Kanzlerkandidatin setzt auf "Boygroup"
Merkels Mannen

Sie gilt als kühle Parteistrategin, die nicht zimperlich mit unbequemen Weggefährten umgeht. Doch Angela Merkel kann auf eine ganze Reihe loyaler Berater zählen, die ihr nicht gefährlich werden und trotzdem endlich aus dem Schatten treten können.

HB BERLIN. Das Mantra der Herren lautet: "Die Partei wählt heute mit Angela Merkel eine starke und kluge Frau, der wir die Führung Deutschlands voll zutrauen." Peter Hintze, der 55-jährige Theologe und Europa-Sprecher der Union, sprach unlängst aus, was Angela Merkels "Boygroup" vereint. Denn neben dem weithin bekannten "Girlscamp" mit Merkel-Sprecherin Eva Christiansen, Büroleiterin Brigitte Baumann und den Politikerinnen Annette Schavan und Hildegard Müller kann die Kanzlerkandidatin der Union nun auch auf einen Männerbund Getreuer, ein Männernetzwerk, zurückgreifen.

Zusammengeschweißt fühlen sich der europapolitische Sprecher Peter Hintze, der erste parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion Norbert Röttgen, Fraktions-Justiziar Peter Altmaier, Eckart von Klaeden sowie der stellvertretende Fraktionschef Ronald Pofalla durch ein gegenseitiges Versprechen zur "absoluten Loyalität" - untereinander, aber vor allem Merkel gegenüber.

Seitdem Merkel Friedrich Merz 2002 vom Thron des Fraktionsvorsitzes stieß, ist es ihr gelungen, diese loyale Truppe an sich zu binden. Zwar wird es in der Partei mit mildem Lächeln quittiert, wenn man diese jüngere Generation mit der Riege der ausgebufften Ministerpräsidenten vom Schlage eines Roland Koch oder Edmund Stoiber vergleicht. Doch mit Merkel, allein mit Merkel, machen sie jetzt Karriere. Das bindet.

Tatsächlich sind sie erst einmal vorbei, die Zeiten, da Zwist und Hader die Fraktion zerrütteten, vorbei die Zeiten, da Merkel sich immer wieder hat vorhalten müssen, sie sei ja eine erfolgreiche, kalte Machtmaschine, könne aber niemanden fest an sich binden und schon gar nicht ein tragfähiges Netzwerk aufbauen. Doch "das Mädchen" hat von "dem Alten", ihrem Ziehvater, Helmut Kohl, gelernt: Macht macht abhängig. Und das sind die Boys von ihr.

Bis auf Generalsekretär Volker Kauder und Peter Hintze sind sie erst in den Vierzigern oder jünger gar, waren in den 80er-Jahren Vorsitzende der Jungen Union. Eher liberal als reaktionär stehen sie für den Generationenwechsel in der CDU. Auch für sie gilt: Politik ist ihr Leben. Nur: Bisher klaffte zwischen ihren politischen Ambitionen und ihrem Dasein als Hinterbänkler ein tiefer Graben.

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