Karneval in Köln: Für die Polizei werden die tollen Tage zum Härtetest

Karneval in Köln
Für die Polizei werden die tollen Tage zum Härtetest

An Karneval wird Köln sicher sein, versprechen Stadt und Polizei. Doppelt so viele Polizisten wie im Vorjahr sollen hart durchgreifen. Dem Kölner Einsatzleiter macht eine andere Entwicklung allerdings große Sorgen.

KölnEs soll die größte Party des Jahres werden, doch fest steht bereits: Es wird in Köln ein anderes Karneval sein als in den Jahren zuvor. Schon am Hauptbahnhof werden Reisende in allen erdenklichen Sprachen nonstop vor Trickbetrügern gewarnt. Die Unsicherheit ist groß, die Polizei will die Ankommenden sensibilisieren. Von verfrühter Karnevalsstimmung keine Spur.

Auch auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Polizei und Stadt ist von jecker Vorfreude nichts zu spüren. Mit ernster Miene blicken Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der neue Polizeipräsident Jürgen Mathies in den vollen Saal. Etwa 50 Journalisten sind zu der Pressekonferenz im Wallraf Museum in der Kölner Altstadt gekommen. Auch viele ausländische Medienvertreter sind darunter, etwa die britische BBC.

Sie alle wollen wissen, wie sicher die tollen Tage am Dom werden, was Stadt und Polizei nach den Vorkommissen von Köln und der erhöhten Terrorgefahr tun, damit die Jecken feiern können – die einheimischen, wie die zugereisten. Die Antworten liefert das Podium: Videoüberwachung, mehr Polizei auf den Straßen und Stadtverbote für potenzielle Straftäter – mit diesem Maßnahmenbündel wollen die Stadt und die Polizei für Sicherheit an den Karnevalstagen sorgen.

„Wir werden mit Konsequenz gegen alle vorgehen, die über die Stränge schlagen“, sagt Polizeipräsident Jürgen Mathies. Dies gelte für alkoholisierte, aggressive Menschen ebenso wie für Diebe und Sexualstraftäter. Für die Kölner Polizei werden die tollen Tage zum Härtetest – in diesem Jahr nach den Vorkommissen der Silvesternacht erst recht. Damals hatte die Polizei nicht verhindern können, dass Gruppen von Männern massenweise Übergriffe auf Frauen und Raubdelikte begingen.

„Weiberfastnacht ist eine Ausnahmesituation. Da kommen Menschen nach Köln, die nur eins wollen: Die Sau rauslassen“, sagte Kölns Polizeidirektor Michael Temme am Rande der Pressekonferenz dem Handelsblatt. „Ab morgens um acht Uhr spuckt der Hauptbahnhof Leute aus ganz Europa aus, die nur deswegen anreisen. Die kommen schon mit der entsprechenden Drehzahl an. Das ist teilweise menschenunwürdig.“ Temme koordiniert die Einsätze an den heißen Tagen vom Polizeipräsidium in Köln-Kalk aus.

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