Karneval 2016 Mehr Polizeieinsätze beim Kölner Karneval

Die Kölner Polizei hatte an Karneval reichlich zu tun. Der neue Polizeipräsident wertet aber gerade das als Erfolg. Andernorts macht das Wetter den Narren erneut einen Strich durch die Rechnung.
Nach den Vorfällen vor dem Kölner Hauptbahnhof übernahm Jürgen Mathies (r.) den Job des Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers. Quelle: Reuters
Neuer Chef

Nach den Vorfällen vor dem Kölner Hauptbahnhof übernahm Jürgen Mathies (r.) den Job des Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers.

(Foto: Reuters)

KölnDie zuletzt viel kritisierte Kölner Polizei ist an den Karnevalstagen häufiger eingeschritten als im Vorjahr. Von Weiberfastnacht bis einschließlich Rosenmontag habe es über 800 Platzverweise mehr gegeben als 2015, sagte Polizeidirektor Michael Temme am Dienstag. Die Ingewahrsamnahmen verdoppelten sich demnach, bei den Festnahmen gab es sogar eine Verdreifachung. Insgesamt fuhr die Polizei 1100 Einsätze, 200 mehr als voriges Jahr.

Dennoch gab sich der neue Polizeipräsident Jürgen Mathies zufrieden. „Die Polizei hat schon ganz toll gearbeitet“, sagte er im WDR. Die vielen Einsätze hätten eben auch damit zu tun, dass die Polizei diesmal sehr konsequent eingeschritten sei. „Dieses Konzept, das hat eindeutig gegriffen.“

Diese Waffen sind erlaubt
Pfefferspray
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Ohne waffenrechtliche Bestimmungen frei käuflich (zur Tierabwehr bestimmt). Eine Anwendung gegenüber Menschen ist nur bei Vorliegen einer Notlage und einem rechtswidrigen Angriff als Notwehr erlaubt. Starke Augenreizung bis hin zu Verätzungen und Luftnot sind in der Regel die Folgen, wenn der Angreifer von dem Spray getroffen wird.

CS-Gas
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CS-Gas ist eine Alternative zum Pfefferspray. Sorgt auch für tränende Augen beim Angreifer, deshalb ist es auch unter dem Namen „Tränengas“ bekannt. CS-Gas ist nicht ganz so stark wie Pfefferspray, das sich stärker auf die Atemwege auswirkt.

Schrillalarm
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Ein Schrillalarm ist eine Alarmsirene, die in Paniksituationen aktiviert wird und einen Hochfrequenzton von 110 dB ausstößt. Das akustische Alarmgerät soll den Angreifer abschrecken und gleichzeitig Hilfe alarmieren.

Hochleistungstaschenlampen
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Hochleistungstaschenlampen kommen vor allem von Sicherheitspersonal und Polizei zum Einsatz. Aber auch zur Selbstverteidigung ist sie ein wirkungsvolles Gerät. Die fingergroße Taschenlampe mit Strobo-Effekt kann Angreifer mit einer Lichtstärke von bis zu 200 Lumen minutenlang orientierungslos machen. Das gibt dem Opfer genug Zeit zu fliehen.

Elektroschocker
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Elektroschockgeräte mit PTB-Prüfzeichen sind im Handel ab 18 Jahren frei erhältlich. Die Geräte haben dabei entweder eine Stärke 200.000 oder 500.000 Volt und dürfen auch außerhalb der eigenen vier Wände geführt werden. Körperliche Folgen für den mutmaßlichen Angreifer sind heftige Muskelkontraktionen, bis zu Herz-Rhythmus-Störungen und kleine lokale Verbrennungen.

Schreckschusswaffe
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Schreckschusswaffen sind Nachbildungen von echten Pistolen und Revolvern, die im Gegensatz zu scharfen Waffen keine Projektile verschießen, sondern Kartuschenmunition. Schreckschussmunition erzeugt lediglich einen sehr lauten Knall.

