Kanzlerkandidat Schulz
„Wahlkampf bis zur letzten Sekunde“

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IG Metall reagiert zurückhaltend

In der Fraktion wurde auch Kritik an Gabriel laut. Viele Abgeordnete hätten sich laut Oppermann gewünscht, von der Nominierung des Kanzlerkandidaten nicht aus den Medien zu erfahren. Aber der Fraktionschef rief die Abgeordneten auch dazu auf, sich nun auf den Wahlkampf zu konzentrieren. „Das war gestern. Ab heute heißt es: Nicht mehr lamentieren, sondern kämpfen“, zitierte ihn eine Teilnehmerin. Die Fraktion stehe mit „Frau und Mann“ hinter Martin Schulz. „Martin, Du sprichst die Sprache der Menschen, und deswegen erreichst Du sie.“

Gabriel selbst erklärte vor der Fraktion, die Personalien seien so entschieden worden, damit es acht Monate vor der Wahl so wenig Unruhe wie möglich in der Partei gebe. Gabriel wird Außenminister und Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier, der am 12. Februar zum Bundespräsidenten gewählt werden soll. Gabriel nimmt aus dem Wirtschaftsministerium seinen Vertrauten Rainer Sontowski mit ins Auswärtige Amt. Der 57-jährige Gabriel bleibt Vizekanzler. Neue Wirtschaftsministerin wird die frühere Justizministerin Brigitte Zypries.

Deutschlands größte Gewerkschaft IG Metall hat auf die geplante SPD-Kanzlerkandidatur von Martin Schulz zurückhaltend reagiert. Der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann sagte am Mittwoch in Berlin, er warne vor einer zu starken Personalisierung. Man werde sich mit Schulz genauso wie mit dem scheidenden SPD-Chef Sigmar Gabriel austauschen. „Da sind wir mit allen Parteien in der gleichen Debatte.“ Wesentlich sei, wie sich die Parteien in ihren Programmen den Fragen der Gewerkschaft stellten.

Die Union hat kritisch auf die Ministerrochade der SPD reagiert. Vor allem die geplante Ernennung von Brigitte Zypries zur Bundeswirtschaftsministerin sorgte für Kritik. „Von Frau Zypries sind in den letzten neun Monaten vor ihrem Ruhestand sicherlich keine neuen Impulse zu erwarten“, sagte die stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Nadine Schön. „Wir haben mit Trump, der Digitalisierung und Globalisierung so wichtige wirtschaftspolitische Themen, dass sich Deutschland nicht fast ein Jahr lang so einen Waberzustand erlauben kann.“ Und der der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Joachim Pfeiffer, sagte: „Die SPD gibt damit das Signal, das derzeit zentrale Problemfeld der Wirtschafts- und Handelspolitik aufzugeben.“

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Annika Reinert
Jana Heck
/ Freie Mitarbeiterin
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kanzlerkandidat Schulz: „Wahlkampf bis zur letzten Sekunde“"

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  • Das letzte Aufgebot.
    Dagegen war ja der Volkssturm eine Eliteeinheit.

  • Der Herr Schulz hat sich das Saufen abgewöhnt, da steht er doch richtig gut da.
    Daß die Einheitspartei keinen Plan hat, ist doch seit den 70ziger Jaher nichts besonderes. Ich bin der Martin, sie können mich Erich nennen und ich mach das Licht aus.

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