Kauder im Interview
„Wir werden hier keine faulen Kompromisse machen“

Unionsfraktionschef Volker Kauder lehnt die Wachstumspläne des designierten neuen französischen Staatspräsidenten Francois Hollande ab. Schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme sind mit ihm nicht zu machen.
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BerlinHerr Kauder, die CDU muss sich am Sonntag in NRW zwar nicht sorgen, das Amt des Ministerpräsidenten zu verlieren, aber gute Aussichten hat die Partei nicht.

Wir können kein Amt verlieren, aber wir können dort eines gewinnen. Wir haben alle Chancen. Wir kämpfen darum, den Ministerpräsidenten zu stellen.

Bislang verliert die CDU ein Land nach dem anderen - zuletzt in Schleswig-Holstein.

In Schleswig-Holstein ist noch nichts entschieden. Warten wir mal ab, wer am Ende welche Koalition hinbekommt. Wir konzentrieren uns jetzt auf die nächste Wahl am Sonntag und die im Januar in Niedersachsen. Dort sehe ich sehr gute Chance, dass David McAllister die Regierung verteidigen kann. Dann folgt die Bundestagswahl. Da kann ich nur sagen: Die SPD ist in den vergangenen Jahren nicht vom Fleck gekommen.

Dagegen ist die FDP abgestürzt und fällt als Mehrheitsbeschaffer aus. Bleibt der CDU überall nur noch die Große Koalition?

Wir werden sehen, wie sich die Konstellationen angesichts der Piratenpartei verändern. In Kiel wäre es schon merkwürdig, wenn die CDU als stärkste Kraft nicht an der Regierung beteiligt wird - weil die Partei der dänischen Minderheit zum Zünglein an der Waage wird. Da muss ich sagen: Wenn eine Partei, die von allen Hürden befreit ist, entscheidet, wer ein Land regiert, dann ist das auch verfassungsrechtlich und für die politische Kultur nicht ganz unbedenklich. Bei allem Respekt vor dem SSW. Er sollte bei seiner selbst auferlegten Zurückhaltung bleiben.

Ungeachtet der Lage im Norden: Die CDU kommt nicht mehr in die Nähe der 40 Prozent. Viele Stammwähler bleiben enttäuscht zu Hause. Damit sind doch bürgerliche Mehrheiten kaum mehr möglich.

In der Tat wird es schwieriger. Die Nicht-Wähler sind in ihrer Motivation schwer zu analysieren. Aber wenn es ernst wird, wenn klar wird, was auf dem Spiel steht, werden auch enttäuschte Unionswähler wieder für uns stimmen. Um diese Gruppe der Stammwähler müssen wir uns jedoch intensiv kümmern. Dazu müssen wir in der Außendarstellung besser werden.

Also wieder ein Appell an den Teamgeist wie seit einem Jahr?

Was richtig ist, bleibt auch richtig. Ich hoffe, dass die FDP durch den Erfolg in Kiel und nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen mehr an Sicherheit gewinnt ...

... und den Weg in die Regierungen sucht, indem sie mit SPD und Grünen Ampelbündnisse eingeht?

Ich sehe das weder in Schleswig-Holstein noch in Nordrhein-Westfalen. Es wird keine Ampel geben. Mein Kollege Rainer Brüderle hat sich genauso geäußert. Eine Ampel wäre das falsche Signal für alle Wähler, die weiterhin auf bürgerliche Mehrheiten setzen - auch in Berlin.

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  • Jawohl Herr Kauder und in Europa wird wieder Deutsch gesprochen

  • Herr Kauder, hören Sie endlich auf den Besserwisser zu geben!
    Wollen Sie vielleicht Ihren Satz, Europa spricht Deutsch nochmals auf Frankreich wiederholen??? Wie peinlich!

    Sie spielen sich auf als wenn Sie das Volk vertreten - für mich tun Sie das schon lange nicht mehr! Kommen Sie mal von Ihrem hohen Ross runter und werden Sie demütig!

    Es kann nicht angehen, dass die Regierung mit dem sauer verdienten Geld der Bürger dieses Landes nur so um sich wirft!

    Nicht nur für den Euroraum wird gezahlt auch hierzulande wird dauernd gestützt was das Zeug hält, ich denke mal an die HRE usw. Wenn der ESM kommen sollte dann gnade uns!

    Jetzt wäre der beste Zeitpunkt um einigen Staaten im Euroraum den Austritt vorzuschlagen.

    Europa das ist wirklich toll, aber beim Geld hört einfach der Spass auf!!!!!

    Wo bitteschön ist hier eine Volkspartei? Das Volk ist doch allen, die sich da im Budestag tummeln schon mal so was von schnuppe!

  • Wer ist denn für das Desaster verantwortlich ? Herr Kauder ?
    das Eingeständnis, dass Ihnen nix mehr einfällt ist doch bezeichnend !

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