Kaufprämie für Elektroautos

Schäuble lehnt „Umweltbonus“ ab

Eine Kaufprämie für Elektro-Autos sei nicht geplant, erklärt das Finanzministerium. Entgegen eines Berichts habe sich die Regierung nicht auf einen „Umweltbonus“ verständigt. Auch sonst sei nichts beschlossen.
Das Finanzministerium teilte mit, dass der Koalitionsvertrag nutzerorientierten Anreizen wie kostenlosen Parkflächen oder Sonderspuren für E-Autos den Vorzug gegenüber finanziellen Anreizen gebe. Quelle: dpa
Nutzerorientierte Anreize bevorzugt

Das Finanzministerium teilte mit, dass der Koalitionsvertrag nutzerorientierten Anreizen wie kostenlosen Parkflächen oder Sonderspuren für E-Autos den Vorzug gegenüber finanziellen Anreizen gebe.

(Foto: dpa)

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CSU) bleibt bei seinem Nein zum Vorschlag einer Kaufprämie für Elektroautos. „Das Bundesministerium der Finanzen lehnt Kaufprämien nach wie vor ab, da von signifikanten Mitnahmeeffekten auszugehen wäre“, erklärte das Finanzministerium am Donnerstag auf Anfrage. Einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“, dass sich die zuständigen Ministerien auf einen „Umweltbonus“ von bis zu 5000 Euro für Autokäufer verständigt hätten, wiesen das Finanz-, das Verkehrs- und das Wirtschaftsministerium zurück. „Der Vorschlag des Lenkungskreises Elektromobilität ist zwischen den Ressorts der Bundesregierung nicht abgestimmt“, teilte Schäubles Ministerium mit. Das Wirtschaftsministerium erklärte, das Gremium habe bei seiner letzten Sitzung gar nichts beschlossen. Das Verkehrsministerium nannte den Bericht falsch.

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, bis 2020 nicht zuletzt aus Klimaschutzgründen rund eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu haben. Bislang ist man davon weit entfernt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat daher dafür plädiert, mit finanzielle Anreizen den Einsatz batteriebetriebener Autos zu fördern. In Berlin sagte er bei einer Veranstaltung des Autobauers BMW in dieser Woche: „Wir werden nicht umhinkommen, Marktanreize zu beschließen.“ Anders lasse sich das ehrgeizige Ziel kaum erreichen.

Der „Spiegel“ berichtete nun von einer Verständigung der zuständigen Ministerien im Lenkungskreis auf eine Kaufprämie, die über eine Anhebung der Mineralölsteuer um einen Cent je Liter gegenfinanziert werden könnte. Es gehe um ein Förderprogramm in der Größenordnung von 700 bis 800 Millionen Euro. Die ins Gespräch gebrachte höhere Mineralölsteuer könnte 500 bis 600 Millionen Euro zur Gegenfinanzierung bringen. Alternativ könnten aber auch die Halter großer Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß über eine höhere Kraftfahrzeugsteuer die Kaufprämie für E-Autos finanzieren, hieß es in dem Bericht. Dem Lenkungskreis gehören die vier Ministerien für Wirtschaft, Verkehr, Umwelt und Forschung, nicht aber für Finanzen, an.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärte: „Weder Kaufprämien noch Mineralölsteuererhöhung oder Bonus-Malus-Regelungen sind beschlossen oder stehen zur Debatte.“ Das Wirtschaftsministerium versicherte, in der letzten Sitzung des Gremiums am 29. Oktober seien keine Beschlüsse gefasst worden. Das Finanzministerium führte an, der Koalitionsvertrag gebe nutzerorientierten Anreizen – etwa der Nutzung von Sonderspuren für E-Autos oder kostenloses Parken – den Vorrang gegenüber Kaufprämien. Als Verfechterin einer Kaufprämie zur Förderung des Einsatzes von E-Autos gilt Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Was die stärksten und schnellsten Elektro-Autos leisten
McLaren P1
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Ein zusätzlicher Elektromotor kann ein Auto sparsamer, aber auch schneller machen: Der McLaren P1 wird zum Beispiel von einem 179 PS starken Elektromotor angetrieben, dessen Batterie auch an der Steckdose geladen werden kann. Da der Wagen so aber nur elf Kilometer weit kommt, haben die Ingenieure zur Unterstützung noch einen Benzinmotor eingebaut. Der 3,8 Liter große V8-Biturbo bringt es auf 737 PS ...

