Deutschland
Kapitalismus-Debatte nährt negatives Bauchgefühl

HB DÜSSELDORF. Der frühere Botschafter der USA in Deutschland, John Kornblum, befürchtet, dass sich die Kapitalismuskritik negativ auf das Investitionsklima auswirkt: "Es gibt gute Gründe, in Deutschland zu investieren. Aber es gibt seit einiger Zeit auch eine gewisse Skepsis. Die wird nicht unbedingt von harten Fakten ausgelöst, eher von einem Bauchgefühl. Diese Diskussion verstärkt das natürlich", sagte Kornblum, der heute Deutschland-Chef der Investmentbank Lazard ist, dem Handelsblatt (Montagausgabe).

Kornblum kann der Kapitalismus-Debatte jedoch auch positive Seiten abgewinnen: "Weil Deutschland sich erst jetzt richtig öffnet, wird zum ersten Mal ernsthaft über Wirtschaft diskutiert. Die Bundesrepublik hat zwar sehr erfolgreich Güter in die ganze Welt exportiert, sich selber aber in mancher Hinsicht abgeschottet, um das zu schützen, was man als deutsche Spielart der Marktwirtschaft ansah. Das ändert sich jetzt. Die so genannte Deutschland AG hat sich schon stark gewandelt."

Der frühere US-Botschafter wies die in Deutschland weit verbreite Kritik am Verhalten von Hedge-Fonds und manchen Finanzinvestoren zurück: „Eine ähnliche Debatte hat in den achtziger Jahren in den Vereinigten Staaten stattgefunden. Aber diese Fonds haben maßgeblich zu einer breiten Restrukturierung der amerikanischen Industrie beigetragen. Das könnte auch für Deutschland zu erwarten sein. "Kornblum geht davon aus, dass Deutschland die bevorstehenden Anpassungsprozesse bewältigen wird: "Das Land wird das schaffen."

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