Kanzlerkandidatur 2013
SPD sonnt sich im Steinbrück-Hoch

Beflügelt von guten Umfragewerten beschäftigt die SPD sich mit der Frage, wer 2013 Kanzlerin Merkel stürzen darf. Die CDU zeigt sich gelassen, doch Gabriel und Genossen blasen schon zum Großangriff auf das Kanzleramt.
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BerlinDie SPD sieht sich wegen der Beliebtheit ihrer möglichen Kanzlerkandidaten im Aufwind, will sich aber bei der Bewerber-Kür nicht unter Druck setzen lassen. „Zwei Jahre nach der Bundestagswahl 2009 scheint für die Öffentlichkeit nichts interessanter als die Frage, welcher Sozialdemokrat Kanzler wird“ sagte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier der „Frankfurter Rundschau“. Nach 20 Monaten Schwarz-Gelb gebe es bei den Wählern „eine große Sehnsucht, wieder mit Vernunft und Augenmaß regiert zu werden“. Die Entscheidung über die SPD-Kandidatur werde aber „frühestens Ende 2012“ fallen.

Der frühere Außenminister Steinmeier, der 2009 gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klar unterlegen war, gilt wie Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als Kandidat. Zuletzt war besonders Steinbrück angesichts sehr guter Umfragewerte in den Fokus gerückt. „Peer Steinbrück ist superpopulär gerade“, sagte Parteichef Gabriel in Berlin bei der Präsentation eines ARD-Films über die SPD nach ihrem Absturz bei der Bundestagswahl 2009.

Gabriel hat als Parteichef den Erstzugriff auf eine Kandidatur: Er kann sich bei Interesse selbst vorschlagen, hat aber schlechtere Umfragewerte als Steinbrück und Steinmeier. Dafür, dass der SPD vor nicht allzu langer Zeit das Kanzleramt gar nicht mehr zugetraut worden sei, könne er der Diskussion viel Positives abgewinnen, sagte Gabriel.

Ein „netter Hype“ allein nütze aber nichts. Entscheidend sei, dass ein Kanzlerkandidat die volle Unterstützung der Partei habe und dass Bewerber und Partei in die gleiche Richtung marschierten. Gerade Steinbrück als Verfechter der Hartz-Gesetze und der Reform- „Agenda 2010“ ist in der SPD besonders bei der Parteilinken nicht unumstritten.

Zugleich kritisierte Gabriel, dass es sich vor allem um eine Medien-Debatte handle. Dabei zog er einen bemerkenswerten Vergleich: Man suche scheinbar einen Ersatz für den über eine Plagiatsaffäre gestolperten Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). „Da muss jetzt jemand Neues her“, sagte Gabriel.

Kommentare zu " Kanzlerkandidatur 2013: SPD sonnt sich im Steinbrück-Hoch"

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  • Steinbrück - die Ein-Mann-Show nach dem Vorbild Hitlers auf hohem Niveau: Und das dumme Wählervolk läuft ihm hinterher! Schon vergessen, was er uns mit Schroder und in der großen Koalition eingebrockt hat? Bock zum Gärter: Viel zu harmlos: Ein als Messias getarnter Vollstrecker, ein Sozialwürger, ein Totengräber des Restwohlstands der BRD-Bewohner!

  • Weibliche Politik heisst:
    - nichts wird geplant
    - es wird ad-hoc reagiert
    - wer am meissten jault bekommt zuerst happie-happie
    - das rundherum Wohlfühl-Klima ist besonders wichtig
    - wer etwas fordert muss sich nochmal hinten anstellen
    - jeder hilft jedem, egal wieviel Schuld er selbst an seiner Misere hat
    - in der 1. Reihe sitzt garkeiner
    - an der Tür hängt "Bitte nicht stören"
    - alles wird öffentlich dementiert
    - Politik nur noch nachts in abhörsicheren Klungel-Bunkern
    - Kritik aussitzen und immer dieses süffisante Lächeln.

    Mir wird schlecht, Frau Merkel !...

    Dann lieber Scheinbrück, den kann man wenigstens in den Ar..h treten wenn er zuviel verschenken will oder dummes Zeug geredet hat. Der duckt nicht ab !!!

  • Jeden Tag Steinbrück beim Onlineauftritt des HB. Also liebe Redaktion, man kann auch übertreiben, sonst könnte man noch was merken. Es gibt doch den schönen alten Spruch "Nachtigall ich hör´dir trapsen". Wollen sich sich den anziehen? Richtige Dosierung ist auch eine Kunst die man beherrschen sollte. Also bitte etwas mehr Fingerspitzengefühl.

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