MCLaren P1
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Mit der Systemleistung von 916 PS bringt es der P1 auf extreme Beschleunigungswerte: von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden, erst bei 350 km/h ist Schluss. Der Normverbrauch bleibt mit 8,3 Litern erträglich – dem Elektromotor sei dank. Wer jetzt Interesse hat, ist leider zu spät dran: Trotz eines Stückpreises von 1,1 Millionen Euro waren alle 375 Exemplare noch vor Beginn der Serienproduktion verkauft.

McLaren P1 GTR
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Wenn einem der 375-P1-Besitzer das Gefährt auf Dauer zu langweilig ist, kann er sich zusätzlich einen P1 GTR kaufen. Der GTR ist allerdings auf 35 Fahrzeuge limitiert. Dafür gibt es jede Menge Spaß auf der Rennstrecke: Der Benziner leistet jetzt 800 PS, der Elektromotor 200 PS. Macht zusammen exakt 1.000 PS. Da McLaren nicht nur die Leistung gesteigert hat, sondern den P1 GTR konsequent auf Rennsport getrimmt hat, ist leider die Straßenzulassung verloren gegangen ...

McLaren P1 GTR
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In der heimischen Garage darf der GTR-Besitzer seinen Rennwagen aber nicht bewundern: Die Autos bleiben bei McLaren und werden von den Briten zu acht Events pro Jahr eingeflogen. Nach dem der Fahrer seinen P1 GTR auf einer der aktuellen Formel-1-Strecke ans Limit getrieben hat, wird der McLaren zurück nach Woking gebracht – bis zum nächsten Event. 2,5 Millionen Euro kostet der Spaß.

LaFerrari
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Nicht nur in der Formel 1 duellieren sich McLaren und Ferrari, sondern auch auf der Straße – zumindest beim Kampf um die zahlungskräftige Kundschaft. Das Spitzenmodell der Italiener, der LaFerrari, steht in vielerlei Hinsicht in direkter Konkurrenz zum P1. Auch hier wird der Benzinmotor von einer kräftigen E-Maschine unterstützt. Zusammen mit dem 6,3-Liter-V12 bringt es der LaFerrari so auf 963 PS. Nicht nur bei der Leistung, auch bei der Beschleunigung liegt der rote Flitzer aus Maranello vor dem McLaren: Beim besonders relevanten Spurt aus dem Stand auf 300 km/h nimmt der LaFerrari mit 14,0 Sekunden dem P1 ganze 1,5 Sekunden ab.

LaFerrari
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Es gibt aber auch Unterschiede zum McLaren P1: An der Steckdose wird man einen LaFerrari nicht sehen, seine Batterie wird nur von dem V12 aufgeladen. Rein elektrisch fahren kann der LaFerrari auch nicht wirklich: Nur beim Einparken bis sechs km/h ist der V12 abgeschaltet, selbst bei Stadt-Tempo läuft der Benziner die ganze Zeit mit. In einem Punkt ähneln sich McLaren und Ferrari wieder: Interessenten sind zu spät dran, alle Fahrzeuge – in diesem Fall 499 Stück – sind bereits vergeben.

Ferrari FXX K
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Was McLaren mit dem P1 GTR macht, hat eigentlich Ferrari erfunden: Von dem Supersportwagen der 2000er-Jahre, dem Enzo, entstand –damals noch mit Hilfe von Michael Schumacher – der FXX. Ein radikales "Forschungs- und Entwicklungsauto", wie Ferrari es nennt, das die besonders treuen und zahlungskräftigen Kunden bei einigen Veranstaltungen auf der Rennstrecke ausführen durften. Auch der LaFerrari hat seinen Rennstrecken-Ableger, den FXX K. Das "K" steht für das Energierückgewinnungssystem KERS, das an das Hybrid-System der Formel 1 angelehnt ist. Die ungewöhnliche Optik ist einer verbesserten Aerodynamik geschuldet, die aber notwendig ist, um die 1050 PS auf der Straße, äh Rennstrecke, zu halten. 40 Exemplare zum Stückpreis von 2,5 Millionen Euro sollen in den nächsten beiden Jahren entstehen.

  • rtr
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