Kanzlerin trifft Trump Was die Wirtschaft Merkel mit auf den Weg gibt

Ratschläge für ihre US-Reise gibt es für Kanzlerin Merkel in München. Dort loben die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft die Vorzüge von Freihandel und offenen Märkten – und vertrauen auf den Geschäftsmann Trump.
Update: 13.03.2017 - 15:08 Uhr 47 Kommentare

Merkel will Trump zeigen: Wir schaffen Jobs

Merkel will Trump zeigen: Wir schaffen Jobs

MünchenFür dieses Gepäckstück sollte in der Kanzlermaschine noch Platz sein. Ein Paar Handschuh bekommt Angela Merkel vor ihrem Abflug in die USA überreicht. Handgefertigt. Allerdings keine Boxhandschuhe, um dem neuen US-Präsidenten Donald Trump Paroli bieten zu können, sondern das Erzeugnis eines kleinen Handwerkbetriebs aus dem Erzgebirge. Als Kälteschutz. Schließlich ist für Washington Schneefall angesagt.

Eher frostig denn heiter bis wolkig ist auch das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Europa seit die Trump-Regierung das Sagen hat. Es ruhen also große Hoffnungen auf dem Besuch der deutschen Kanzlerin in Washington. Sie muss ausloten, wie ernst es Trump mit seiner America-first-Politik ist.

Die Handschuhe bekommt Merkel bei ihrem Termin in München überreicht. Dort ist sie zu Gast bei den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, dort holt sie sich das nötige Rüstzeug für ihre USA-Reise. Die deutschen Wirtschaftsvertreter geben ihr mit einem Plädoyer für Freihandel und offene Märkte Rückendeckung. Ihnen ist wie Merkel klar, dass die USA ein zentraler Handelspartner für Deutschland sind.

„Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein zentraler Handelspartner für die Bundesrepublik Deutschland, aber auch für die ganze Europäische Union“, sagt Merkel. „Dieser Handel ist für beide Seiten von Vorteil.“ Das werde sie auch Donald Trump sagen. Sie freue sich auf das Gespräch, um mit Trump genau über diese Punkte sprechen zu können. „Das direkte Gespräch ist immer viel besser, als wenn man übereinander redet. Miteinander reden statt übereinander reden – das wird mein Motto sein bei diesem Besuch, auf den ich mich ausdrücklich freue.“

Merkel verweist auf die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen beiden Ländern. So gebe es in den USA „ungefähr 750.000 gesicherte Arbeitsplätze durch deutsche Unternehmen“. Das bedeute zudem, dass mehr als zwei bis drei Mal so viele Jobs von deutschen Firmen abhingen. Umgekehrt seien in Deutschland Hunderttausende Arbeitsplätze von US-Unternehmen abhängig. „Das sollten wir in den Mittelpunkt stellen.“

Die USA waren 2016 größter Absatzmarkt für Produkte „Made in Germany“. Washington stört sich aber schon länger am deutschen Handelsüberschuss von 49 Milliarden Euro. Mit Trump hat nun erstmals ein US-Präsident angedroht, protektionistisch dagegen vorzugehen.

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47 Kommentare zu "Kanzlerin trifft Trump: Was die Wirtschaft Merkel mit auf den Weg gibt"

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  • "Was die Wirtschaft Merkel mit auf den Weg gibt..."

    Es wird u.a. wärmstens empfohlen, dass Merkel sich die Taktik vom Abe aneignet, der dieser Meinung nach es doch tatsächlich schaffte den Trump weich zu kneten.
    Was aber wenn Trump, ein ganz gerissener Amiboy, cool auf Erdogan macht und dazu noch tückisch seine nicht mehr ganz so geheime, aber womöglich immer noch erfolgreiche Waffe, das Grabschen nämlich einsetzt, und die angeblich so kühle Merkel ganz und gar flach umfällt?
    Leute, lasst sie bloß nicht auch nur eine Minute mit dem - unseren werten Quallitätsmedien nach - unberechenbaren Ungeheuer alleine sein... Deutschlands Eingemachtes steht auf dem Spiel!

  • PS: Massive Außenhandelsüberschüsse gegenüber den USA

    Die Bundeskanzlerin könnte sinnvolle Vorschläge machen:

    Kauf von Flüssiggas in den USA ( wird bisher abgefackelt!) jährlich
    von ca. 3-8 Milliarden - würde Abhängigkeit Europas von Russischem Gas reduzieren. Am Markt orientiertes Preismodell
    Kauf von Erdöl in den USA für jährlich ca. 10-20Milliarden.
    Bei gleicher Summe viel Öl bei niedrigen Preisen, wenig Öl bei hohen Preisen
    Bei uns zunächst Einlagerung. Abgabe nur 10% oberhalb des durchschnittlichen
    Einkaufpreises. . Finanzierung unter Beteiligung von Versicherungen, Pensionseinrichtungen etc.. Bund garantiert 1% Verzinsung, Gewinne werden aufgeteilt.
    Zusätzliche Vorteile: Stabilisierung des Ölmarktes

  • Steinbrück betonte diesbezüglich vor allem auch den „Schaden für die Finanzdienstleister“, wohingegen der Schaden für die Steuerzahler gerne von Regierungsseite hingenommen wird!
    Lasst euch doch nicht mehr länger verarschen Leute!

