Kassenbeiträge

SPD will Arbeitgeber an Mehrbelastungen beteiligen

Die Krankenkassen erhöhen auf breiter Front die Zusatzbeiträge für das kommende Jahr. Die SPD will verhindern, dass die Versicherten die Erhöhung voll tragen müssen – und auch die Arbeitgeber an den Kosten beteiligen.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion unterbreitete einen Vorschlag, um zur hälftigen Finanzierung der Beiträge zurückzukehren. Quelle: dpa
Hilde Mattheis

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion unterbreitete einen Vorschlag, um zur hälftigen Finanzierung der Beiträge zurückzukehren.

(Foto: dpa)

BerlinAngesichts der im kommenden Jahr steigenden Krankenkassenbeiträge wachsen in der SPD die Bestrebungen, die Arbeitgeber wieder an den Mehrbelastungen zu beteiligen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hilde Mattheis, unterbreitete in der „Berliner Zeitung“ vom Mittwoch einen Vorschlag, um zur hälftigen Finanzierung der Beiträge zurückzukehren. Ihr Plan sieht vor, dass künftig auch der bislang allein von den Versicherten zu tragende Zusatzbeitrag je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen wird.

„Wir müssen das 2016 gesetzlich neu regeln“, verlangte sie. Union und SPD hätten sich in den Koalitionsverhandlungen in einer Protokollnotiz darauf verständigt, dass ein zu hoher Zusatzbeitrag nicht akzeptabel ist. Diese Belastungsgrenze sei nun erreicht.

Die Koalition hatte auf Druck der Union den Anteil der Arbeitgeber Anfang 2015 bei 7,3 Prozent des Bruttolohnes eingefroren. Die Arbeitnehmer zahlen ebenfalls 7,3 Prozent, hinzu kommt bei ihnen aber der Zusatzbeitrag, den die Kassen zum 1. Januar um bis zu 0,6 Prozentpunkte erhöhen.

So teuer sind die größten Krankenkassen
Hausarztbesuche in Pflegeheimen
1 von 15

14,6 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt jeder Arbeitnehmer an die Krankenkasse – die Hälfte davon trägt der Arbeitgeber. Die von den Kassen individuell festgesetzten Zusatzbeiträge jedoch zahlt jeder Berufstätige vollständig selbst. Im kommenden Jahr werden die Zusatzbeiträge wohl um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent steigen. Eine der größten Kassen knackt die 16 Prozent Gesamtbeitragsschwelle.

Hier erklären wir, wie sie die Kasse wechseln können.

Techniker Krankenkasse
2 von 15

Techniker Krankenkasse - 6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Barmer GEK
3 von 15

Barmer GEK – 6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK erhöht Beiträge
4 von 15

DAK - 4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

AOK Bayern
5 von 15

AOK Bayern - 3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Baden-Württemberg
6 von 15

AOK Baden-Württemberg - 2,99 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

IKK Classic
7 von 15

IKK Classic - 2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

Auch die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), in deren Amtszeit erstmals die hälftige Finanzierung der Beiträge aufgegeben wurde, plädierte für eine Rückkehr zur Parität. Beschäftigte und Rentner dürften nicht alleine die steigenden Gesundheitsausgaben finanzieren, sagte sie der „Berliner Zeitung“.

Schmidt erinnerte daran, dass der 2005 eingeführte Sonderbeitrag, den die Arbeitnehmer allein zahlen mussten und der inzwischen im Zusatzbeitrag aufgegangen ist, ursprünglich bei 0,9 Prozent fixiert gewesen sei. Daher sei er für die SPD als Kompromiss mit der Union akzeptabel gewesen. Nun werde der Sonderbeitrag, der zum Jahreswechsel auf bis zu 1,5 Prozent steigt, zum Einfallstor, um Beschäftigten und Rentnern die wachsenden Ausgaben aufzubürden.

  • afp
Startseite

Mehr zu: Kassenbeiträge - SPD will Arbeitgeber an Mehrbelastungen beteiligen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%