edmund Stoiber meint es ernst: Er will Stefan Raab als Moderator für das Kanzler-Duell. In der CSU ist man begeistert. Und auch in der FDP hat der TV-Entertainer Fans.
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BerlinStefan Raab ist ein Tausendsassa der Fernsehunterhaltung. Man muss nicht unbedingt gut finden, was er macht. Gewiss ist aber, was der TV-Moderator anfasst, kommt an. Die Einschaltquote stimmt – und es ist manches Mal ein Heidenspaß, dem verrückten Treiben in seinen schrägen Formaten zuzusehen. Dass Raab vor nichts zurück schreckt, auch nicht vor Politik, hat der gelernte Metzger im vergangenen Jahr bewiesen. Allen Spöttern zum Trotz ging er mit der neuen Pro-Sieben-Politshow „Absolute Mehrheit“ auf Sendung. In diesem Jahr wird es eine zweite Ausgabe geben. Geplant ist am 17. Februar eine reine Frauenrunde. Und möglicherweise moderiert Raab sogar das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD).

Kein  Geringerer als der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber will Raab als Co-Moderator für den Schlagabtausch. Aus gutem Grund. Denn der TV-Entertainer zieht vor allem die Leute an, die sich mehr und mehr von der Politik abwenden. Die absolute Zahl der Nichtwähler habe sich bei den vergangenen drei Bundestagswahlen fast verdoppelt, sagte Stoiber dem Magazin „Der Spiegel“.

„Besonders die Jüngeren verabschieden sich zunehmend.“ Das sei fatal. „Damit können wir uns nicht abfinden, sonst bekommt unsere Demokratie ein ernstes Problem.“ Stoiber kann sich daher "gut vorstellen", dass Raab im September als Vertreter der Sendergruppe ProSiebenSat.1 das Kanzler-Duell mitmoderiert.

Sicher, Stoibers Vorstoß ist nicht ganz uneigennützig. Er ist Beiratsvorsitzender des Fernsehkonzerns, für den Raab arbeitet. Das Gremium soll das Unternehmen in "wichtigen gesellschafts- und medienpolitischen Fragen beraten". Insofern tut der CSU-Mann nur, was der Sender von ihm erwartet. Doch mit seinem Raab-Vorstoß und der Überlegung, vor allem junge Menschen anzusprechen liegt Stoiber nicht ganz falsch. Dazu muss man sich nur die Quoten-Auswertung von Raabs eigener Politshow zu Gemüte führen.

1,8 Millionen Zuschauer sahen ihm noch nach 23 Uhr zu, darunter 1,3 Millionen aus der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. „Absolute Mehrheit“ erreichte bei ihnen einen Marktanteil von 18,3 Prozent - 6 Prozentpunkte mehr, als durchschnittlich ProSieben schauen. Damit kam der Sender auf einen höheren Marktanteil als eine Stunde zuvor Günther Jauchs Talkshow in der ARD mit 8,9 Prozent.

Diese Zahlen überzeugen selbst Politiker in der FDP. Der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (JuLi), Lasse Becker, will aber dennoch keinen Kanzler-Duell-Moderator Raab. Ihm schwebt eine andere Variante vor.

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  • Warum testen wir Raab nicht vorher beim Duell Seehofer/Ude? Das wirds doch sicher auch geben?

  • ist stoiber noch zu retten?? unabhängig davon, dass er im aufsichtsrat von pro 7 sitzt ist der vorschlag karnevalesk -
    das öffentlich-rechtliche TV ist sicher nicht dazu da einem egozentriker der vor nichts respekt hat auch noch einen seriösitätsschub zu geben - jörg schönenborn soll's machen, denn der kann es mit enormem hintergrundwissen und als kenner der verhaltensregeln...

  • Gebt den armen Leuten doch mal ne Banane und dann ab in die Bäume.

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