Kanzlerkandidatur
Steinbrück-Debatte spaltet die SPD

Unter den SPD-Linken mehren sich die kritischen Stimmen gegen eine mögliche Kanzlerkandidatur von Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. Der konservative Seeheimer Kreis reagierte mit Unverständnis auf die Anwürfe.
  • 1

BerlinIn der SPD zeichnet sich in der Frage der Kanzlerkandidatur ein Kräftemessen der beiden Parteiflügel ab. Die Parteilinke äußerte am Wochenende Kritik an einer möglichen Kanzlerkandidatur von Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. Der konservative Seeheimer Kreis reagierte mit Unverständnis auf die Anwürfe. SPD-Chef Sigmar Gabriel lehnte eine frühzeitige Festlegung auf einen Kandidaten erneut ab.

„Peer Steinbrück verachtet die Partei und bezeichnet ihre Funktionäre gern als Heulsusen“, sagte Juso-Chef Sascha Vogt dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Steinbrücks Kandidatur „würde die SPD tief spalten, ein Großteil der Mitglieder stünde nicht hinter ihm“, fügte Vogt hinzu. Steinbrück gilt als Vertreter des rechten Parteiflügels.

Auch der schleswig-holsteinische SPD-Landeschef Ralf Stegner warnte, die Partei dürfe sich nicht von einem „Medien-Hype treiben lassen und zu einer vorgezogenen Entscheidung für Flügelkandidaten kommen“. Die Partei brauche nach der schwierigen Phase vielmehr einen Spitzenkandidaten, „der das Amt beherrscht, öffentliche Zustimmung gewinnt und die SPD in ihrem Gesamtprofil gut vertritt“, sagte Stegner weiter.

Die Seeheimer sprangen dagegen für Steinbrück in die Bresche: Dieser sei „immer ein guter möglicher Kanzlerkandidat“, sagte Seeheimer-Sprecher Johannes Kahrs am Sonntag dem Onlinemagazin des „Spiegel“. Entscheidend sei, dass der ehemalige Finanzminister weit über die Parteigrenzen hinweg Anerkennung finde. „Es geht um die Frage, wer es am ehesten schafft, die Bundesregierung abzulösen. Für alles andere gibt es Wahlprogramme und Parteitage“, betonte SPD-Bundestagsabgeordnete.

Seite 1:

Steinbrück-Debatte spaltet die SPD

Seite 2:

Auch Gabriel hält sich für geeignet

Kommentare zu " Kanzlerkandidatur: Steinbrück-Debatte spaltet die SPD"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Unwichtiger Artikel Assmussen, Steinbrück, Asmussen Schäuble. Diese Krise hat Namen so ab Helmut Schmitt,und in der Zeit haben viele gut gelebt vom Mehrwert der Arbeit, ein spekulatives System am Ende.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%