Kanzlerin Merkel
Deutschland setzt auf Gas aus Katar

Deutschland will in Zukunft verstärkt auf Gaslieferungen aus Katar setzen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Investorenkonferenz des reichen Golfstaates. Doch Merkel stellt auch Forderungen.
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BerlinDeutschland setzt im Zuge der Energiewende auch auf mehr Gaslieferungen aus dem Golfstaat Katar. Es sei sehr gut vorstellbar, bei Flüssig-Erdgas enger zusammenzuarbeiten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin bei der Eröffnung einer Investorenkonferenz des reichen Golfstaates.

Erdgas sei ein zukunftsträchtiger Energieträger. Nach dem Ausstieg aus der Atomkraft gewinnen fossile Energieträger Merkel zufolge an Bedeutung. Katars Premierminister Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor Al Thani betonte vor Managern: „Ausländische Investitionen sind für Katar eine wichtige Säule seiner Wirtschaft.“

Das kleine Emirat am Persischen Golf verfügt dank seiner Öl- und vor allem Gasvorkommen über enorme Finanzreserven. Der Golfstaat ist weltgrößter Exporteur von Flüssig-Erdgas. Der wohlhabende Wüstenstaat mit fast zwei Millionen Einwohnern gilt als das Land mit dem größten durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen der Welt.

Im Jahr 2022 soll Katar die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten. Von den hohen Einnahmen aus Öl- und Gas-Geschäften investieren die Kataris größere Summen daher nicht nur im Ausland, sondern auch in neue Städte, einen neuen Flughafen und ins Verkehrsnetz des Landes. Auch soll die Wirtschaft Katars auf eine breitere Basis gestellt werden.

In Infrastrukturprojekte sollen nach Angaben des Premierministers rund 160 Milliarden US-Dollar investiert werden. Auch deutsche Firmen sind hier engagiert. Katar wiederum ist an mehreren deutschen Konzernen beteiligt - darunter VW, Hochtief und Siemens.

Merkel forderte das boomende Emirat auf, verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäfte mit deutschen Firmen sicherzustellen. Faire und transparente Ausschreibungsverfahren sowie ein zuverlässiger rechtlicher Rahmen seien von besonderer Bedeutung für das Engagement deutscher Unternehmen in dem Golfstaat, sagte Merkel. Geschäftsmöglichkeiten böten sich für deutsche Firmen in Katar künftig unter anderem beim Ausbau des Schienennetzes, bei den Vorbereitungen für die Fußball-WM 2022 in dem Wüstenstaat sowie beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Katar will allein in seine Infrastruktur 160 Milliarden Dollar investieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kanzlerin Merkel: Deutschland setzt auf Gas aus Katar"

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  • Mir gefällt diese Energei-Abhängigkeit von anderen Ländern, die Deutschland gerade anstrebt, absolut nicht
    Wir begeben uns in die Hände von Diktatoren

  • Die strategische Partnerschaft zu Katar lässt sich keinesfalls auf eine reine Energiepartnerschaft reduzieren. Katar ist beispielsweise ein wichtiger Kunde bei AIRBUS. Mit Stand März 2012 besteht die Flotte der Qatar Airways aus 105 Flugzeugen (190 Einheiten sind bestellt) Der Schwerpunkt der Flotte besteht aus AIRBUS-Jets. 55 Maschinen will Katar beim europäischen Flugzeugbauer Airbus kaufen, davon 5 Einheiten des Super-Jumbo A380 und 50 Einheiten von Typ A320neo. Selbst von den 13 Jets der regierenden Herrscherfamilie sind 11 Maschinen von Airbus und lediglich 2 von Boeing.

    Siemens Rail Systems hat jetzt von der Qatar Foundation einen Auftrag über die schlüsselfertige Errichtung eines Tramsystems für die Hauptstadt Katars Doha erhalten. Der Auftragswert beläuft sich auf deutlich über 100 Millionen Euro. Zum Lieferumfang gehören auch Signal- und Kommunikationstechnik, Bahnelektrifizierung sowie die Ausstattung eines Depots. Weiterhin werden von Siemens vier Haltestellen mit Bahnsteigtüren ausgestattet. Das Projekt soll den Transformationsprozess Katars zu einer wissens- und bildungsbasierten Gesellschaft unterstützen. Auf einer Strecke von 11,5 Kilometern mit 25 Stationen werden 19 Straßenbahnen vom Typ Avenio komplett oberleitungsfrei fahren. Die Straßenbahnen werden mit dem Energiespeichersystem Sitras HES von Siemens ausgerüstet, die Energiezufuhr erfolgt an den Haltestellen. Zum Herbst 2015 soll das Tramsystem den Betrieb aufnehmen.Sandro Valecchi, Berlin

  • Shalegas abstellen, Kohlekraftwerke einmotten und Quatar rein. Besser kann man sich nicht abhängig machen von den Gralshütern des reinen Islams (Lybien/Syrien/Mali) sind nur ein Vorgeschmack darauf

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