Kassen wollen 100 Mill. Euro sparen
Festpreis für patentierte Medikamente

Die Krankenkassen werden noch in diesem Jahr erstmals auch für einige patentgeschützte Medikamente preisliche Obergrenzen festlegen. Nur bis zu diesen Festbeträgen wollen die Kassen in Zukunft die Kosten übernehmen.

pt BERLIN. Auf diese Weise wollen die Kassen von rund 100 Mill. Euro pro Jahr einsparen, kündigte der Sprecher der für den Arzneimittelbereich federführenden Betriebskrankenkassen, Florian Lanz an. Zuvor hatte der Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen gestern die Medikamente, die für die neuen Erstattungshöchstpreise in Frage kommen, festgelegt.

Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) begrüßte die Entscheidung des Bundesausschusses, mit der eine wichtige Neuerung durch die Gesundheitsreform umgesetzt werde. Bedeutsam sei vor allem, dass auch in Zukunft patentgeschützte Medikamente keinem Festbetrag unterliegen, die im Vergleich zu Präparaten mit identischen oder ähnlichen Wirkstoffen Verbesserungen für die Patienten brächten, sagte Schmidt.

Der Ausschuss hatte seine Entscheidung zwei Mal vertagt. Zunächst beabsichtigte er, alle patentgeschützten Mittel einem Festbetrag zu unterwerfen, die in Konkurrenz mit nicht mehr geschützten Medikamenten oder Generika mit gleichen oder ähnlichen Wirkstoffen stehen. Nun sollen nur solche Medikamente dem Festbetrag unterworfen werden, die keine Verbesserung für die Patienten bedeuten.

Trotzdem kritisierte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie die Entscheidung „als schwarzen Tag für die forschende Arzneimittelindustrie“. Er erwartet, dass die neuen Festbeträge zu höheren Generika-Preisen führen werden. Die Industrie verliere die Chance, ihre Forschungskosten über den Preis zu refinanzieren. Die Kassen wollen dieses Jahr durch Festbeträge insgesamt rund 2,5 Mrd. Euro einsparen.

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