Kauf von Staatsanleihen: CSU fordert Bundesbank-Boykott gegen die EZB

Kauf von Staatsanleihen
CSU fordert Bundesbank-Boykott gegen die EZB

Die EZB öffnet die Geldschleusen - und die nationalen Notenbanken helfen dabei mit. Das ärgert die CSU. Deren Finanzexperte fordert von der Bundesbank, sich an der „wundersamen Geldvermehrung“ nicht zu beteiligen.
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BerlinDer Obmann der Unions-Bundestagsfraktion, Hans Michelbach (CSU), fordert von der Bundesbank, sich nicht an dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossenen Käufen von Staatsanleihen zu beteiligen. „Die Bundesbank muss ihrer Linie der Ablehnung von Anleihekäufen treu bleiben. Einen Kauf von Staatsanleihen durch die Bundesbank darf es nicht geben“, sagte Michelbach dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Er erwarte dazu von Bundesbankpräsident Jens Weidmann eine „eindeutige öffentliche Erklärung“. Die Bundesbank dürfe sich nicht zum „Erfüllungsgehilfen des falschen Kurses von Herrn Draghi machen lassen“, betonte Michelbach.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kritisierte den EZB-Kurs. „Der Ankauf von Staatsanleihen ist in der Währungsunion kein Instrument wie jedes andere. Es birgt Risiken“, sagte Weidmann der „Bild“-Zeitung vom Freitag. Auf die Frage, ob die EZB künftig noch so unabhängig sei wie es die Bundesbank zu Zeiten der D-Mark war, sagte Weidmann: „Fakt ist, dass mit dem neuen Programm die Notenbanken im EZB-System zu den größten Gläubigern der Euro-Staaten werden. Das birgt das Risiko, dass solides Haushalten vernachlässigt wird. Und es könnte der politische Druck auf uns steigen, die Zinslast der Finanzminister dauerhaft niedrig zu halten.“

Die EZB müsse sich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, die Wahrung von stabilen Preisen. „Gerade wenn es für die Politik unbequem wird, kommen schnell die Rufe nach der Notenbank auf“, sagte Weidmann, der im EZB-Rat sitzt. „Wir müssen uns aber auf unsere Kernaufgabe konzentrieren: mittelfristig für stabile Preise zu sorgen. Das wird dann herausfordernd, wenn die Zinsen wieder erhöht werden müssen.“

Die EZB flutet im Kampf gegen eine langanhaltende Konjunkturflaute die Märkte mit mehr als einer Billion Euro. Zusammen mit den nationalen Notenbanken starten sie im März mit monatlichen Käufen von vorwiegend Staatsanleihen im Volumen von jeweils 60 Milliarden Euro. Darin enthalten sind sogenannte ABS-Papiere und Pfandbriefe im Volumen von etwa zehn Milliarden Euro, die restlichen rund 50 Milliarden Euro entfallen auf Staatsanleihen.

Kommentare zu " Kauf von Staatsanleihen: CSU fordert Bundesbank-Boykott gegen die EZB"

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  • Sie Sie arbeitsunfähig oder warum leben Sie auf Staatskosten bzw. Kosten der Allgemeinheit? Ehrliche Arbeit ist keine Schande.

  • Also ich sehe es positiv, das Jahr ist drei Wochen alt und mein Depot ist um 13% gestiegen.
    Danke Super Mario!!!

  • "Die Bundesbank dürfe sich nicht zum „Erfüllungsgehilfen des falschen Kurses von Herrn Draghi machen lassen“, betonte Michelbach."

    Unsere politnullen begreifen einfach dass große Spiel nicht oder sind Teil dessen. Das Spiel welches hier zelebriert wird ist die Homegenisierung der westlichen Wirtschaften unter die US-Hegemonie, also quasi die Abschaffung nationaler Demokratien und die Einführung des US-Kapitalismus als einheitliches "Betriebssystem" in allen westlichen Ländern. Dieser Telepolis-Artikel ("Von der massiven Vergeltung zum transatlantischen Netzwerk") erläutert wie die US-Eliten ihre Sicht der Dinge mittels informeller Seilschaften an den demokratisch eigentlich dafür vorgesehenen Institutionen vorbei "tunneln":

    http://www.heise.de/tp/artikel/28/28552/1.html

    Das Ergebnis ist dann ein EZB nach FED-Vorbild, Kriege um die Vorherrschaft in der Ukraine oder eben das TTIP-Kolonialabkommen. Ziel ist im weltweiten Wettbewerb insbesondere gegen China genug "Masse" auf sich zu vereinen, um weiter unilateral die vor allem den eigenen Interessen der US-Oligarchie dienenden Standards u.a. natürlich im leistungslosen Finanzbetrug) weltweit durchdrücken zu können.

    Dass es sich hier um einen Putsch handelt, der Grundgesetz, soziale Marktwirtschaft und anders aushebelt, ist offensichtlich und erfordert entsprechende Antworten des Souverän!

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