Kapazitätsprobleme
Stromnetze entwickeln sich zur Achillesferse

Weil Erzeugungs- und Verbrauchsorte des Stroms zunehmend weit auseinander liegen, wird das Netz immer stärker beansprucht. Doch der dringend erforderlicher Ausbau scheitert an bürokratischen Genehmigungsfragen. Ein Gesetzespaket soll Abhilfe schaffen.

BERLIN. Die Stromkonzerne kommen mit dem dringend erforderlichen Ausbau der Übertragungsnetze kaum nach. In ihren Berichten zum Netzausbau, die die Unternehmen morgen der Bundesnetzagentur vorlegen, warnen sie deutlich vor Engpässen. In den vergangenen beiden Jahren hat sich die Zahl der dokumentierten kritischen Situationen bereits spürbar gehäuft.

Der Kern des Problems liegt im Wandel der Erzeugungsstruktur: Früher wurde der Strom im Wesentlichen dort produziert, wo er auch verbraucht wurde. Mittlerweile klaffen die Orte der Erzeugung und des Verbrauchs weit auseinander. Ein wachsender Windstromanteil kommt aus dem Nordosten der Republik, verbraucht wird der Strom aber im Westen. Zudem ist das Windstromaufkommen äußerst volatil und kaum prognostizierbar. Zugleich gehen neue konventionelle Kraftwerk ans Netz. Hier zeichnet sich ein neuer Erzeugungsschwerpunkt in den neuen Ländern ab: 40 Prozent aller Projekte, die ans Netz angeschlossen werden müssen, entfallen auf Ostdeutschland.

Der Verbrauch zwischen Rostock und Zwickau ist dagegen rückläufig. Zudem ist es politisch gewollt, den Stromaustausch über Deutschlands Grenzen hinweg zu forcieren. Auch dafür müssen Kapazitäten her. Verantwortlich für den Ausbau der Übertragungsnetze sind die Netztöchter von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW.

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