Kanzlerschaft
Steinmeier verzichtete für Ehefrau auf Kandidatur

Vor zwei Jahren spendete Frank-Walter Steinmeier seiner Frau eine Niere. Aus Rücksicht auf sie habe er jetzt auf die Kanzlerkandidatur verzichtet, sagte der SPD-Politiker. Peer Steinbrück werde er aber voll unterstützen.
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BerlinSPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat aus Rücksicht auf seine nierenkranke Frau auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. „Die letzten zwei Jahre seit der Transplantation haben gezeigt: Auch wenn es überwiegend gut geht – es gibt ein paar Tage mehr im Jahr, an denen ich an der Familienfront gefordert bin“, sagte Steinmeier, der seiner Frau Elke Büdenbender vor zwei Jahren eine Niere gespendet hatte, der „Bild am Sonntag“. „Diese Freiheit wollte ich mir bewahren, deshalb war der Verzicht auf die Kandidatur die notwendige Konsequenz.“

„Mir war klar, was ein Jahr Wahlkampf für mich und meine Familie bedeuten würde“, sagte der SPD-Fraktionschef weiter. „Wahlkampf, das heißt, an jedem der kommenden 365 Tage die doppelte Drehzahl zu laufen. Bei mir zu Hause ist aber in den vergangenen zwei Jahren Einschneidendes passiert. Und das hat einfach die Gewichte noch einmal verschoben und zu meiner Entscheidung geführt.“

Diese sei ihm durch das Wissen erleichtert worden, „dass Peer Steinbrück ein hervorragender Kandidat sein würde“, sagte Steinmeier. Er selbst werde sich jetzt nicht aus der Politik zurückziehen, sondern „voll für die SPD reinhängen“.

Der SPD-Politiker zeigte sich dankbar dafür, dass seine Frau und er nach der Transplantation zu einem glücklichen Zusammenleben zurückgefunden haben: „Wir sind da gemeinsam durch einen langen Tunnel gegangen. Ich bin unendlich dankbar, dass wir so viel Stabilität in unserem Leben wieder hingekriegt und jetzt wieder eine gemeinsame Perspektive für hoffentlich viele Jahre haben“, sagte Steinmeier. „Das ist ein großes Geschenk, das ich auch so empfinde; deshalb habe ich beschlossen, jetzt nicht gleichzeitig politisch alles auszureizen.“

Mit SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück und dem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel will Steinmeier weiter eng kooperieren. „Aus der Troika wird ein Dreieck mit dem Spitzenkandidaten an der Spitze. Aber Gabriel, Steinbrück und ich werden weiter eng zusammenarbeiten“, sagte Steinmeier. „Wir haben uns seit der Kandidatenentscheidung mindestens im Zwei-Tage-Abstand gesprochen oder gesehen.“

Steinmeier sagte, er habe keine Gegenleistung für seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur gefordert. „Weder gibt es Verabredungen, noch stelle ich Ansprüche“, sagte er. „Ich werde mich voll für die SPD reinhängen, damit Peer Steinbrück Kanzler wird.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Einen Menschen öffentlich so schlecht zu beurteilen ohne ihn zu kennen bzw. von den genauen Umständen zu wissen halte ich für schäbig.

  • Bei allen Respekt Herr Steinmeier ,
    aus der zweiten Reihe zu kämpfen ( oder sollte man sagen :
    besser abzuwarten ) ist doch bestenfalls nur Feigheit.
    Sie reihen sich in die Reihe all der Politiker ein , die konzeptlos , unfähig , versteinert auf die Fehler der anderen warten und keine Lösungsvorschläge für die anstehenden Probleme haben.

  • Macht sich ja immer gut, solche Worthülsen zu verbreiten.
    Doch mal ehrlich, ist das ein Artikel wert? Zumal, Steinmeier genau weiss, daß er keinerlei Chancen hätte, wäre er zu Wahl angetreten. Diese kommt, wenn überhaupt, erst 2017. Und, als Juniorpartner der Frau Merkel, hat er ja auch seine einschlägigen Erfahrungen. Doch wie gesagt, wir haben in Deutschland sicher andere Probleme.gez.walter werner.de

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