Reizgaspistole
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Ebenfalls eine Nachbildung, mit der keine echten Projektile abgefeuert werden können. Beim Abfeuern von Reizgasmunition schießt allerdings Gas in Verbindung mit einem Knall aus dem Lauf, das den Angreifer, ähnlich wie ein Pfefferspray, stoppen soll. Der Erwerb ist in Deutschland ab dem 18. Lebensjahr ohne jegliche Kontrolle möglich. Wer eine Schreckschuss-, Reiz- oder Signalwaffe allerdings auch in der Öffentlichkeit führen will, benötigt einen kleinen Waffenschein. Folgen eines Einsatzes können Augenreizung und Luftnot sein, ein auf die Haut aufgesetzter Schuss (z. B. am Kopf) kann allerdings auch tödlich enden.

Unter dem Eindruck der sexuellen Übergriffe der Silvesternacht hatte die Kölner Polizei ihre Präsenz massiv verstärkt. So waren zeitweise doppelt so viele Beamte wie im vergangenen Jahr im Einsatz. Insgesamt wurden an den Karnevalstagen 45 Sexualdelikte angezeigt, von Beleidigung bis hin zu Vergewaltigung. Die Beraterinnen am „Security Point für Frauen“ wurden nicht in Anspruch genommen.

Die Feierlichkeiten gingen am Fastnachtsdienstag weiter – doch in einigen Regionen vermieste das Wetter den Narren erneut die Laune. In Hessen und Rheinland-Pfalz wurden Umzüge wegen drohender Unwetter und Regen abgesagt. Die Umzüge im hessischen Dieburg, Babenhausen, Hanau-Großauheim und Erbach sowie im pfälzischen Ramstein fielen kurzfristig aus. „Bei uns ist Land unter, es regnet ununterbrochen“, sagte Ralf Hechler von der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach.

Die AfD im Wandel der Zeit
In der Wagenbauhalle
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De Zoch kütt ... nicht“. In Düsseldorf zumindest nicht an Rosenmontag. Der Zug fällt aus – zu sehen gibt es die politischen Wagen aber dennoch.

Trump in Düsseldorf
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Die Düsseldorfer Wagenbauer um Jacques Tilly gelten als die bissigsten und scharfzüngigsten der Republik. Hier nehmen sie sich den US-Wahlkampf vor. Auf diesem Motivwagen steht eine Abbildung von Donald Trump mit der Aufschrift „Make Fascism Great Again“.

Silvesterrakete
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Die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht: Auf einem Wagen hat eine Frau einen Mann an einer Silvesterrakete festgebunden – und schießt ihn gerade in den Himmel. „So schön wird das nächste Silvester“, haben die Jecken dazu geschrieben.

Wandel
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Die Alternative für Deutschland im Wandel der Zeit – einst im gut bürgerlichen Gewand, nun ganz braun. So sehen es die Düsseldorfer Karnevalisten.

Anti-Terror-Kampf
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Karnevalisten trotzen Terroristen – die rote Pappnase ärgert den Bombenleger.

Platz da
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Tod dem Einzelhandel – das Aus für die kleinen Geschäfte durch Platzhirsche alla Amazon prophezeit dieser Wagen.

Ab vom Kurs
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Dieser Karnevalswagen zeigt eine Flüchtlingswelle, die Kanzlerin Angela Merkel durchwirbelt.

Kritik an den Sturmwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die für Rosenmontag zu Absagen großer Umzüge etwa in Düsseldorf und Mainz geführt hatten, wies der DWD am Dienstag zurück. „Die Warnungen waren völlig gerechtfertigt“, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Die Kölner, die an ihrem „Zoch“ festgehalten hatten, hätten schlicht Glück gehabt, sagte eine DWD-Meteorologe.

Eine regionale Fastnachts-Delikatesse stand für Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) auf dem Speiseplan: Froschkutteln. In Riedlingen löffelte der Politiker am Dienstag traditionsgemäß einen Teller Rinderinnereien. „Der Hunger treibt’s nei“, sagte Kretschmann. Kutteln werden aus in Streifen geschnittenen Rinderpansen zubereitet, enthalten zudem andere Innereien wie Leber, Niere und Herz, ein besonderes Gewürz und etwas Rotwein. Das Fastnachts-Mahl gibt es in Riedlingen bereits seit 1829.

  • dpa
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