Deutschland

Politiker wollen den Entertainer Stefan Raab

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Stoiber erwartet keine Vorbehalte Merkels

Nach Becks Vorstellung soll der Entertainer eine TV-Runde der verschiedenen Spitzenkandidaten vor der Bundestagswahl moderieren. „Ich finde es eine gute Idee, gezielt auch junge Menschen für die Bundestagswahl anzusprechen. Das kann Stefan Raab auf jeden Fall“, sagte Becker Handelsblatt Online. „Persönlich glaube ich aber, dass eine Runde mit Merkel, Steinbrück, Brüderle und Trittin oder Göring-Eckhardt, moderiert von Stefan Raab deutlich spannender wäre.“ Raab habe bei der letzten Bundestagswahl bewiesen, „dass er Politik für jeden verständlich runterbrechen kann“, betonte der JuLi-Chef.

Was Berlin nicht durchgesetzt hat

  • STEUERABKOMMEN MIT DER SCHWEIZ

    SPD und Grüne fordern neue Verhandlungen, und nach dem Scheitern der Übereinkunft schließt die Schweiz Gespräche über ein neues Abkommen nicht mehr gänzlich aus. Zunächst aber bleibt es bei der bisherigen Praxis: Die deutschen Steuerbehörden müssen in jedem Verdachtsfall mit konkreten Angaben um Amtshilfe bitten. Zudem werden viele Fälle verjähren. Laut Finanzminister Wolfgang Schäuble entgehen dem Staat dadurch Steuereinnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe. SPD und Grüne halten insbesondere die Regelung zur Nachbesteuerung von Schwarzgeld für ungerecht. Geplant war, dass auf das bei Schweizer Banken liegende Schwarzgeld von Deutschen einmalig eine Pauschalsteuer zwischen 21 und 41 Prozent fällig werden sollte.

  • ERHÖHUNG DES GRUNDFREIBETRAGS

    Das Vorhaben, die Bürger im Wahljahr durch einen Abflachung des Steuertarifs um fast vier Milliarden Euro zu entlasten, muss Schwarz-Gelb ebenfalls zu den Akten legen. Frei ist lediglich der Weg für die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Anhebung des Existenzminimums. Der steuerliche Grundfreibetrag soll 2013 um 126 auf 8130 Euro steigen, 2014 dann um weitere 224 Euro auf 8354 Euro. In den Geldbeuteln der Bürger wird sich das kaum bemerkbar machen. Nach Berechnungen des Berliner Steuerexperten Frank Hechtner werden die Steuerzahler 2013 um höchstens zwei Euro im Monat entlastet, 2014 maximal um weitere 3,60 Euro.

  • JAHRESSTEUERGESETZ 2013

    Eine Einigung scheiterte an der Forderung von SPD und Grünen, homosexuelle Paare steuerlich mit Ehepaaren gleichzustellen. Bei den vielen anderen Detailregelungen des umfangreichen Gesetzes gab es dagegen Einvernehmen. Dazu zählt ein neues steuerliches Reisekostenrecht und die Neuregelung der Aufbewahrungsfristen von Steuerunterlagen. Außerdem sollen die von den Studentenwerken ausgegeben 90 Millionen Mensa-Essen pro Jahr von der Mehrwertsteuer ausgenommen bleiben. Wegen des Streits um die Gleichbehandlung von Homo-Ehen steht nun jedoch das gesamte Gesetz auf der Kippe.

  • GEBÄUDESANIERUNG

    Nach dem Scheitern des geplanten Steuerbonus für energetische Gebäudesanierungen will der Bund das Dämmen von Häusern mit einem Förderprogramm von jährlich 1,8 Milliarden Euro anschieben. Im Vermittlungsausschuss wurde der geplante milliardenschwere Steuerrabatt wegen eines Streits über die Kostenverteilung beerdigt. Der Bund will stattdessen 300 Millionen Euro jährlich für ein Förderprogramm der KfW-Bank geben. Da es bereits ein Programm mit zinsgünstigen KfW-Krediten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gibt, beläuft sich das neue Gesamtvolumen auf 1,8 Milliarden Euro pro Jahr.

  • MELDEGESETZ/DATENSCHUTZ

    Die Beratungen wurden wegen ungeklärter Details erneut vertagt. Dabei waren sich die Beteiligten dem Vernehmen nach im Grundsatz durchaus einig, dass Meldeämter die Namen und Adressen von Bürgern ohne deren ausdrückliche Einwilligung nicht zu Werbezwecken an Firmen weitergeben dürfen. Vertagt wurde auch der Seuchenschutz an Häfen und Flughäfen sowie das Wettbewerbsrecht.

Auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören findet Raab-Idee gut. „So weckt man das Interesse junger Menschen für die Politik“, schreibt er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Beim CSU-Nachwuchs löst Stoibers Vorschlag regelrechte Begeisterung aus: „Geile Idee!!!“, schrieb die bayerische Vorsitzende der Jungen Union, Katrin Albsteiger, auf Facebook. Und selbst in der CSU-Spitze ist man beeindruckt. „Die besten Vorschläge kommen halt immer noch von unserem #Edmund! :-)“, schreibt die stellvertretende Generalsekretärin, Dorothee Bär, bei Twitter.

Annäherung SPD und CDU gehen auf Kuschelkurs

  • Annäherung: SPD und CDU gehen auf Kuschelkurs
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Und was sagt Merkel dazu? Offiziell hat sie sich noch nicht geäußert. Aber Stoiber ist voller Zuversicht, dass die Kanzlerin keine Vorbehalte gegen den „Schlag den Raab“-Star haben werde: Merkel habe „schon ganz andere Herausforderungen gemeistert“, sagte er. Auch sie habe ein Interesse daran, ein Publikum jenseits der klassischen Talkrunden von ARD und ZDF zu erreichen.

