Kanzler-Klärung am Donnerstag
Große Koalition rückt in greifbare Nähe

Bei ihrer dritten Sondierungsrunde haben Union und SPD offenbar den entscheidenden Durchbruch für eine große Koalition geschafft. Auch in den Peronalfragen ist eine Einigung in Sicht. Überschattet wird dies allerdings von einem sich abzeichnenden Strategie-Streit im Unions-Lager.

HB BERLIN. Nach dem Treffen am Mittwoch zeigten sich sowohl die CDU-Vorsitzende Angela Merkel als auch Bundeskanzler Gerhard Schröder zuversichtlich, sowohl die strittigen Personalfragen als auch inhaltliche Differenzen lösen zu können. Die umstrittene Frage der Kanzlerschaft dürfte in einem Spitzengespräch an diesem Donnerstagabend geklärt werden. Schröder bekräftigte am Mittwoch auf Nachfrage, er werde der Bildung einer stabilen Regierung nicht im Wege stehen. Bei dem Treffen sollen auch weitere Personalfragen und die Arbeitsweise eines gemeinsamen Kabinetts geklärt werden. An dem Spitzengespräch nehmen Schröder, seine Unions-Herausforderin Angela Merkel (CDU) sowie SPD-Chef Franz Müntefering und der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber teil.

Dabei soll nicht nur entschieden werden, wer die neue Regierung als Kanzler führt, sondern auch Zuschnitt und personelle Besetzung des neuen Kabinetts. Beide Seiten zeigten sich nach dem Treffen zuversichtlich, dass schon kommende Woche offizielle Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden können. Weitere Sondierungstreffen seien nicht erforderlich, sagte Müntefering.

Merkel sprach nach dem zweieinhalbstündigen Treffen von "inhaltlich sehr erfolgreichen" Gesprächen. "Die Gesamtatmosphäre hat deutlich gemacht, dass es bei der großen Koalition nicht um den kleinsten Nenner geht." In der Einschätzung der Lage in Deutschland sowie bei den notwendigen Maßnahmen zur Besserung habe es große Übereinstimmung gegeben. Sie sei zuversichtlich, dass eine gemeinsame Vertrauensbasis mit der SPD möglich werde, wenn die Personalfragen geklärt seien, sagte Merkel. Ähnlich äußerte sich Stoiber.

Auch Schröder sieht jetzt die "Basis für eine große Koalition vorhanden". Als Kernpunkte einer gemeinsamen Regierung nannte er die Fortsetzung der Reformen, die Modernisierung der sozialen Sicherungssysteme sowie eine Föderalismusreform.

Seite 1:

Große Koalition rückt in greifbare Nähe

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%