Kassen-Kampf
Neuer AOK-Riese geht auf Mitgliederjagd

Die zum 1. Oktober aus den AOK-Kassen in Westfalen-Lippe und Schleswig Holstein hervorgegangene AOK Nordwest startet mit einer Kampfansage. 2011 will die siebtgrößte der 163 Krankenkassen auf Zusatzbeiträge verzichten. Und so immer weiter wachsen.
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FRANKFURT. Der größte Krankenkassenverbund, die AOK, setzt weiter auf Größe und Preiskampf. Zum 1. Oktober fusionierten zwei weitere bisher selbständige AOK-Kassen zur AOK Nordwest, einem Institut mit 2,8 Mio. Versicherten. Sechs der zehn größten Krankenkassen stellt die AOK damit. Nur Barmer GEK, Techniker Krankenkasse und DAK sind für sich genommen größer.

Der Vorstandsvorsitzende der neuen AOK Nordwest, Martin Litsch, startet mit einer Kampfansage an die schwachen Konkurrenten in die Fusion. „Wir erheben in diesem Jahr keinen Zusatzbeitrag und werden auch für 2011 keine Zusatzbeiträge erheben“, erklärte er. Voraussetzung ist natürlich, dass das neue Finanzierungsgesetz für die Krankenkassen so im Bundestag verabschiedet wird, wie es politisch von der Regierung beschlossen worden ist. Es gibt jedoch keine Zweifel, dass der allgemeine Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht wird. Damit hat zumindest die AOK Nordwest wieder genug Finanzspielraum. Zusammen umfasst das Finanzvolumen der AOK Nordwest 7,5 Mrd. Euro.

Ohne Zusatzbeitrag sieht Kassenchef Litsch gute Chancen, noch größer zu werden. „Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil, von dem insbesondere die Versicherten profitieren. Natürlich versprechen wir uns davon auch mehr Wachstum.“ Denn: Neben Leistung und Service „ist nach wie vor auch der Preis entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit einer Krankenkasse.“ Hinter diese Aussage setzte er sogar ein Ausrufezeichen.

„Wir sind zwar öffentlich-rechtliche Unternehmen, aber es gibt keine Rücksichtnahmen mehr“, lautet das Credo des neuen Nordwest-Chefs, der bisher die AOK Westfalen-Lippe geleitet hatte. Der Markt der Gesetzlichen Krankenversicherung befinde sich in einem ständigen Veränderungsprozess. Mit der Einführung der Wahlfreiheit für Versicherte, selektiver Vertragsoptionen, der neuen Welt des Gesundheitsfonds, die Einführung von Zusatzbeiträgen oder der Insolvenzfähigkeit für gesetzliche Krankenkassen nehme „die Wettbewerbsintensität stetig zu“.

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