Karriere bei den Rechtspopulisten
Die junge AfD schielt Richtung Putin

900 Mitglieder hat die Jugendorganisation der AfD „ JA“ bereits. Ihr Bundesvorsitzender Markus Frohnmaier sorgt regelmäßig mit ziemlich russlandfreundlichen Äußerungen für Schlagzeilen.

Frankfurt/MainMarkus Frohnmaier steht noch nicht in der ersten Reihe der AfD. Auf dem Parteitag der rechtspopulistischen Partei am Wochenende wird sich das Augenmerk auf andere wie Parteichefin Frauke Petry oder Vize Alexander Gauland richten. Doch Frohnmaier wird als Chef der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) schon als Nachwuchsstar der Partei gehandelt. Zuletzt machte er mit seinem pro-russischen Kurs von sich reden.

Der 25-jährige Frohnmaier hat selbst einen Migrationshintergrund. Geboren wurde er im rumänischen Craiova, aufgewachsen ist er aber in der baden-württembergischen Provinz - in Weil der Stadt, einer Kleinstadt nahe Stuttgart mit knapp 19.000 Einwohnern. Dort wuchs er in einer „alteingessenen Bauernfamile“ auf, wie Frohnmaier auf seiner Website schreibt.

Heute studiert er Jura in Tübingen – und macht Politik. Vor seinem Eintritt in die AfD war er nach eigenen Angaben bereits in der CDU aktiv, die ihn aber in den vergangenen Jahren zunehmend enttäuscht habe. Die Union habe wesentliche Grundpositionen aufgegeben, weshalb er in die AfD eingetreten sei. In Baden-Württemberg sitzt er nun im AfD-Landesvorstand.

Gewicht hat seine Stimme aber vor allem als JA-Bundesvorsitzender. Die AfD-Jugendorganisation hat nach eigenen Angaben inzwischen rund 900 Mitglieder. Kurz vor dem Bundesparteitag am Wochenende in Stuttgart sorgte ein „Spiegel“-Bericht für Furore, wonach Vertreter der JA und der „Jungen Garde“ der Partei „Einiges Russland“ von Präsident Wladimir Putin ein Bündnis beschlossen hätten.

„Auf dem ganzen europäischen Kontinent werden eurokritische und souveränistische Bewegungen immer stärker“, zitierte das Magazin Frohnmaier. Es sei für die JA „selbstverständlich, diese Aktivitäten in einem neuen Jugendnetzwerk zu bündeln“. Da dürfe Russland nicht fehlen. Frohnmaier bestritt später, dass es eine offizielle Zusammenarbeit gebe. Es gebe nur Gespräche.

Doch seine Russland-freundliche Haltung erscheint unstrittig. So sagte er dem „Spiegel“ auch: „Trotz westlicher Vorbehalte gegen das politische System in Russland ist es unzweifelhaft, dass Präsident Putin und seine Partei den Rückhalt der Mehrheit in Russland genießen.“ Deutschland sei „nicht Kindergärtner der Welt“. In der Außenpolitik müsse es wieder „seine vitalen nationalen Interessen“ vertreten.

Der Kurs der AfD gegenüber Russland dürfte auch auf dem Parteitag am Wochenende ein zentrales Thema sein. Einen demonstrativ pro-russischen Kurs verfolgt auch Petrys Lebensgefährte, der nordrhein-westfälische AfD-Landeschef Marcus Pretzell. Die Ukraine reagierte etwa jüngst erzürnt, als er mit einem russischen Visum die von Moskau annektierte Krim besuchte. Mit dabei war JA-Chef Frohnmaier.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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