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Was Sie noch nicht über Wolfgang Schäuble wussten

  • Rolle des Vaters

    Thomas Schäuble beschreibt den Vater als gütigen, weichen Menschen. Nicht mit Druck, sondern mit Argumenten hat der Vater den Söhnen die CDU nahe gebracht. Besonders Sohn Wolfgang sprang darauf an: Schon mit zehn, zwölf Jahren begleitete er den Vater auf seine Veranstaltungen als Landtagsabgeordneter.

  • Rolle der Mutter

    Seine Mutter war stets eine sehr gewissenhafte Frau. So soll sie einmal keine 20 Pfennig für eine Parkuhr gehabt haben und deshalb am nächsten Tag hingefahren sein, um nachzuzahlen.

  • Kriegstage

    Für Wolfgang Schäuble wäre der Krieg fast tödlich ausgegangen. Die alliierten Flieger warfen Brandbomben ab und trafen durch Zufall das Haus, in dem sich die Familie Schäuble versteckte. Das Haus ging in Flammen auf, die Familie flüchtete – alle, bis auf Wolfgang Schäuble. Gerettet wurde der damals Zweieinhalbjährige von seinem Bruder Frieder, der ihn unter brennenden Decken fand – grün und blau angelaufen wegen Atemnot.

  • Schüler

    Thomas Schäuble beschreibt seinen Bruder als „mathematisches Genie“. Wolfgang hatte in der Schule von der Sexta bis zur Oberprima – entspräche heute der fünften bis 13. Klasse – eine Eins in Mathe. Er dachte sogar an ein Mathematikstudium, entschied sich aber dann doch für Jura.

  • Jura-Studium

    Zu Jura kam Wolfgang Schäuble dann wieder durch seinen Vater. Für den wäre eine solches Studium ein Lebenstraum gewesen. Durch juristische Diskussionen hat er diesen Lebenswunsch dann auf seine Kinder übertragen – alle drei studierten später Jura.

  • Rolle in der Familie

    Wenn Gertrud Schäuble in der Kur war, nahm Wolfgang die Rolle der Hausfrau und strengen Mutter ein: Er konnte kochen wie eine erstklassige Hausfrau, besonders Linsen und Spätzle.

  • Ehrgeiz

    Unter den Brüdern zeigte Wolfgang Schäuble den größten Ehrgeiz. Er habe stets der Beste sein wollen, berichtet Thomas Schäuble. Anderen zuzusehen und zuzuhören, die nicht so gut waren, sei seinem Bruder stets schwer gefallen.

  • Führungsstärke

    Schon beim Doppel mit seinem Bruder wollte Wolfgang Schäuble stets die Führungsrolle übernehmen – obwohl Thomas der bessere Spieler war. Auf dem Platz haben sie sich ständig angemacht: „Was macht du denn jetzt schon wieder?“ Danach vermieden die Brüder, miteinander Doppel zu spielen.

  • Folgen des Attentats

    Thomas Schäuble bezeichnet seinen Bruder seit dem Attentat „zugänglicher“ als früher. Das liege daran, dass er sich unheimlich darüber gefreut habe, dass seine große Familie zu ihm stand, als er das Leben im Rollstuhl lernen musste. Andere wiederum sagen, er sei härter geworden.

  • Verhältnis zur Politik

    Wolfgang Schäuble ist fasziniert von der Politik. Sein Bruder bezeichnet ihn gar als „politikbesessen“.

  • Verhältnis zu IWF-Chefin Christine Lagarde

    In seinem politischen Wirken schätzt Wolfgang Schäuble besonders IWF-Chefin Christine Lagarde. Vor ihr sei er unglaublich beeindruckt, sagt sein Bruder. Zudem sei sie die einzige Frau, die ihn im Rollstuhl schieben darf – außer seiner Ehefrau.

  • Verhältnis zu Helmut Kohl

    Bekannt ist, dass Wolfgang Schäuble ein loyaler Begleiter Helmut Kohls war – bis zur Spendenaffäre. Doch schon davor hat der heutige Finanzminister dem damaligen Kanzler die Meinung gesagt. Als 1998 klar wurde, dass es für Kohl nicht zu einer fünften Amtszeit reichen würde, war es Schäuble, der zu ihm sagte: „Helmut, du schaffst es nicht mehr.“ Diese Offenheit hat Kohl ihm allerdings übel genommen.

  • Kapitalismuskritik

    Der Finanzminister hat seine Sicht auf den Kapitalismus verändert. „Je älter ich werde, und je mehr ich als Finanzminister sehe, desto größer wird meine Skepsis gegenüber dem Kapitalismus“, hat Wolfgang Schäuble erst vor kurzer Zeit zu seinem Bruder gesagt. Er sehe den Kapitalismus wesentlich skeptischer als früher.

  • 13.02.2013, 12:17 Uhrangste

    Warum testen wir Raab nicht vorher beim Duell Seehofer/Ude? Das wirds doch sicher auch geben?

  • 12.02.2013, 10:18 Uhrgeraldmarcel

    ist stoiber noch zu retten?? unabhängig davon, dass er im aufsichtsrat von pro 7 sitzt ist der vorschlag karnevalesk -
    das öffentlich-rechtliche TV ist sicher nicht dazu da einem egozentriker der vor nichts respekt hat auch noch einen seriösitätsschub zu geben - jörg schönenborn soll's machen, denn der kann es mit enormem hintergrundwissen und als kenner der verhaltensregeln...

  • 12.02.2013, 10:02 UhrRumpelstilzchenA

    Gebt den armen Leuten doch mal ne Banane und dann ab in die Bäume.

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