Katharina Nocun
Top-Piratin kündigt Rückzug an

Im Interview mit Handelsblatt Online kämpfte Katharina Nocun vor kurzem noch vehement gegen die Spähangriffe der Geheimdienste. Jetzt hat die Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei ihren Rückzug angekündigt.
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BerlinEine der wichtigsten Spitzenfrauen der Piratenpartei verabschiedet sich nach nur einem halben Jahr im Amt aus der ersten Reihe. „Ich kann mir die Arbeit im Bundesvorstand unter den aktuellen Umständen leider gerade nicht mehr leisten“, sagte die Politische Geschäftsführerin, Katharina Nocun, der „Tageszeitung“ (taz).

Sie wolle stattdessen zunächst ihre Masterarbeit an der Universität Hamburg schreiben, kündigte die 27-jährige Netzaktivistin an. Mit der zeitaufwändigen, ehrenamtlichen Vorstandsarbeit lasse sich das nicht kombinieren. Nocun appellierte an ihre Partei, die Bundesvorstände künftig „unbedingt“ für deren Arbeit zu bezahlen.

Die Rückzugsankündigung kommt überraschend. Neben Piratenchef Bernd Schlömer galt Nocun als Gesicht der Piraten im Wahlkampf. Viele hatten gehofft, dass die Nachwuchspolitikerin Ende November auf dem Bundesparteitag erneut für den Spitzenposten kandidiert. Noch vor kurzem hatte sich Nocun im Interview mit Handelsblatt Online vehement gegen das Ausspionieren von Bürgern durch Geheimdienste gewandt. Sie hatte sich zudem für eine Live-Fernsehübertragung der Zeugenaussagen im geplanten NSA-Untersuchungsausschuss ausgesprochen. "Ich würde mir wünschen, dass dieser Ausschuss streng öffentlich stattfindet. Es sollte möglich sein, dass sich die Bürger das ansehen können."

Nocuns Rückzug kommt in einer Phase, in der die Partei nach ihrem Debakel bei der Bundestagswahl versucht, sich für die Europawahl im Frühjahr 2014 wieder fit zu machen. Krachend waren die Piraten an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Nocun kommentierte damals das Ergebnis mit den Worten: „Das war ein Arschtritt von den Wählern.“

Vor gut einem Jahr wurden die Piraten als neue Politik-Hoffnung gefeiert, dann folgte der Absturz. Die Partei machte eher mit internen Querelen Schlagzeilen als mit politischen Forderungen. Im Wahlkampf rauften sie sich zusammen. Doch ihre Anliegen können sie den Wählern offenbar nur schwer erklären.

„Wir müssen überlegen, wie wir unsere Positionen einfacher, verständlicher und klarer an die Bürger bringen“, fordert Parteichef Schlömer seine Mitstreiter auf. Damit hatte die basisdemokratisch organisierte Partei ihre Schwierigkeiten. Selbst den Überwachungsskandal, der ihnen im Wahlkampf praktisch in den Schoß fiel, konnten die Piraten nicht für sich nutzen.

Jetzt bemühen sich die Piraten tapfer, nach vorne zu schauen. Die Europawahl im kommenden Mai wird als nächstes Ziel ausgerufen. „Das ist wie beim Boxen: Wenn man einen draufkriegt, dann steht man auf, putzt sich den Dreck aus dem Gesicht und macht weiter“, hatte Nocun einst gesagt. Für sie gilt der eigene Spruch nun allerdings nicht mehr.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Katharina Nocun: Top-Piratin kündigt Rückzug an"

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  • Klasse wie Links-Außen-Dietmar-Neuerer wieder für diese Überflüssige kulturmarxistische Grünen 3.0 Partei Werbung macht.

    Überflüssiger Artikel über überflüssige Partei!

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