  • Hier nochmal zur Erinnerung:

    https://www.youtube.com/watch?v=TkWcppce88w

  • Nicht zu vergessen > bei Guthaben des Kunden gegenüber der Bank, ist sie der Schuldner und der Kunde der Gläubiger.
    Der Kunde leiht der Bank Geld, dass sie ihm schuldet, aber bei bankruns nicht auszahlen könnte.
    Erinnern sie sich an die Finanzkrise in 2008 und Merkels und Steinbrücks gemeinsamen Glotzenauftritt, in welchem sie den „Sparern“ öffentlich versicherten, dass ihre Spareinlagen sicher seinen und die damalige Bundesregierung dafür bürgt, dass es so ist.
    War ein guter Bluff, den man den beiden damals noch abkaufte.
    Die Sparer hafteten sozusagen mit ihrem ersparten für das ersparte.
    Darauf muss man erstmal kommen!

  • abheben

  • @ Helmut Metz

    Genauso ist es.#+Deshalb fürchten die Banken bankruns ihrer Kunden und das Abheben der Bareinlagen, wie der Teufel das Weihwasser.
    Damit wären sie nämlich sofort zahlkungsunfähig, weil zu vielen „Schuldscheinen“ zu wenig Bareinlagen zur Auszahlung gegenüberstehen.
    Die Banken haben schlicht und ergreifend das Bargeld nicht, um ihre Kunden auszuzahlen, wenn alle ihre Guthaben aufheben wollen.
    Auch mit ein Grund, warum man versucht, das Bargeld abzuschaffen.

  • ............es kann nach meinem Dafürhalten im Moment......und vermutlich noch für eine längere Zeit.....überhaupt nicht fair....klar + Präzise....über Trump + seiner Truppe.....ein Urteil gefällt werden.....und warum nicht?.....nun.....an der Spitze der Journalie.....drüben....hier und im Rest der Welt....sind ihr Wunden von ihm verabreicht worden....bei der i. M. eine unabhängige Berichterstattung nicht mehr möglich ist....und eine Heilung fast ausgeschlossen ist.....und man somit diesem Mann....erst viel viel später eine Note verabreichen kann.......liegt die "sogenannte-intellektuelle-Kritiker-Elite-Gesellschaftt-nur-wir-haben-das-Recht-zu-sagen-wie-gut-oder-schlecht-er-ist......am Boden.....und so taumelt die kleine + große Welt....vor sich hin.....rauft sich die Haare.....zieht den Duden....um weitere Begriffe....zu den bekannten....zu suchen.....um einen Standpunkt für ihn zu finden.....ist doch alles anders....bei ihm + mit ihm.......er.....Unternehmer.....kein Politiker.....stellt alles auf den Kopf......und so kann nur der einzelne Tag mit ihm gelebt werden.....in der Hoffnung.......daß er nicht besoffen-von-eigener-Überheblichkeit.....dann doch mit seinem Team....die richtigen Entscheidungen treffen wird......also eine auf Vertrauen-basierende-Einstellung......die einzige Möglichkeit ist.....selber vom Glauben nicht abzufallen......es geht nicht anders......

  • Zur heutigen Schlagzeile auf der Titelseite des Handelsblatts (http://www.handelsblatt.com/my/politik/international/merkel-trifft-trump-wandel-durch-annaeherung/19507596.html):

    Ebendiese Schlagzeile habe ich vor etlichen Jahren schon mal gelesen, damals in Bezug auf China.

    Später wurde diese Schlagzeile dann über einem kritischen Artikel in "Wandel durch Anbiederung" abgewandelt.

    Wie es scheint, wird jetzt überall erstmal wieder stramm rückwärts in die Vergangenheit marschiert.

  • @ Holger Narroq
    "...das aktuelle Geldsystem beruht wie jedes Geldsystem auf Glauben und Vertrauen..."

    Oh je, da liegen gleich mehrere irrtümer vor.
    Geld war einmal ein (Zwischen-)Tauschmittel UND ein Wertaufbewahrungsmittel. Der freie Markt einigte sich auf ein Gut (bzw. mehrer Güter), welches beide Funktionen am besten erfüllen konnte. Geld war eine Ware, und getauscht wurde Wert gegen Wert. Zwecks TAUSCHERLEICHTERUNG kamen Banker (aber etwa auch Goldschmiede) auf die glorreiche Idee, das Geld einzulagern und dafür Lagerscheine auszustellen (gegen eine Gebühr versteht sich). Diese Lagerscheine wurden dann irgendwann wie Geld selbst getauscht, konnten jedoch jederzeit in das eigentliche Geld eingelöst werden. Die Banker (aber wie gesagt etwa auch Goldschmiede) merkten jedoch, dass nicht alle Lagerscheine auch wieder eingelöst wurden - und sie kamen auf eine weitere ganz schlaue Idee: die MEHRFACHBELEIHUNG. Sie stellten einfach mehr Lagerscheine aus, als sie Geld eingelagert hatten. Das hatte nichts mit Vertrauen zu tun, sondern mit Vertrauensmissbrauch und nennt sich im Strafrecht: BETRUG. Dieser Betrug wurde jedoch nur offensichtlich, wenn die Kunden der Banken (oder Goldschmiede) misstrauisch wurden und ihr Eigentum (= das eingelagerte Geld) alle zurückfordern wollten. Das nennt sich Bankensturm bzw. BANK RUN.
    Und diese Mehrfachbeleihung findet heute in noch weitaus ausgeklügelterer Form statt: sie nennt sich "multiple Giralgeldschöpfung" oder "Kreditmultiplikation" der Geschäftsbanken. Die "Mindestreserve" der EU-Banken etwa beträgt 2%. Darauf beruhend können sie ein Vielfaches an ungedecktem Kreditgeld erzeugen - und können nur hoffen, dass es keinen Bank Run gibt. Wie gesagt, für die einen ist es "Vertrauen", für die anderen jedoch schlicht und ergreifend Betrug.

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