Kanzlerin Merkel
ARD und ZDF sollten Text im Netz reduzieren

Angela Merkel empfiehlt den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, sich im Internet auf Video und Audio zu konzentrieren - Texte sollten reduziert werden. Das komme auch den Nutzern entgegen, so die Bundeskanzlerin.
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BerlinMehr Multimedia, weniger Text - das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Internet-Auftritte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten angeregt. Diese sollten sich in ihren „Tele-Medienangeboten und Smartphone-Applikationen auf Bewegtbilder und Audiostreams konzentrieren und die Texte reduzieren“, sagte Merkel am Freitag bei den Zeitschriftentagen des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in Berlin. Auch die Nutzer seien wohl vorrangig daran interessiert, Bewegtbilder zu sehen, sagte Merkel.

Forderungen des VDZ nach einer Änderung des Kartellrechts kam Merkel zudem entgegen. Es sei richtig, dass das derzeitige Kartellrecht im Zusammenhang mit Pressefusionen keine Rücksicht auf die internationalen Verflechtungen nehme. Die Bundeskanzlerin sagte den Verlegern zu, „die sogenannte Aufgreifschwelle für Fusionen zwischen Verlagen soll erhöht werden“. Dadurch erweiterten sich die wirtschaftlichen Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten der Verlage.

VDZ-Präsident Hubert Burda hatte zuvor ein „zeitgemäßes Kartellrecht“ gefordert, dass „der neuen Medienrealität gerecht wird“. Die derzeitigen Regeln könnten nicht verhindern, dass im digitalen Bereich Monopole entstünden, kritisierte Burda.

Merkel sprach sich in ihrer Rede vor den Zeitschriftenverlegern für den Erhalt des Presse-Grosso-Systems in Deutschland aus. „Wir sind uns mit dem Verlegerverbänden und dem Bundesverband Presse-Grosso einig, das Grosso-System muss erhalten bleiben“, sagte Merkel. Falls gerichtliche Auseinandersetzungen dazu führten, dass das Grosso-System gefährdet wäre, „werden wir die entsprechenden Handlungen vornehmen“.

Der Bundesgerichtshof hatte im Oktober entschieden, dass ein Verlag die Belieferung eines Presse-Großhändlers mit Zeitungen und Zeitschriften kündigen kann.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kanzlerin Merkel: ARD und ZDF sollten Text im Netz reduzieren"

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  • Das ist ganz einfach: ein dummes Volk läßt sich besser regieren
    Ja, unsere Politiker wissen schon, warum sie ständig Bildungsgipfel abhalten, aber nichts tun
    Diese vielen Gipfel sollen doch dem dummen Volk auch nur suggerieren, dass man was tut. Dass dann aber nichts besser wird, merkt der dumme deutsche Michl doch gar nicht. Dafür sorgt dann SAT 1 oder RTL mit seinen Verdummungs-Sendugen
    Geht halt alles Hand in Hand

  • ich ebenfalls.
    Im übrigen hat die FDJ-Trulla nicht empfohlen, sondern sie mal wieder -wie es ihre Art ist- gefordert.

  • Dass kommt doch nur der FDJ-Kanzlerin zu gute. Sie als die übergroße Demokratin, will wie zu SED-Zeiten die Presse in welcher Form auch immer bevormunden.
    Weg mit dieser FDJ-Agitatorin, und vor Gericht mit ihr.
    Alternativlos.

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