0 Bewertungen
22.07.2008 
Nach dem Koalitionskompromiss

Kauder: Mindestlohn muss nachgebessert werden

Unions-Fraktionschef Volker Kauder hat Nachbesserungen beim Mindestlohn verlangt und eine Aufnahme der Zeitarbeitsbranche ins Entsendegesetz kategorisch ausgeschlossen.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, will einen Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche verhindern. Foto: apLupe

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, will einen Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche verhindern. Foto: ap

HB BERLIN. Es müsse gesichert sein, dass Tariflöhne immer Vorrang vor staatlich festgesetzten Mindestlöhnen hätten, „und es kann nicht sein, dass große Unternehmen mit den Gewerkschaften Mindestlöhne vereinbaren, die dann kleinere Wettbewerber aus dem Markt drängen“, sagte Kauder der „Bild“-Zeitung vom Dienstag.

Die Einführung von Mindestlöhnen bleibt damit auch nach dem jüngsten Koalitionskompromiss ein Streitthema zwischen SPD und den Unionsparteien. „Gesetze beschließt in diesem Land immer noch das Parlament und nicht das Kabinett“, sagte Kauder. Er sei sich zwar der großen Mehrheit in der Union im Bundestag für den Kompromiss sicher, aber nur unter der Voraussetzung, dass in den Beratungen im Parlament „an einigen Punkten nachgebessert wird.“

Für klärungsbedürftig hält Kauder auch die Frage, für welche Branchen der Mindestlohn in Betracht komme. Wie zuvor schon Kanzlerin Angela Merkel schloss auch Kauder dies etwa für die Zeitarbeitsbranche aus. „In dieser Branche gibt es gute Tarifverträge – und damit keinen Mindestlohn.“

Die Koalition hatte vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) in den nächsten Monaten darüber berät, auf welche Wirtschaftszweige das Entsendegesetz ausgeweitet wird und damit dort ein Mindestlohn für die gesamte Branche möglich wird. Das Bundeskabinett hatte erst vorige Woche zwei Gesetzentwürfe beschlossen, mit denen der Mindestlohn ausgeweitet werden soll.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Finanzkrise: Nationale No...

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen. In der Europäischen Union wird derzeit jedoch vor allem an nationalen Lösungen gebastelt. Wer tut was?Bildergalerie 

  • Hart umkämpfte Wahlkreise...

    Hart umkämpfte Wahlkreise für die SPD

    Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2009 etliche Direktmandate verlieren. Betroffen davon sind vor allem Wirtschaftspolitiker und Konservative der Bundestagsfraktion. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Lüthke Politikberatung für das Handelsblatt.Bildergalerie 

  • Becksteins mögliche Erben...

    Becksteins mögliche Erben in Bayern

    Nach dem Wahl-Debakel und nur zwölf Monaten Amtszeit gibt sich Ministerpräsident Günther Beckstein geschlagen. Die Parteikollegen trauerten nicht lang. Bereits am Dienstagnachmittag stellten sich drei Amtsanwärter zur Verfügung. Und mit Horst Seehofer hält sich auch ei...Bildergalerie 

  • Das politische Stehaufmän...

    Das politische Stehaufmännchen

    Im vergangenen Jahr war Horst Seehofer noch Erwin Huber bei der Wahl zum Parteivorsitzenden unterlegen, nun scheint der designierte neue Parteichef endlich am Ziel. Er wolle die CSU „in ihrem Mythos, in ihrer Einmaligkeit, in ihrer Erfolgsgeschichte“ der vergangenen fü...Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Westminster übernimmt  Artikel in Merkliste

08.10.2008, 10:03 Uhr von Dirk Heilmann

Die Londoner City funktioniert nicht mehr – jetzt übernimmt Westminster die Regie. Der Rettungsplan der britischen Regierung für das Bankensystem ist ein mutiger Schritt. In den vergangenen Tagen hat sich viel Aufmerksamkeit auf die Teilverstaatlichung von Banken konzentriert. Zu Recht, ist sie doch eine historische Zäsur. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Merkel & Co überhöhen den Staat  Artikel in Merkliste

07.10.2008 von Thomas Hanke

Merkel verkalkuliert sich: Sie spekuliert auf das Vertrauen der Bürger in den Staat, füllt dessen Aufgaben aber nicht überzeugend aus. Kommentar